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  • Mona Ghazi ist Co-Gründerin und CEO von Optimo, ©Optimo

TechAward-Preisträgerin Mona Ghazi: Mit Optimo zu Industrie 4.0

2022-10-12T13:31:43+02:0030. September 2022|

Mona Gha­zi ist mit 20 Jah­ren CEO und Co-Foun­de­rin von Opti­mo, einer Wei­ter­bil­dungs­platt­form für Mit­ar­bei­ten­de in der Pro­duk­ti­on. Wie das Opti-Team Arbeiter:innen auf die Indus­trie 4.0 vor­be­rei­tet, wie die Gen Z tickt und woher die ers­ten Gel­der für ihr Start­up kamen, haben wir nach­ge­fragt. 

Von Fan­ny Zschau

courage-online.de: Liebe Mona, wir haben uns im WLOUNGE House kennengelernt, als du und dein Mitgründer Rinusan Navakumaran als kleines Startup-Duo gerade eingezogen seid. Mittlerweile ist viel passiert – ihr habt den ersten Preis bei der WLOUNGE TechAward Gala 2022 in der Kategorie New Work gewonnen. Ihr seid Techstars 2022, habt das erste Kapital eingesammelt und neue Mitarbeiter:innen eingestellt. Würdest du sagen, es läuft optimal für Optimo? 

Mona Gha­zi: Ich wür­de sagen, es läuft sehr gut, es gibt aber auch noch viel zu opti­mie­ren. Wir sind im Okto­ber 2021 gestar­tet, haben die ers­ten glück­li­chen Kun­den. Mit als ers­tes haben Jens und Felix Fie­ge – Geschäfts­füh­rer eines welt­weit füh­ren­den Logis­tik Unter­neh­mens – in uns inves­tiert, weil sie an unse­re Idee glau­ben und gro­ßes Poten­zi­al in Opti­mo sehen. 

Gratulation! Wie seid ihr auf die Idee von Optimo gekommen? 

Mein Mit­grün­der Rinu und ich haben uns in einem Inno­va­ti­ons­pro­gramm von Futu­ry ken­nen­ge­lernt. Dort haben wir mit­hil­fe eines Teams von Bain & Com­pa­ny, gro­ße mit­tel­stän­di­sche Pro­duk­ti­ons­fir­men ken­nen­ge­lernt. Mei­ne Eltern sind bei­de Maschi­nen­bau­in­ge­nieu­re und ich fand es span­nend zu ver­ste­hen, wie Pro­duk­tio­nen wäh­rend des Lock­downs lau­fen. Ich habe nach­ge­fragt, ob die Zeit des Still­stands für Wei­ter­bil­dung genutzt wird und fest­ge­stellt, dass es einen rie­si­gen Bedarf für New Work Kon­zep­te gibt. So fing es an und noch wäh­rend des Pro­gramms haben wir die Visi­on ent­wi­ckelt, die füh­ren­de Wei­ter­bil­dungs­platt­form für Chan­cen­gleich­heit und Diver­si­tät zu werden. 

Also ein Impact Startup. Was meinst du mit Chancengleichheit konkret? 

Uns geht es um eine Gleich­stel­lung zwi­schen Blue Col­lar und White Col­lar Arbeiter:innen. Wäh­rend vie­le im Blau­mann wei­ter Schicht­ar­beit am Band leis­ten muss­ten, hat­ten es geis­tig Mit­ar­bei­ten­de sehr viel leich­ter, konn­ten aus dem Home­of­fice arbei­ten und erhiel­ten Wei­ter­bil­dun­gen zum The­ma Digi­ta­li­sie­rung. Die nicht gut Deutsch spre­chen­den Arbeiter:innen hat man dabei in den HR-Abtei­lun­gen oft ver­ges­sen. Dafür wol­len wir eine Lösung schaf­fen – des­halb ist unse­re App mul­ti­lin­gu­al, so kön­nen auch Leiharbeitnehmer:innen über einen ein­fa­chen Algo­rith­mus und eine Goog­le Trans­la­te API in Wei­ter­bil­dung ein­ge­bun­den werden. 

Wenn Deutsch­land füh­rend im Wett­be­werb blei­ben will, müs­sen Mitarbeiter:innen ste­tig geschult werden. 

Wie würdest du deinen Start als junge Gründerin in der Tech-Branche beschreiben? 

Ich wuss­te schon mit 14, dass ich Unter­neh­me­rin für Soft­ware-Pro­duk­te wer­den will. Ich habe also par­al­lel neben der Schu­le ange­fan­gen, Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten an der Fern­uni Hagen zu stu­die­ren. Im Nach­hin­ein betrach­tet, war die­ses Stu­di­um aber eine rei­ne Zeit­ver­schwen­dung, des­halb habe ich zwei Klas­sen über­sprun­gen und nach dem Abi aus Inter­es­se noch ein Infor­ma­tik­stu­di­um an der XU Expo­nen­ti­al Uni­ver­si­ty in Pots­dam abge­schlos­sen. Hier ging es auch viel um New Work. 

New Work ist ein weites Feld, wie geht ihr mit euren Wettbewerbern um und was macht ihr anders als andere?

Wir hal­ten es mit David Run­ci­man, der das Buch Com­pe­ti­ti­on is for Losers geschrie­ben hat. Opti­mo ist eine Lern-App für Blue Col­lar Arbeiter:innen und hat damit ein Allein­stel­lungs­merk­mal auf dem Markt. Der Markt ist groß genug für uns alle und ich mag den Wett­be­werb, weil er dabei hilft, uns kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern. Wir tau­schen uns auch oft mit unse­ren Mitstreiter:innen aus, brain­stor­men zusam­men und hel­fen uns beim gegen­sei­ti­gen Upscaling. 

Optimo setzt also auf Kollaboration, statt auf Konkurrenz. Würdest Du sagen, das ist auch Prinzip der Generation Z? 

Ja, ich glau­be, das ist üblich in der Gen Z. Ich durf­te das ers­te Kapi­tel im gleich­na­mi­gen Spie­gel-Best­sel­ler schrei­ben, in dem 28 Autor:innen erzäh­len, was die Gen Z aus­macht, wie man sie als Unter­neh­men für sich begeis­tert und die Arbeit der Zukunft aus­se­hen kann. Ich tei­le dar­in mei­ne Erfah­run­gen auf Basis mei­ner Arbeit mit mit­tel­stän­di­schen Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men und den Gesprä­chen mit gleich­alt­ri­gen Freun­den, die kurz vor Ende ihres Stu­di­ums ste­hen und dem­nächst anfan­gen zu arbei­ten. Vie­le davon wol­len lie­ber selbst grün­den als in alten Arbeits­struk­tu­ren ohne Impact zu arbeiten. 

Wie habt ihr als junge Gründer eure Finanzierung erhalten? 

Im ers­ten Schritt haben wir eine Staat­li­che För­de­rung über den SIBB Start­up Acce­le­ra­tor bekom­men. Als eines der Top-ein-Pro­zent-Unter­neh­men, des Tech­stars acce­le­ra­tor 2022 konn­ten wir dann ein Wan­del­dar­le­hen auf­neh­men. Der­zeit umge­ben wir uns mit Busi­ness Angels, die selbst Kun­den sind oder Netz­wer­ke zu Kun­den haben. 

Haben die Gründerin des WLOUNGE Netzwerks Mali M. Baum und das WLOUNGE House für euren erfolgreichen Start auch eine Rolle gespielt? 

Mali hat uns von Anfang an mit ihrem Netz­werk unter­stützt und uns vie­le Türen zu Multiplikator:innen auf­ge­macht. Das WLOUNGE House ist für uns ein gebor­ge­ner Ort, wo wir ande­re Gründer:innen und Gleich­ge­sinn­te tref­fen. Im Ver­gleich zu ande­ren Cowor­king-Spaces ist das Niveau der Men­schen, die dort zusam­men­kom­men, auch sehr hoch. Wir kön­nen dort täg­lich wei­ter ler­nen und wachsen. 

WLOUNGE TECHAWARDS GALA 
Unter dem Mot­to Women Dri­ve Inno­va­ti­on wur­den am 10. Sep­tem­ber in Ber­lin zum zwei­ten Mal die Tech Awards ver­lie­hen. Als Abschluss und High­light der Tele­kom Star­tup­night erhiel­ten Pionier:innen der Start­up- und Tech-Bran­che in zehn Kate­go­rien einen Award für ihre inno­va­ti­ven Ideen, durch die sie sowohl das deut­sche als auch inter­na­tio­na­le Tech‑Ökosystem fördern. Initi­iert wur­de die Tech Awards Gala von der Seri­en­un­ter­neh­me­rin und Inves­to­rin Mali. M. Baum und WLOUNGE, der größten Netz­werk­platt­form für Vorreiter:innen der Tech-Branche. 

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