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    Superheldin Ceicillia Dita, ©kieferpix/stock.adobe.com

Superheldinnen: „Ich will für National Geographic arbeiten“

2022-03-04T12:22:34+01:005. März 2022|

Cei­cil­lia Dita ist 25 Jah­re alt und stammt aus Indo­ne­si­en. In Deutsch­land ist sie seit sie­ben Jah­ren. Der neun­zehn­te Teil der courage-online.de Serie „Super­hel­din­nen“.

Von Mat­thi­as Lauerer

Spricht man sie auf ihr neu­es Hei­mat­land an sagt sie: „Ich bin seit 2015 in Deutsch­land, weil ich frü­her immer davon gehört hat­te. Deutsch­land ist ein gro­ßes Land und Euro­pa ein guter Kon­ti­nent. Außer­dem ist es gut für mein Stu­di­um. Vie­le berühm­te Künst­ler kamen aus Euro­pa. Seit­dem ich Kind war, las ich vie­le Bücher über euro­päi­sche Künst­le­rin­nen, zum Bei­spiel über Leo­nar­do da Vin­ci oder Lud­wig van Beet­ho­ven. Auch die Male­rei von da Vin­ci fand ich toll und die Mona Lisa fin­de ich wun­der­bar.“ Cei­cil­lia hat eine Fami­lie und stammt aus dem Süden der indo­ne­si­schen Haupt­stadt Jakar­ta. „Ich habe einen klei­nen Bru­der, der ist heu­te 13 Jah­re alt.“ Was sie bedrückt, ist die lan­ge Flug­zeit zurück in die Hei­mat, denn die dau­ert „19 Stun­den“, wie sie sagt.

Preis gewonnen

Mit die­ser zar­ten Lie­bes­er­klä­rung an den Kon­ti­nent beginnt das Gespräch mit Cei­cil­lia. Aus ihr spru­delt es nur so her­vor. „Ich bin 25 Jah­re alt und stu­die­re Foto­gra­fie, bin im sieb­ten Semes­ter und foto­gra­fie­re bereits seit 12 Jah­ren.“ Alles begann mit einer Pocket­ka­me­ra der Mama. Die Nikon D 3100 war ihre ers­te Kame­ra. Dann nimmt sie an einem Wett­be­werb namens „Rough Life“ teil. Spä­ter ruft sie der Ver­an­stal­ter an und sagt: „Du hast gewon­nen.“ „Ich war rich­tig scho­ckiert, denn gewon­nen hat­te ich noch nie.“ Als Preis gewinnt sie ihre „ers­te rich­ti­ge Kame­ra, die ich bis heu­te benut­ze.“ Es ist eine Nikon D7000. Damit keimt in ihr die Idee, Foto­gra­fie zu studieren. 

München als erste Anlaufstelle

Ceicillia Dita, privat

Cei­cil­lia Dita, privat

„Deutsch habe ich gelernt, bevor ich nach Deutsch­land kam.“ Das gelingt ihr mit einer Pri­vat­leh­re­rin von Ende 2014 bis Ende 2015. Sie lan­det in Mün­chen und sagt heu­te dazu: „Ich war auf einer Sprach­schu­le der LMU und die Stadt ist sehr spe­zi­ell. Bei einer deut­schen Fami­lie habe ich zehn Mona­te gewohnt und die Spra­che und Kul­tur gelernt.“ Mit ihnen hat sie bis heu­te Kontakt. 

18 Monate in Nordhausen

Das Pro­blem: Ihr Schul­zeug­nis wird lei­der nicht aner­kannt und des­we­gen führt sie ihr spä­te­rer Weg auf ein Stu­di­en­kol­leg nach Thü­rin­gen. „Das war eine gro­ße Ände­rung von Mün­chen nach Nord­hau­sen, weil der Ort sehr klein ist. Dort habe ich Geis­tes­wis­sen­schaf­ten stu­diert.“ Zu unse­rem Natio­nal­hel­den sagt sie: „Goe­thes Faust war sehr schwie­rig.“ Heu­te ver­dient sie ihr Geld „in einem Asia­markt in Bochum“. Frü­her gab es das Geld von ihrem Sperr­kon­to und das kam von ihren Eltern. Hin­ter­grund: Wer in Deutsch­land mit einem Visa leben will, muss sich zuvor um so ein Kon­to bemü­hen, das peu a peu eine bestimm­te Sum­me abgibt. Über „la pla­ta“ sagt sie: „Geld ist für mich wich­tig, den Lebens­un­ter­halt und für das Foto-Equipment.“

Der Traum von NG

„Natür­lich möch­te ich als Foto­gra­fin im Bereich Fashion oder Doku­men­ta­ry arbei­ten und es bis zu ´Natio­nal Geo­gra­phic´ schaf­fen. Das ist ein Kind­heits­traum, aber mein Port­fo­lio ist noch nicht so stark.“ 2021 wur­de einer ihrer Arbei­ten im „Tages­spie­gel“ ver­öf­fent­licht. Wei­ter sagt Cei­ci­lia: „Mein Leben ist eine gute Ent­schei­dung, weil  es vie­le Mög­lich­kei­ten gibt, hier mei­ne Lei­den­schaf­ten zu leben. Das Wet­ter fin­de ich okay und ange­nehm für mich.“  

Und die Zukunft? „In 20 Jah­ren möch­te ich mein Leben ver­bes­sern und viel von den Men­schen ler­nen, weil sich die Welt ent­wi­ckelt und wir unse­re Gedan­ken for­men müs­sen“. Ihr Cre­do lau­tet: „Be hum­ble to everyone!“ 

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Superheldin!

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Vom Ehrenamt in die Festanstellung

Ria Kor­t­um ist stu­dier­te Heil­päd­ago­gin und seit 2017 bei der Deut­schen Kin­der­krebs­stif­tung für „Pro­jekt­ma­nage­ment und psy­cho­so­zia­le The­men“ zustän­dig. Zuvor enga­gier­te sich die Mut­ter von Zwil­lin­gen, die selbst sehr jung an Krebs erkrank­te, ehren­amt­lich für die Stif­tung. “Ein Ehren­amt kann dabei hel­fen, aus­zu­lo­ten, wo die eige­ne beruf­li­che Rei­se hin­ge­hen soll”, ermu­tigt Rita Kor­t­um. Ein bewe­gen­des Plä­doy­er für Mut und Beharrlichkeit. 

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