Startseite/Traut euch!

Traut euch!

2021-05-12T10:15:17+02:0023. März 2021|

Frau­en brau­chen mehr Ver­trau­en in ihre eige­nen Fähig­kei­ten. So ergab eine inter­na­tio­na­le Stu­die, dass Frau­en ihr Finanz­wis­sen unter­schät­zen. Das hat Kon­se­quen­zen. Sie inves­tie­ren näm­lich weni­ger in Akti­en. Ein gro­ßer Nach­teil für den Vermögensaufbau.

Von Simo­ne Grö­ne­weg

Sie arbei­ten, mana­gen den Haus­halt, küm­mern sich um Kin­der oder pfle­ge­be­dürf­ti­ge Ange­hö­ri­ge und sind oft­mals noch ehren­amt­lich aktiv – Frau­en bewäl­ti­gen eine Men­ge Auf­ga­ben. Wenn es um den eige­nen Ver­mö­gens­auf­bau geht, agie­ren vie­le von ihnen jedoch äußerst vor­sich­tig. 

Dies lässt sich zum Teil sicher kul­tu­rell erklä­ren. Bis zum Jahr 1962 durf­ten Frau­en hier­zu­lan­de nicht ohne Zustim­mung des Man­nes ein eige­nes Bank­kon­to eröff­nen. Bis 1977 benö­tig­ten sie sogar noch die Erlaub­nis des Ehe­man­nes, um Geld zu ver­die­nen. 

Frauen auf dem Aktienmarkt

Mitt­ler­wei­le haben sich die Zei­ten aber geän­dert. Die Finanz­bran­che ent­deckt und umwirbt gezielt Anle­ge­rin­nen. Und die tas­ten sich all­mäh­lich an die Akti­en­märk­te her­an. Unter­su­chun­gen zei­gen: Wenn Frau­en in Akti­en inves­tie­ren, sind sie sogar häu­fig recht erfolg­reich im Ver­gleich zu den Män­nern. 

Die meis­ten Frau­en agie­ren aber zurück­hal­tend, wenn es um den Akti­en­markt oder sons­ti­ge Finanz­ak­ti­vi­tä­ten geht. Wor­an das liegt, ver­such­ten die Macher eine inter­na­tio­na­le Stu­die zu ergrün­den. Das Leib­niz-Zen­trums für Euro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) unter­such­te dazu gemein­sam mit dem Glo­bal Finan­cial Liter­acy Excel­lence Cen­ter (GFLEC) an der Geor­ge Washing­ton Uni­ver­si­ty School of Busi­ness, der Uni­ver­si­tät Gro­nin­gen und der Nie­der­län­di­schen Natio­nal­bank DNB die Finanz­bil­dung von Frau­en und Män­nern. 

Für die Stu­die wur­den Daten auf Basis der „Big Three“-Fragen zur Finanz­kom­pe­tenz erho­ben, also über Zin­ses­zins, Infla­ti­on und Risi­ko­di­ver­si­fi­ka­ti­on. Es stell­te sich her­aus, dass eine gerin­ge­re Finanz­kom­pe­tenz bei Frau­en nur zu zwei Drit­teln auf ein gerin­ge­res Finanz­wis­sen zurück­zu­füh­ren ist. Ein Drit­tel dage­gen hängt mit den eige­nen Selbst­zwei­feln in Bezug auf Finanz­wis­sen und Ent­schei­dungs­fin­dung zusam­men. 

Selbstvertrauen stärken

So nei­gen Frau­en dazu, bei der Beant­wor­tung von Fra­gen zu Finanz­wis­sen über­pro­por­tio­nal häu­fig die Kate­go­rie „weiß nicht” zu wäh­len.  Wenn jedoch die Opti­on „weiß nicht” ent­fernt wer­de, wür­den Frau­en häu­fig die rich­ti­ge Ant­wort wäh­len, heißt in einer Mit­tei­lung zur Stu­die. Das lässt auf eine Lücke im Selbst­ver­trau­en und weni­ger beim Wis­sen schlie­ßen, schluss­fol­gern die Autorin­nen und Autoren.

„Man­geln­des Selbst­ver­trau­en kann zu gro­ßen Unter­schie­den im Finanz­ver­hal­ten und in der Ver­mö­gens­bil­dung füh­ren“, betont die Pro­fes­so­rin Tabea Bucher-Koe­nen, Lei­te­rin des ZEW-For­schungs­be­reichs „Finanz­märk­te und Finanz­ma­nage­ment“ und Ko-Autorin der Stu­die. Frau­en soll­ten daher sowohl in ihr Finanz­wis­sen inves­tie­ren als auch mehr Ver­trau­en in ihr eige­nes Wis­sen haben, for­dert sie.

Wel­che Kon­se­quen­zen die Unsi­cher­hei­ten für den eige­nen Ver­mö­gens­auf­bau haben, unter­such­te die Stu­die eben­falls. Es zeig­te sich, dass nur 20 Pro­zent der Frau­en Akti­en besit­zen; bei Män­nern sind es 34 Pro­zent. Die­ser Unter­schied kön­ne nur zum Teil dadurch erklärt wer­den, dass Frau­en ein gerin­ge­res Finanz­wis­sen hät­ten als Män­ner, heißt es. 

Um die Lücke zwi­schen Frau­en und Män­nern bei der Akti­en­markt­be­tei­li­gung zu schlie­ßen, müs­se nicht nur das Finanz­wis­sen bei Frau­en erhöht wer­den, son­dern auch deren Ver­trau­en in die eige­ne Kom­pe­tenz bei Finanz­ent­schei­dun­gen, erklärt Bucher-Koe­nen. Finanz­bil­dungs­pro­gram­me soll­ten daher so kon­zi­piert sein, dass sie die Wis­sens­lü­cke der Frau­en schlie­ßen und gleich­zei­tig ihr Selbst­ver­trau­en stärk­ten. 

Noch mehr Infos für dich

Schnelle Hilfe für Menschen mit psychischen Problemen

In Deutsch­land lei­den rund 20 Mil­lio­nen Men­schen an Depres­sio­nen, Ängs­ten oder Ess­stö­run­gen. Trotz­dem müs­sen vie­le bis zu sechs Mona­te auf einen The­ra­pie­platz war­ten. Um schnel­ler zu hel­fen, hat Nora Blum und Kat­rin Bermbach die Online­platt­form „Self­apy“ gegrün­det. Für wen die Kur­se geeig­net sind, ver­rät uns Nora Blum im Interview.

Zitat Spanx Gründerin
Buch des Monats

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben