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    Superheldin, ©kieferpix/stock.adobe.com

Superheldinnen: „Freiburg hat mich eingefangen“

2022-05-01T09:42:28+02:0030. April 2022|

Ral­u­ca Maria Dami­an ist 29 Jah­re alt und stammt aus Rumä­ni­en. In der Bun­des­re­pu­blik lebt sie seit 1995. Der drei­und­zwan­zigs­te Teil der courage-online.de Serie „Super­hel­din­nen“.

Von Mat­thi­as Lauerer

Als Dami­an Mit­te der 1990er-Jah­re nach Deutsch­land kommt, ist sie in ihrer Klas­se eine gro­ße Aus­nah­me: „Damals gab es nur noch einen ita­lie­ni­schen Jun­gen bei uns. Gemerkt, dass ich anders bin, habe ich erst mit den Jah­ren“, sagt sie heu­te dazu. Sicher, Dami­an ging auf dem Land zur Schu­le und das Deutsch­land von damals hat sich ver­än­dert. „Ich habe bemerkt, dass die Men­schen offe­ner gewor­den sind, aber manch­mal wün­sche ich mehr davon“, sagt sie. 

Studium und Arbeit

Ihr Lebens­drei­klang lau­tet: Stu­den­tin der Sprach­wis­sen­schaft, Leg­asthe­nie-The­ra­peu­tin und Pod­cas­te­rin bei „World­wi­de Viel­falt“. Über die Uni­ver­si­tät sagt sie: „Vie­le Men­schen glau­ben, dass ich dort eine Spra­che erler­ne, doch dem ist nicht so. Es geht viel tie­fer und ich ler­ne, wie es um die Kom­mu­ni­ka­ti­on bestellt ist.“ Beson­ders der Part der Psy­cho­lingu­is­tik hat es ihr ange­tan, denn die Fra­ge nach dem Ursprung der Spra­che beschäf­tigt uns Men­schen. Also: Woher hat die Gat­tung Mensch sie? Sicher, in der Bibel heißt es bei Johan­nes: „Im Anfang war das Wort“. Heu­te begibt man sich wis­sen­schaft­lich auf die Spur nach dem Sprach­er­werb. Noch 1967 gin­gen For­scher davon aus, dass Kin­der erst ab dem zwölf­ten Monat Spra­che erler­nen und davor men­ta­le Ebbe herrscht. 1769 betei­lig­te sich Johann Gott­fried Her­der bei einem Wett­be­werb der „Preu­ßi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten“ mit einem Text über Spra­che und gewann den ers­ten Preis. Tenor des Stücks: Spra­che sei kein gött­li­ches Geschenk, son­dern eine mensch­li­che Erfin­dung. Alles Din­ge, die Ral­u­ca sehr interessieren.

Raluca Maria Damian

Ral­u­ca Maria Dami­an, Quel­le: Mai­ke Prause

Podcasterin

Ihren Pod­cast „World­wi­de Viel­falt“ star­te­te sie vor einem Jahr. „Kul­tur ist, was wir in der Fami­lie und mit Freun­den leben: Das gemein­sa­me Essen, der Inhalt unse­rer Gesprä­che, Spra­chen, die Art der Kom­mu­ni­ka­ti­on, Welt­an­schau­un­gen, Tra­di­tio­nen, Theo­rien, Mythen, Legen­den, Lebens­wei­sen und Iden­ti­tä­ten genau­so wie unser Den­ken & Ent­schei­den“, sagt sie. Und wei­ter: „Kul­tur ist spe­zi­fi­scher und gleich­zei­tig wan­del­ba­rer als der Begriff der Natio­na­li­tät. Sie ist per­sön­li­cher, viel­fäl­ti­ger und drückt aus, wer wir sind — und wie wir leben.“

Master in Freiburg?

Neben dem Stu­di­um arbei­tet die jun­ge Frau auch als The­ra­peu­tin im Metier der Leg­asthe­nie. Doch Ral­u­ca will sich ab dem Som­mer nun voll­ends auf ihr Stu­di­um kon­zen­trie­ren. Ihr Traum: Ger­ne in einem wei­te­ren Land zu leben. Im Stu­di­um war sie bereits ein­mal unter­wegs. „In Ita­li­en habe ich in Padua stu­diert. Dort gefiel es mir sehr, sehr gut“, sagt sie. Ihren Mas­ter könn­te sie sich auch in einer ande­ren Stadt vor­stel­len. „Frei­burg hat mich irgend­wie ein­ge­fan­gen.“ Wenn man mit ihr über das The­ma Geld spricht, sagt sie: „Dies ist mir nie wich­tig gewe­sen, doch muss ich natür­lich schau­en, woher es für mein Leben kommt.“ Ein­mal, so erin­nert sie sich, kam wäh­rend der Schul­zeit eine Frau von der Volks­bank vor­bei und sprach mit den Kin­dern über die anste­hen­de 2002er-Umstel­lung von der D‑Mark zum Euro. Viel zu wenig fin­det die 29-Jäh­ri­ge, die heu­te in Bochum wohnt. „Ich hät­te mir schon sehr gewünscht, dass ich mehr Infor­ma­tio­nen zum The­ma Finan­zen bekomme.“ 

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Superheldin!

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Vom Ehrenamt in die Festanstellung

Ria Kor­t­um ist stu­dier­te Heil­päd­ago­gin und seit 2017 bei der Deut­schen Kin­der­krebs­stif­tung für „Pro­jekt­ma­nage­ment und psy­cho­so­zia­le The­men“ zustän­dig. Zuvor enga­gier­te sich die Mut­ter von Zwil­lin­gen, die selbst sehr jung an Krebs erkrank­te, ehren­amt­lich für die Stif­tung. “Ein Ehren­amt kann dabei hel­fen, aus­zu­lo­ten, wo die eige­ne beruf­li­che Rei­se hin­ge­hen soll”, ermu­tigt Rita Kor­t­um. Ein bewe­gen­des Plä­doy­er für Mut und Beharrlichkeit. 

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