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Superheldinnen: Ab ins kalte, klare Wasser. Oder: Iris springt.

2021-09-06T08:29:07+02:004. September 2021|

Wer wagt, gewinnt? Ist lei­der nicht immer so, wie der Lebens­lauf von Iris Schmid­bau­er zeigt. Dabei will die 26-Jäh­ri­ge hoch hin­aus, bes­ser gesagt, sie liebt den frei­en Fall als „High Diverin“. Der sieb­te Teil der courage-online.de Serie „Super­hel­din­nen“.

Von Mat­thi­as Lauerer

Die Baye­rin ist Klip­pen­sprin­ge­rin. Doch der Sport hat sei­ne Tücken, bes­ser gesagt ist es der nur maue Ver­dienst, der sich mit wage­mu­ti­gen Sal­tos aus luf­ti­ger Höhe ins oft knall­kal­te Meer erwirt­schaf­ten lässt.

Platz 1: Der Anfang vom Ende?

Schmid­bau­er ist sehr gut in ihrem Sport. Schau­en wir dazu auf einen ihrer erreich­ten Trep­pen­plät­ze. Im Juni 2019 wird die 26-jäh­ri­ge Ers­te bei den Thu­ner „Offe­nen Schwei­zer High Diving Meis­ter­schaf­ten“. Ein gro­ßer Erfolg und somit müss­ten die Spon­so­ren eigent­lich Schlan­ge ste­hen. Tun sie aber nicht. Die Sport­le­rin sagt: „Ich gab mein Bes­tes, schrieb Fir­men und Agen­tu­ren an, lei­der bis­lang immer erfolg­los.“ Grund für die zurück­hal­ten­de Reak­ti­on der Geld­ge­ber: „Der Sport ist nicht olym­pisch, ich bekom­me kei­ne Unter­stüt­zung aus Deutsch­land und trai­nie­re bei ande­ren Sport­lern mit.“ Immer­hin, wenn sie zum Wett­kampf fährt, spon­sert „Red Bull“ ihre Teil­nah­me, die Flü­ge und das Hotel.

Iris Schmidbauer

Quel­le: Iris Schmidbauer

Ein­mal lässt sie im Gespräch durch­bli­cken, dass es bald mit dem Sport vor­bei sein könn­te. Wes­halb denn das? „Mei­ne Fami­lie ist nicht beson­ders begeis­tert von der Wahl mei­ner Kar­rie­re und möch­te ger­ne, dass ich end­lich etwas Ver­nünf­ti­ges mache, womit ich mei­nen Lebens­un­ter­halt ver­die­ne“, sagt sie. „Ich bin jetzt 26 Jah­re alt und will auf eige­nen Bei­nen stehen.“

Oma und Opa hel­fen der Enkelin

Doch woher stamm­te bis­her das Geld, um den Sport aus­zu­üben und das recht teu­re Leben zu bestrei­ten? Die Unter­stüt­zung floss aus einer unver­mu­te­ten Ecke, denn: „Mei­ne Groß­el­tern haben mich bis­lang immer mit 500 Euro pro Monat unter­stützt, gaben manch­mal auch mehr. Sie tun es momen­tan auch, aber irgend­wann muss halt auch mal Schluss sein“, sagt die jun­ge Frau. Aber macht nicht gera­de ihr bis­her gezeig­ter Wil­le sie zur „Super­hel­din“, zu einer Frau, die nicht auf­ge­ben will? Erst der ver­meint­li­che Ernst des Lebens soll sie nun even­tu­ell bezwin­gen? Noch ist es nicht so weit, Iris fährt gera­de zum nächs­ten Wett­kampf, als „Cou­ra­ge“ sie am Tele­fon erreicht.

Rück­blick: Ihr Abitur macht sie vor neun Jah­ren am „Lise Meit­ner Gym­na­si­um“ in Unter­ha­ching. Dann gelingt ihr die Aus­bil­dung zur „Sports and The­ra­py Reha­bi­li­ta­ti­on“ an der „Ply­mouth Uni­ver­si­ty“, den Abschluss macht sie 2018. Nun ist sie auf Arbeits­su­che und hat dabei stets im Sinn: „Es muss ein Ort sein, wo sich bei­de Wel­ten mit­ein­an­der ver­bin­den las­sen.“ Bedeu­tet: Mög­lichst hohe Fel­sen, die man nut­zen kann, wären in der Nähe des neu­en Arbeits­plat­zes pri­ma. Also will sie doch weitermachen?

Iris Schmidbauer

Quel­le: Iris Schmidbauer

Olym­pia ist schuld
Doch wie kam es eigent­li­chen zum span­nen­den Fai­ble? Mit 13 Jah­ren sieht Iris im TV die „Olym­pi­schen Spie­le“ und das Was­ser­sprin­gen zieht sie in den Bann. „Ange­fan­gen habe ich am Ammer­see. Dort gibt es einen wun­der­schö­nen, zehn Meter hohen Holz­sprung­turm.“ Ein Schnup­per­trai­ning in Mün­chen folgt, doch dabei bleibt es nicht. Mit 16 zieht sie zu den Groß­el­tern. So kann sie „regel­mä­ßig zwei Mal die Woche Was­ser­sprin­gen trai­nie­ren.“ In Bar­ce­lo­na sieht sie vor acht Jah­ren zum ers­ten Mal „High Diving“ live. Nur 12 Mona­te spä­ter fährt sie zur „Inter­na­tio­nal Cliff Diving Cham­pions­hips“ in die Schweiz.

Muf­fen­sausen vor dem ers­ten Wettkampf
Damals hat sie Bam­mel: „Zuerst wuss­te ich nicht, ob ich nur zuschaue oder mich traue zu sprin­gen.“ Am Ende wirft sie sich in den Wett­kampf. Ihr gelingt der zwei­te Platz. Geht es nun wei­ter mit dem Sport? Oder endet die Rei­se? Schmid­bau­ers Fazit klingt fast ver­söhn­lich, als sie sagt: „Ich habe mei­nem Traum schon län­ger als gedacht hin­ter­her­ja­gen dür­fen.“ Etwas nei­disch spricht sie dann noch über Kana­da, das sei­ne Sport­ler sehr för­dert. Wäre das nicht auch eine gute Idee für Dich Deutsch­land, Du Land der Seen und Mee­re? Viel­leicht erbarmt sich ja end­lich doch noch ein Sport­be­auf­trag­ter und springt über sei­nen Schat­ten. Dann wür­de Iris weitermachen …

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Superheldin!

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