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    Superheldin, ©maxutov/stock.adobe.com

Superheldinnen: Lunas Traum von Aleppo

2021-12-13T09:07:49+01:0011. Dezember 2021|

Vor zehn Jah­ren war Luna Hakim zum letz­ten Mal in Syri­en. Seit­dem ist die Rei­se in das Land ihrer Vor­fah­ren viel zu gefähr­lich und bis heu­te unmög­lich. Der 14. Teil der courage-online.de Serie „Super­hel­din­nen“. 

Von Mat­thi­as Lauerer

Luna Hakim kommt aus dem gut 2.880 Kilo­me­ter ent­fern­ten syri­schen Städt­chen Alep­po. Es ist jene, einst­mals so wun­der­vol­le Stadt und der legen­dä­re Souk, die man heu­te mit einer mensch­li­chen Kata­stro­phe in Ver­bin­dung bringt. Seit März 2011 tobt im Staat ein undurch­schau­ba­rer Bür­ger­krieg. „Vor zehn Jah­ren war ich zuletzt dort und erin­ne­re mich beson­ders ger­ne an die tol­len Zusam­men­künf­te mei­ner gesam­ten Fami­lie mit allen Onkeln, Tan­ten und der Oma. Lei­der ist mei­ne Groß­mutter mitt­ler­wei­le ver­stor­ben und ich weiß, dass es nie­mals mehr so sein wird, wie frü­her.“ Was Luna noch im Sinn blieb: „Wegen des Rama­dans und der Hit­ze des Som­mers konn­ten wir nur in der Nacht aus­ge­hen. Was mir gefiel: In jedem Restau­rant und jeder Bar gab es Was­ser­pfei­fen.“ Es grämt Hakim, wenn sie sagt: „Ich habe geglaubt, dass in ein paar Jah­ren alles wie­der in Ord­nung sein würde.“ 

Luna Hakim

Luna Hakim

Seit drei Mona­ten arbei­tet Luna als Volon­tä­rin in Kas­sel. Die Arbeit bei einer TV- und Film­pro­duk­ti­ons­fir­ma macht ihr gro­ße Freu­de. Stu­diert hat sie an der Uni­ver­si­tät Hil­des­heim und dort gelang ihr der Bache­lor in Inter­na­tio­na­le Kom­mu­ni­ka­ti­on und Über­set­zen mit der Abschluss­no­te 1,9. Selbst auf die Kana­ri­schen Inseln ver­schlug es sie für die Aus­bil­dung. Die 23-jäh­ri­ge besuch­te dort ein Jahr lang die Uni­ver­sidad de Las Pal­mas de Gran Cana­ria. Das war von 2017 bis 2018. 

Was ihr auf der Insel beson­ders gut gefiel? „Die Lebens­qua­li­tät und Men­ta­li­tät emp­fand ich als herz­li­cher, als bei uns. Alles erin­ner­te mich ein Stück weit auch an mei­ne Wur­zeln, die ja im ara­bi­schen Raum lie­gen.“ Über­haupt ihre Wur­zeln. „Frü­her ver­such­ten mich mei­ne Eltern immer für unse­re uralte Kul­tur zu inter­es­sier­ten, doch ich wink­te immer nur des­in­ter­es­siert ab. Heu­te ist das ganz anders und sich freue mich über mei­ne Her­kunft.“  

Füh­re sie heu­te nach Alep­po, so stün­de statt der Feie­rei eher ein mäch­ti­ges Kul­tur­pro­gramm an. „Damit und der syri­schen Geschich­te wür­de ich mich aus­ein­an­der­set­zen und Orte wie Pal­my­ra oder Maalou­la besu­chen.“ Im Letz­te­ren spre­chen sie eine Art Ara­mä­isch, so wie es wohl Jesus Chris­tus vor knapp 2.000 Jah­ren sprach. Doch die­se Besuchs­hoff­nung erfüllt sich nicht. 

Geld für das eigene Haus 

Was der jun­gen Frau noch sehr wich­tig ist: „Seit­dem ich 18 Jah­re alt bin, lebe ich finan­zi­ell unab­hän­gig von mei­nen Eltern. Wei­ter sagt sie: „Bis­her habe ich mir über Geld noch nicht so wahn­sin­nig vie­le Gedan­ken gemacht“, auch, weil man als Aus­zu­bil­den­de davon sowie­so „nicht all­zu viel hat“. Spä­ter in eine eige­ne Immo­bi­lie zu inves­tie­ren, kann sich Luna sehr gut vor­stel­len, denn: „Das ist eine super­si­che­re Sache.“    

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Super­hel­din! 

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