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  • Über Token können auch Kleinanleger:innen in Luxusgüter wie Kunst investieren, ©AnnaStills - stock.adobe.com

Token: Bezahlbare Diversifikation im Portfolio mit Sachwertanlagen

2022-11-07T13:34:53+01:007. November 2022|

Luxus-Immo­bi­li­en, Dia­man­ten, Kunst oder Clas­sic Cars. Sol­che und ähn­li­che Sach­wer­te kön­nen dem Port­fo­lio zur Diver­si­fi­ka­ti­on zuge­mischt wer­den. Token machen ein Invest in Luxus­gü­ter auch für Klein­an­le­ge­rin­nen mög­lich.   

Von Ines Baur

2018 hat­te das Wall Street Jour­nal bei der Ver­öf­fent­li­chung der pro­fi­ta­bels­ten Inves­ti­tio­nen des Jah­res eine Über­ra­schung parat. Wäh­rend S&P 500 um 5,1 und DAX um 18,3 Pro­zent fie­len, lagen Collec­ti­bles — Invest­ments in Kunst oder ande­re Sach­wer­te — im Schnitt um 10,6 Pro­zent im Plus. Sol­che Luxus-Invest­ments kön­nen sich nur die wenigs­ten leis­ten. Bis jetzt. Denn eine Lösung haben Fin­Techs wie Fine­xi­ty und Timeless gefun­den. Sie zer­le­gen die Sach­wer­te in vie­le digi­ta­le Tei­le. So kön­nen Inves­to­rIn­nen mit klei­nem Bud­get mit­ma­chen und vom mög­li­chen Wert­zu­wachs pro­fi­tie­ren.  

Diamanten für alle  die Demokratisierung von Luxusgütern 

Um die Sach­wer­te für alle „kauf­bar“ zu machen, nut­zen die Unter­neh­men Block­chain Tech­no­lo­gie. Sie erwer­ben zum Bei­spiel einen Sieb­druck von War­hol und tei­len ihn in 1.000 digi­ta­le Antei­le, soge­nann­te Token. Ab 50 Euro sind regis­trier­te Anleger:innen. „Wir demo­kra­ti­sie­ren eine gan­ze Asset­klas­se, von der frü­her nur Wohl­ha­ben­de pro­fi­tie­ren konn­ten“, sagt Jan Kar­nath, CEO von Timeless. 

Über Token in Sachwerte investieren – wie funktioniert das?  

Wer einen 50-Euro-Token kau­fen möch­te, regis­triert sich zuerst beim Anbie­ter und eröff­net ein soge­nann­tes Wal­let. Als Nächs­tes gilt es den Sach­wert aus­zu­wäh­len und den Anteil in Form des Tokens zu kau­fen. Die­ser wird fol­gend ins Wal­let über­tra­gen.  

Dann heißt es abwar­ten. Geld fließt, wenn die Anbie­ter, das Objekt zum best­mög­li­chen Zeit­punkt gewinn­brin­gend ver­kauft haben. Anle­gen­de haben kei­nen Ein­fluss dar­auf, wann das Objekt ver­kauft wird. Ver­kaufs­zeit­punkt und ‑preis bestim­men die Emit­ten­ten. „Wir prü­fen täg­lich, ob es Exit-Möglichkeiten im Inter­es­se der Anle­ger gibt“, erklärt Paul Huels­mann, CEO und Grün­der von Fine­xi­ty. „Ver­kauft wird, wenn es ein gutes Ange­bot gibt.“ Aus­nah­me kön­nen man­che Immo­bi­li­en-Invests sein, die vor Ver­kauf regel­mä­ßi­ge Ein­nah­men durch Mie­ten brin­gen. 

Wer den Ver­kauf nicht abwar­ten will, hat die Mög­lich­keit, die Token auf dem soge­nann­ten Sekundärmarkt einer Platt­form zu han­deln. Ob ein Tra­de mit einem ande­ren regis­trier­ten Mit­glied zustan­de kommt, hängt von Ange­bot und Nach­fra­ge ab.   

Digitale Sachwertanlagen – tokenisierte Schuldverschreibung und Bruchteileigentum  

Die zwei gro­ßen Play­er beim The­ma Toke­ni­sie­rung und Sach­wert­an­la­ge mit klei­nem Geld sind aktu­ell die Fin­techs Fine­xi­ty und Timeless.  

Fine­xi­ty: Die Fine­xi­ty AG ist ein Ham­bur­ger Unter­neh­men, das via Block­chain-Tech­no­lo­gie unter ande­rem in Invest­ments wie Fine Wine, Kunst, Dia­man­ten, Clas­sic Cars und Immo­bi­li­en via App oder Home­page anbie­tet. Fine­xi­ty split­tet in 1 Euro Token. Das Min­dest­in­vest­ment liegt bei 500 Antei­len und damit 500 Euro. Die Anle­ge­rin­nen und Anle­ger erwer­ben kein Bruch­teils­ei­gen­tum. „Bei unse­rem Pro­dukt han­delt es sich um Schuld­ver­schrei­bun­gen, die es dem Anle­ger ermög­li­chen, wie ein Eigen­tü­mer von dem Ver­mö­gens­wert zu pro­fi­tie­ren“, erklärt Huels­mann. Vor­teil dabei sei unter ande­rem, dass der Anle­ger im Rang über dem Eigen­ka­pi­tal der Emit­ten­tin ste­he. Fine­xi­ty inves­tiert in jeden Ver­mö­gens­wert, um die glei­chen Inter­es­sen mit den Anle­gern zu ver­fol­gen. Ledig­lich bei Immo­bi­li­en­pro­jek­ten hebeln die Emit­ten­tin­nen mit Fremd­ka­pi­tal von der Bank. „Hier steht die Bank im ers­ten Rang.“ Die Anleger:innen wür­den bei einer Plei­te erst nach der Bank, aber vor dem Eigen­ka­pi­tal der Emit­ten­tin befrie­digt. Im Ver­gleich zum Direkt­kauf ist der Eigen­ka­pi­tal­an­teil ein wei­te­rer Schutz für die Anle­ger.   

Timeless: Hin­ter App und Platt­form von Timeless steht die New Hori­zon GmbH. Mit­glie­der erwer­ben Bruch­teils­ei­gen­tum, das in Form von Token auf einer Block­chain doku­men­tiert wird. Ab 50 Euro kann man hier in sehr unter­schied­li­che Collec­ti­bles inves­tie­ren – von der Kel­ly Bag über Poké­mon Sam­mel­kar­ten bis zum Bühnenoutfit von Lady Gaga. Bei Timeless wird eine Anle­ge­rin zur Bruch­teils­ei­gen­tü­me­rin. Mit dem Kauf­ver­trag wird der Anteil ver­trag­lich auf die Käu­fe­rin über­schrie­ben. Geht der Markt­platz plei­te, wäre ihr Geld vor dem Zugriff des Insol­venz­ver­wal­ters geschützt.  

Digitale Sachwertanlagen – was kostet das? 

Bei Fine­xi­ty sind Ankauf, Ver­kauf und Han­del nach eige­nen Anga­ben gebüh­ren­frei. „Auch die Sekundärmarktkäufe- und Ver­käu­fe sind aktu­ell kos­ten­frei“, sagt Huels­mann. Aus­la­gen für Exper­ti­sen, Lage­rung, Ver­si­che­run­gen, Ver­mitt­lungs­pro­vi­sio­nen wer­den als Gebühr von der Per­for­mance abge­zo­gen. Der Ver­kaufs­ge­winn wird 80:20 zwi­schen Anleger:innen und dem Unter­neh­men auf­ge­teilt.  

Bei Kon­kur­rent Timeless ist nach eige­nen Anga­ben beim Kauf eine ein­ma­li­ge Ser­vice­pau­scha­le von zwei Pro­zent zu ent­rich­ten und eine Manage­ment­ge­bühr, wel­che zwi­schen ein und sechs Pro­zent beträgt. 

„Ein Produkt für Spekulanten“ – Verbraucherschützer sind kritisch bei Anlage in Sachwerten 

Mehr als skep­tisch ste­hen Verbraucherschützer dem The­ma gegen­über. Mer­ten Larisch, Team­lei­ter Altersvorsorge‑, Geld­an­la­ge- und Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rungs­be­ra­tung bei der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern e.V., hält wenig von sol­chen Invest­ments. Zu unfle­xi­bel, zu intrans­pa­rent und mit zu hohen Kos­ten behaf­tet. Er warnt davor, leicht­fer­tig Geld zu inves­tie­ren, nur weil ein Objekt inter­es­sant ist. „Man muss ver­ste­hen, in was man inves­tiert“, so der Anla­ge­ex­per­te. Oft sei gar kein Eigen­tum ver­brieft. „Sie kau­fen dann über Umwe­ge Schuld­ver­schrei­bun­gen an einer Dienst­leis­tung“, so Larisch. Er sieht hier eher ein Pro­dukt für Spe­ku­lan­ten. 

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