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    Superheldin, ©Zoa-Arts/stock.adobe.com

Superheldinnen: Der finanziellen Falle entgehen

2022-01-10T09:03:37+01:008. Januar 2022|

Fragt man Sabri­na Krall­mann nach der Zukunft, sagt die: „In acht bis zehn Jah­ren habe ich ein Start-up gegrün­det.“ Wes­halb ist ihr das so wich­tig? Der fünf­zehn­te Teil der courage-online.de Serie „Super­hel­din­nen“.

Von Mat­thi­as Lauerer

Sechs Mona­te lang hat es die 27-jäh­ri­ge bereits mit der Grün­dung einer eige­nen Fir­ma ver­sucht. „Lei­der hat es nicht geklappt“, sagt sie dazu. Die Rede ist vom Entre­pre­neur­da­sein. Dann müs­sen wir noch über eine doch eher pri­va­te Ange­le­gen­heit spre­chen, denn Sabri­na ist bise­xu­ell. Eigent­lich soll­te jener Umstand nur ein auf­mun­tern­des Schul­ter­zu­cken aus­lö­sen – oder wie es, als legen­dä­res Sprüch­lein, dem Alten Fritz nach­ge­sagt wird. Für den Mann galt: „Jeder soll nach sei­ner Façon selig wer­den.“ Auch die­ser zwei­te, pas­sen­de Spruch zum The­ma funk­tio­niert: „cha­cun à son goût“, was so viel heißt wie: „Jeder nach sei­nem Geschmack.“

Sicher, etwas bewegst sich

Doch ganz so weit ist unse­re Gesell­schaft lei­der noch nicht. Undenk­bar zum Bei­spiel, dass sich akti­ve Top-Spie­ler und Spie­le­rin­nen der Fuß­ball­li­gen als LGBTQ+ outen. Zu groß ist hier die Angst vor der Reak­ti­on der Ple­be­jer, also der Bür­ger der Wer­be­wirt­schaft und den TV-Sta­tio­nen … Immer­hin muss man uns zu Gute hal­ten: Wir sind schon ein gewal­ti­ges Stück wei­ter als noch bis zum Som­mer 1997. Damals führ­te man end­lich das Gesetz ein, wel­ches die Ver­ge­wal­ti­gung in der Ehe zum Straf­tat­be­stand erklärte.

Alles hat gut geklappt

Zurück zu Sabri­na: Deren Com­ing-out vor gut einem Jahr ver­lief „ent­spannt, denn die meis­ten Freun­de hat­ten sich das mit mei­ner Bise­xua­li­tät bereits gedacht“, wie sie sagt. Und wei­ter: „Ich bin super­pro­gres­siv auf­ge­wach­sen und die sexu­el­le Aus­rich­tung mei­nes Lebens­part­ners wäre mei­ner Mut­ter egal gewe­sen.“ Lei­der gäbe es in der Gesell­schaft „sehr viel ver­in­ner­lich­te Homo­pho­bie. Bei mir hat es 26 Jah­re gedau­ert, bis ich mir das ein­ge­stan­den habe.“ Heu­te lebt sie in einer fes­ten Bezie­hung mit ihrem Freund in Mün­chen. Der habe übri­gens „super“ auf die Neu­ig­keit reagiert.

Sagt, wo wollt Ihr arbeiten?

Sabrina Krallmann, @Privat / Larissa Leitner

Sabri­na Krall­mann, @Privat / Laris­sa Leitner

Im Job ver­ant­wor­tet Krall­mann gera­de bei einem Start-up die tech­ni­sche Pro­dukt­ent­wick­lung. Der Name der Fir­ma lau­tet: „Empi­on“. „Das ist eine Platt­form, die Job­su­chen­de und Fir­men auf­grund der Unter­neh­mens­kul­tur zusam­men­bringt“, sagt sie. Sabri­na stu­dier­te zuvor an der „TU Mün­chen“ Wirt­schafts­in­for­ma­tik und arbei­te­te spä­ter auch bei Mit­tel­ständ­lern. Was ihr bei den eige­nen Bewer­bun­gen immer auf­fiel: „Die Unter­neh­mens­kul­tur ist nur sehr sel­ten sicht­bar. Kaum einer spricht dar­über, ob die zu den Men­schen passt, die sich dort bewer­ben. Dabei ist die­ses Merk­mal doch sehr wich­tig.“ Denn da gibt es jene Absol­vie­ren­den, die lie­ber als Mini­mit­glied in einem 100.000 er Unter­neh­men wer­keln wol­len. Und eben ande­re, für die das undenk­bar wäre und die lie­ber den Chef einer 50-Mann-But­ze täg­lich auf dem Flur tref­fen, um mit ihm beim „Ele­va­tor pitch“ über die eige­ne Zukunft und neue Pro­duk­te für die Fir­ma zu fach­sim­peln. Sabri­na brennt für Diver­si­ty-The­men und beim Arbeit­ge­ber steht für sie Unter­neh­mens­kul­tur an ers­ter Stel­le. Immer mit von der Par­tie ist ihr Notiz­buch, denn Ein­fäl­le und Ideen las­sen sich nicht in ein „9‑to-5-Arbeits­mus­ter“ pressen.

„Wie investiere ich richtig?“

Und wie steht es um das The­ma der Finan­zen? Was treibt Krall­mann hier an? Dazu sagt sie: „In mei­ner Genera­ti­on ist es bei den Frau­en klar, dass wir uns um die Finan­zen ein­fach selbst küm­mern. Hier stel­len wir uns die Fra­ge: ´Wie inves­tie­re ich?´- dies bekom­me ich mit.“ Wei­ter sagt sie: „Die Fal­le, die da lau­tet: ´Mein Mann hat mich 40 Jah­re mit­fi­nan­ziert und nun ste­he nach der Schei­dung ohne Mit­tel da´ ist für unse­re Genera­ti­on sicher kein The­ma mehr.“ Wei­ter sagt sie dazu: „Ins­be­son­de­re als Kind einer allein­er­zie­hen­den Mut­ter weiß ich aber, wie schwer es sein kann, sich finan­zi­ell unab­hän­gig zu machen – und das finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit ein Pri­vi­leg ist, das immer noch zu stark von Glück und dem eige­nen Eltern­haus abhängt.“

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Superheldin!

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