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Superheldinnen: Osteopathie auf dem Land

2021-07-21T09:26:34+02:0010. Juli 2021|

Wer zu Julia Wiehl­pütz will, lan­det fern­ab der Städ­te im Grü­nen. Hier, im gut 500-See­len-Wei­ler nahe der A61, arbei­tet und lebt die Rhein­län­de­rin seit drei Jah­ren mit ihrer Fami­lie. Da gibt es neben dem Ehe­mann noch die bei­den vier- und sie­ben­jäh­ri­gen Töch­ter und eine 15-jäh­ri­ge Teen­age­rin. Täg­lich ist die Arbeit als Selbst­stän­di­ge zu stem­men. Ach ja – und Pfer­de, Kat­zen und die Hüh­ner­schar wol­len auch ver­sorgt wer­den. Der drit­te Teil der cou­ra­ge online-Serie „Super­hel­din­nen“.

Von Mat­thi­as Lauerer

Irgend­wann ging es wohl nicht mehr, erin­nert sich Wiehl­pütz an die Ent­schei­dung, aus Bonn in die Vorei­fel zu zie­hen. Was heu­te fast als Norm gilt, war vor eini­gen Jah­ren noch ein sehr exo­ti­scher Schritt, fast eine Uto­pie. Denn wer woll­te bit­te raus aufs Land? Wiehl­pützs Grund für den Umzug in die Graf­schaft war eher prag­ma­tisch: „Ich hat­te mei­ne Pra­xis in einem Ober­ge­schoss nahe der Bahn­glei­se in Bonn – und im Som­mer wur­de es recht warm“, erin­nert sich die zwei­fa­che Mut­ter an ihre alte Blei­be. Gemein­sam mit einer Kos­me­ti­ke­rin teil­te sie sich zudem die Räu­me und wohn­te in einer schö­nen Woh­nung. Dann kamen die Töch­ter auf die Welt und wäh­rend Julia ihre Pati­en­tin­nen von ihren kör­per­li­chen Malai­sen befrei­te, tob­ten die Kin­der umher – oder schlie­fen selig im Kin­der­bett­chen neben der arbei­ten­den Mama. Ein dau­er­haf­te Betreu­ung in der Kita kam für sie nicht infra­ge. „Als Selbst­stän­di­ge musst du schau­en, wo du mit den Kin­dern bleibst.“ Eine Super­hel­din­nen­leis­tung, denn wem gelingt der Spa­gat so gut und ist das nicht jener, von dem alle Eltern träu­men? Zuvor hat­te sich Wiehl­pütz fünf Jah­re lang zur Osteo­path­in aus­bil­den las­sen und war zu jener Zeit beson­ders froh über die Unter­stüt­zung der Eltern. „Sie haben mir sehr gehol­fen“, sagt sie. Heu­te läuft die Pra­xis gut. Pro Sit­zung nimmt sie aktu­ell 45 Euro. Der Grund dafür: „Teu­rer soll es nicht wer­den, sonst ist das nur etwas für Men­schen, die Geld haben.“ Was sie beson­ders glück­lich macht, ist die Rück­mel­dung der Pati­en­ten. Denn vie­len geht es nach einem Besuch besser.

Rückblick

Vor vier Jah­ren ist es an der Zeit, sich nach einem Haus umzu­schau­en. Nur: Wohin soll es für die gro­ße Fami­lie gehen? Denn mit im Gepäck steckt auch Juli­as Her­zens­wunsch: ein eige­nes Pferd. Die Idee geht beim Pro­jekt Haus in Rich­tung Pip­pi Lang­strumpfs Vil­la Kun­ter­bunt. Nach eini­ger Suche bie­tet sich die Chan­ce, die­sen Traum zu leben. Es fin­det sich ein altes Fach­werk­haus. Jenes hat ein bau­ern­schlau­er Bau­un­ter­neh­mer in den 1980er-Jah­ren in der Eifel ab – und in der Graf­schaft wie­der auf­bau­en las­sen. Das Schmuck­stück steht auf einem gro­ßen Grund­stück nahe eines Walds. Was ihr und der Fami­lie auf dem Dorf beson­ders gut gefällt?

Julia Wiehlpuetz

Quel­le: Julia Wiehl­puetz, privat

„Der rie­si­ge Platz und die Frei­heit für die Kin­der, um sor­gen­frei zu spie­len.“ Sagt es und sieht gera­de noch, wie sich Hahn „Bla­cky“ und die drei Hüh­ner gera­de in die Erd­bee­ren auf­ma­chen, um nach voll­rei­fen Früch­ten zu picken. Julia springt auf und ver­scheucht die Trup­pe mit lau­ten Rufen. Und die Sache mit dem Pferd? Die hat sich mit dem eige­nen kas­trier­ten, schwar­zen Frie­sen­hengst „Boris“ erfüllt, denn: „Pfer­de sind die bes­ten Lebens­ge­fähr­ten, die man haben kann, außer mei­nem Mann natür­lich. Mit ihnen kann ich viel Freu­de haben.“ Neben Boris, der im Moment eine Anti-Flie­gen-Mas­ke trägt und froh dar­über ist, wenn Wiehl­pütz ihm die­se abnimmt, gibt es da noch ein Shet­land­po­ny namens „Lucky.“ Blie­be noch die Fra­ge nach dem Wis­sen über die lie­ben Mone­ten offen. In der Schu­le „sei ein­mal eine Anwäl­tin für ein paar Stun­den vor­bei­ge­kom­men, die habe etwas über Finan­zen erzählt“, erin­nert sich die Rhein­län­de­rin. Ihr Resü­mee dazu: „Heu­te ver­su­che ich das The­ma bei den Kin­dern, je nach Alter pas­send, anzugehen.“

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Superheldin!

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