Startseite/Strafzinsen: Wenn Sparen Geld kostet 

Strafzinsen: Wenn Sparen Geld kostet 

2021-09-29T13:50:29+02:0029. September 2021|

Immer mehr Bankkund:innen zah­len Nega­tiv­zin­sen auf ihre Bank­gut­ha­ben, so genann­te Straf­zin­sen. Üppi­ge Spar­zin­sen ohne viel Zutun gehö­ren damit der Ver­gan­gen­heit an. Doch es gibt Alternativen. 

Von Ant­je Erhard

483 Ban­ken und Spar­kas­sen ver­lan­gen von ihren pri­va­ten Kund:innen Nega­tiv­zin­sen auf Erspar­tes und knapp 520 Insti­tu­te von ihren Firmenkund:innen. Das erga­ben Recher­chen des Finanz­an­la­ge­por­tals Biallo.de. Noch 2019 waren es erst 30 Insti­tu­te, die auf pri­va­te Bank­gut­ha­ben Nega­tiv­zin­sen erho­ben haben. Die meis­ten Insti­tu­te gewäh­ren bis dato Frei­be­trä­ge – vor allem für ihre bestehen­den Kun­den­be­zie­hun­gen. Mehr als 30 Insti­tu­te neh­men inzwi­schen aber ab dem ers­ten Euro Ein­la­gen die­se Nega­tiv­zin­sen.   

Wie kam es dazu? 2014 hat­te die Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) Nega­tiv­zin­sen für die Ein­la­gen von Ban­ken ein­ge­führt. Damals waren das ‑0,10 Pro­zent. Seit 2019 müs­sen die Finanz­in­sti­tu­te aber ‑0,5 Pro­zent zah­len. Das geben vie­le Insti­tu­te nun an ihre Kund:innen wei­ter. Und man­che ver­lan­gen mehr als die ‑0,5 Pro­zent, die sie selbst an die EZB zah­len. 

Strafzinsen: Was kostet das pro Jahr? 

Ein Bei­spiel: Eine Kun­din hat 50.000 Bank­gut­ha­ben, die Bank gewährt einen Frei­be­trag von 25.000 Euro und erhebt für die übri­gen 25.000 Euro einen Straf­zins von ‑0,5 Pro­zent. 

0,5 Pro­zent auf 25.000 Euro sind 125 Euro Kos­ten pro Jahr.  

Rech­nen wir die Infla­ti­on aber fai­rer­wei­se hin­zu. Sie fällt auf den kom­plet­ten Betrag an: Also 3,9 Pro­zent auf 50.000 Euro. Min­dert das Kapi­tal um 1.950 Euro pro Jahr. Plus Nega­tiv­zin­sen 

Was kann frau nun tun mit ihrem Geld? 

„Um Straf­zin­sen zu ver­mei­den, gel­ten die glei­chen Regeln wie in punc­to Steu­ern spa­ren“, sagt Lisa Has­sen­zahl, Finanz­öko­no­min und Geschäfts­füh­re­rin  von Her Fami­ly Office, einer unab­hän­gi­gen Finanz­be­ra­tung für Frau­en. Es war noch nie und wird nie eine gute Idee sein, eine Anla­ge­ent­schei­dung nur zu tref­fen, um Steu­ern zu spa­ren und genau­so ist es mit Straf­zin­sen. Blind­lings und unter Druck eine Inves­ti­ti­on zu täti­gen, weil man sonst ab dem nächs­ten Monat Straf­zin­sen zahlt, ist nicht unbe­dingt ein Garant für eine erfolg­rei­che Anla­ge. Und vor allem nicht für eine, die man lang­fris­tig durchhält. 

Das The­ma Nied­rig­zin­sen beschäf­tigt uns bereits seit eini­gen Jah­ren und grund­sätz­lich soll­te man grö­ße­re Sum­men auf Kon­ten daher nicht erst seit Ein­füh­rung der Straf­zin­sen ver­mei­den. Daher ist es vor allem für alle, die noch Ver­mö­gen auf­bau­en wol­len oder es zumin­dest nach Infla­ti­on erhal­ten wol­len, auch kei­ne Lösung, das Geld ein­fach auf meh­re­re Ban­ken zu ver­tei­len.  

Das Geld auf meh­re­re Kon­ten zu ver­tei­len, dürf­te ohne­hin nur begrenzt Sinn machen, weil die Frei­be­trä­ge immer wei­ter sin­ken und immer mehr Ban­ken Nega­tiv­zin­sen ver­hän­gen. 

Tages- und Festgeld für den Notgroschen?

Tages­geld als lang­fris­ti­ge Geld­an­la­ge mit fle­xi­bler Ver­füg­bar­keit ist eine Mög­lich­keit, den Nega­tiv­zin­sen zu ent­ge­hen. Das Tages­geld­kon­to eig­net sich wegen der rela­tiv nied­ri­gen Ver­zin­sung eher für den Not­gro­schen. Aller­dings bringt ein Tages­geld­kon­to auch Fle­xi­bi­li­tät, weil das Geld immer ver­füg­bar ist und ein hohes Maß an Sicher­heit, weil die gesetz­li­che Ein­la­gen­si­che­rung bis zu einem Gut­ha­ben von 100.000 Euro greift. Sofern das Geld bei einem deut­schen Kre­dit­in­sti­tut ange­legt ist. 

Der Zins soll­te aller­dings über der Infla­ti­on lie­gen, damit sich ein Tages­geld­kon­to lohnt. Das ist häu­fig nicht der Fall. Laut Ver­gleichs­por­tal biallo.de, das Anbie­ter aus Staa­ten mit min­des­tens hoher Boni­tät getes­tet hat,  bie­tet die Open­bank aus Spa­ni­en für 10.000 Euro, die 12 Mona­te ange­legt sind 0,25 Pro­zent Zin­sen pro Jahr, die Süd­ti­ro­ler Spar­kas­se 0,2 Pro­zent und die Sber­bank aus Öster­reich 0,15 Pro­zent. 

Fest­geld bringt eben­falls meist recht weni­ge Zin­sen, um allein schon die Infla­ti­on aus­zu­glei­chen. Die Bun­des­bank erwar­tet bis zu fünf Pro­zent Infla­ti­on in Deutsch­land noch in die­sem Jahr, weil Roh­stoff- und Ener­gie­prei­se stei­gen und die zurück­ge­nom­me­ne Mehr­wert­steu­er-Sen­kung vom Janu­ar, die sich eben­falls noch aus­wirkt. Anders als beim Tages­geld ist der Zins über die gesam­te Lauf­zeit fest­ge­legt, das heißt garan­tiert. Für zwei Jah­re wer­den 10.000 Euro bei der ita­lie­ni­schen FCA Bank mit 1,05 Pro­zent ver­zinst, bei Klar­na in Schwe­den mit 0,77 Pro­zent und bei der Sber­bank mit 0,35 Pro­zent. Alle die­se Anla­gen sind mit der jewei­li­gen staat­li­chen Ein­la­gen­si­che­rung bis 100.000 Euro abge­si­chert. 

Abgeltungssteuer beachten

Bei Kon­ten im Aus­land gilt außer­dem zu beach­ten, dass Abgel­tungs­steu­er fäl­lig wird, weist Lisa Has­sen­zahl hin. „Dann steht der Auf­wand und tat­säch­lich auch das Risi­ko in kei­nem Ver­hält­nis mehr. Denn bei aus­län­di­schen Ban­ken muss man natür­lich dar­auf ach­ten, ob und in wel­cher Form eine Ein­la­gen­si­che­rung besteht. Außer­dem gilt gene­rell: Eine Bank, die Zin­sen auf Kon­to­gut­ha­ben zahlt, macht das ent­we­der, um Kun­den zu gewin­nen oder weil sie ander­wei­tig kein Geld erhält.“ 

Courage-Tipp: Die Autobanken berechnen laut Stiftung Warentest derzeit noch keine Strafzinsen und bieten oft auch sehr hohe Freibeträge über das übliche Maß hinaus. 

Alternative Immobilien – Wenn das Eigenkapital stimmt 

Eine wei­te­re Mög­lich­keit, Straf­zin­sen mög­lichst zu umge­hen, kann eine Geld­an­la­ge in Immo­bi­li­en sein. Wer auf lan­ge Sicht sein Kapi­tal nicht braucht, kann Immo­bi­li­en in Erwä­gung zie­hen: eine ver­mie­te­te Eigen­tums­woh­nung oder ein ver­mie­te­tes Haus bringt jähr­li­che Miet­ein­nah­men und Til­gung des Kre­dits und Wert­stei­ge­run­gen. Doch vie­ler­orts sind die Prei­se schon so hoch, dass es vie­len Investor:innen schwer fällt, das nöti­ge Eigen­ka­pi­tal auf­zu­brin­gen. 

Schau­en wir auf Immo­bi­li­en­fonds. Hier legen Investor:innen – wie bei ande­ren Fonds – ein­ma­lig oder regel­mä­ßig Geld an. Das Fonds­ma­nage­ment kauft Immo­bi­li­en und / oder Grund­stü­cke, bebaut oder ver­mie­tet sie. Die Gewin­ne flie­ßen wie­der in den Fonds. Es gibt offe­ne und geschlos­se­ne Immo­bi­li­en­fonds. Offen heißt, dass Anleger:innen Antei­le jeder­zeit kau­fen kön­nen. Und sie kön­nen auch zügig wie­der ver­kau­fen. Das Invest­ment funk­tio­niert meist schon ab Antei­len von 50 Euro. Antei­le an offe­nen Immo­bi­li­en­fonds kön­nen Investor:innen direkt über die Bör­se oder direkt über eine Bank kau­fen. 

Geschlos­se­ne Immo­bi­li­en­fonds inves­tie­ren meist in ein Objekt oder weni­ge Objek­te. Die Fonds­ge­sell­schaft ver­kauft im Vor­feld Antei­le. Sobald alle ver­äu­ßert sind, wird der Fonds geschlos­sen. Meis­tens ist eine Min­dest­an­la­ge vor­ge­schrie­ben und es gibt län­ge­re Hal­te­fris­ten. Inves­tiert ein Fonds ledig­lich in ein Objekt, ist natür­lich auch das Risi­ko grö­ßer als wenn meh­re­re Objek­te zur Ver­fü­gung ste­hen. 

Immobilienfonds haben Vor- und Nachteile 

Die Vor­tei­le: Über die Bör­se sind Invest­ments in offe­ne Immo­bi­li­en­fonds mit über­schau­ba­rem Kapi­tal mög­lich. Fonds­an­tei­le kön­nen über die Bör­se auch bör­sen­täg­lich ge- und ver­kauft wer­den. Hier gel­ten kei­ne Min­dest­hal­te- oder Rück­ga­be­fris­ten. Vor allem Antei­le an offe­nen Immo­bi­li­en­fonds las­sen sich bei Bedarf schnell wie­der ver­kau­fen. Dar­über hin­aus ist nicht zu unter­schät­zen, was die brei­te Diver­si­fi­zie­rung an Vor­tei­len bedeu­tet: frau inves­tiert breit gestreut, weil gera­de offe­ne Immo­bi­li­en­fonds in vie­le ver­schie­de­ne Objek­te in meh­re­ren Län­dern oder Regio­nen inves­tie­ren. Damit ist auch das Risi­ko brei­ter ver­teilt. Anders als beim Besitz einer eige­nen Alter­na­ti­ve ent­fal­len die Ver­wal­tungs­auf­wän­dun­gen. 

Die Nach­tei­le: Vor allem bei geschlos­se­nen Fonds ist viel Kapi­tal nötig, um zu inves­tie­ren. Das Risi­ko ist rela­tiv hoch, wenn ein Fonds etwa nur in ein ein­zi­ges Objekt inves­tiert. Grund­sätz­lich sind die Fonds­ge­büh­ren recht hoch. Wer das inves­tier­te Kapi­tal ander­wei­tig benö­tigt und vor­zei­tig aus dem Fonds aus­stei­gen möch­te, kann das meist nur mit hohen Abschlä­gen rea­li­sie­ren. Wol­len vie­le Anleger:innen auf ein­mal ihr Kapi­tal abzie­hen, haben offe­ne Immo­bi­li­en­fonds unter Umstän­den ein Pro­blem, das Kapi­tal auszuschütten. 

Des­halb gibt es seit 2013 Fris­ten – abhän­gig davon, wie lan­ge die Fonds­an­tei­le schon im Besitz der Anleger:innen sind. So müs­sen nach Anga­ben der Ver­brau­cher­zen­tra­le Antei­le 24 Mona­te gehal­ten wer­den. Die Antei­le kön­nen nur mit Frist von zwölf Mona­ten zurück­ge­ge­ben wer­den, sofern die Antei­le über 30.000 Euro pro Kalen­der­jahr lie­gen. Wer Antei­le vor 2013 erwor­ben hat, muss kei­ne Min­dest­hal­te­frist beach­ten, sofern die Fonds­ge­sell­schaft kei­ne Min­dest­hal­te­fris­ten in ihren Ver­trä­gen fest­ge­schrie­ben hat.   

 Börse ist einfacher als gedacht 

Wenn frau lang­fris­tig Ver­mö­gen auf­bau­en oder sichern möch­te, ist die Bör­se eine Alter­na­ti­ve zu Bank­pro­duk­ten. Und das ist ein­fa­cher, als vie­le von uns den­ken. „Wer lang­fris­tig Ver­mö­gen auf­bau­en oder nach Infla­ti­on erhal­ten möch­te, kommt um Kapi­tal­märk­te ein­fach nicht her­um“, sagt Finanz-Exper­tin Lisa Has­sen­zahl. „Doch Inves­ti­tio­nen in den Kapi­tal­markt, spe­zi­ell den Akti­en­markt, soll­ten immer auf Basis einer Anla­ge­stra­te­gie erfol­gen – und hier ganz beson­ders wich­tig: Eine Stra­te­gie, die man ver­steht und die auf den eige­nen Zie­len, der per­sön­li­chen Aus­gangs­si­tua­ti­on und der jewei­li­gen Risi­ko­be­reit­schaft basiert. Finanz­pla­nung ist hier wie so oft der Schlüs­sel zum Erfolg, denn auf die­ser Basis wird deut­lich und nach­voll­zieh­bar, wie die pas­sen­de Stra­te­gie aus­sieht.“ 

Möglichkeit 1: ETFs – Börsennotierte Indexfonds. 

Mit die­sen Pro­duk­ten kann man zum Bei­spiel in Akti­en inves­tie­ren. Wer es sich zutraut, fin­det  hier aber Mög­lich­kei­ten, um in Wäh­run­gen, Roh­stof­fe oder spe­zi­el­le The­men wie Was­ser­stoff, Bio­tech, Nach­hal­tig­keit oder auch Kryp­to-Wäh­run­gen anzu­le­gen. Klar geht es an den Bör­sen nicht immer nur auf­wärts, doch wer lang­fris­tig am Ball sprich an der Bör­se bleibt, glät­tet das Risi­ko. ETFs haben dabei meh­re­re Vor­tei­le: Das Risi­ko ver­teilt sich auf meh­re­re ein­zel­ne Bestand­tei­le in einem ETF. Also zum Bei­spiel auf cir­ca 1600 Akti­en wie im Akti­en­in­dex MSCI World oder auf dem­nächst 40 Titel im DAX. Die Kos­ten sind sehr gering, die Ren­di­ten vor allem bei Akti­en­in­di­zes recht attraktiv. 

Apro­pos Kos­ten: Sie schla­gen ab 0,12% der Anla­ge­sum­me pro Jahr zu Buche bei einem ETF auf den MSCI World (ande­re ETFs kön­nen deut­lich kos­ten­in­ten­si­ver sein) und sind ein ent­schei­den­der Fak­tor – vor allem bei einem lan­gen Anla­ge­ho­ri­zont. Oder bei  einer Ein­mal-Anla­ge, wenn wir gleich einen grö­ße­ren Betrag auf ein­mal inves­tie­ren. Der zwei­te wich­ti­ge Fak­tor ist die Ren­di­te. 

Blei­ben wir beim Bei­spiel MSCI World. Er erzielt 9 Pro­zent Ren­di­te pro Jahr (vor Kos­ten und Steu­ern). Wer hier 20 Jah­re lang jeden Monat 50 Euro anlegt zahlt ins­ge­samt 12.000 Euro ein. Mit Zin­sen von 21.645 Euro ste­hen am Ende 33.645 Euro vor Steu­ern und Kos­ten im Depot. ETFs auf den MSCI World bie­ten nahe­zu alle Ver­mö­gens­ver­wal­ter an. 

Möglichkeit 2: Aktiv gemanagten Fonds  

Hier sor­gen Fondsmanager:innen für die Zusam­men­set­zung des Fonds. Wenn Ren­di­te und Risi­ko nicht mehr den Vor­ga­ben ent­spre­chen, grei­fen sie ein, kau­fen oder ver­kau­fen Bestand­tei­le des Fonds. Fondsmanager:innenn haben so die Mög­lich­keit, bes­ser zu sein als der Markt. Und zugleich das Risi­ko, weni­ger gut als der Markt zu sein. Wer in Fonds inves­tie­ren möch­te, soll­te sich vor­ab fol­gen­de Fra­gen zum Pro­dukt stel­len (zusätz­lich zu den Über­le­gun­gen zu unse­rer eige­nen Stra­te­gie, unse­ren Ren­di­te-Erwar­tun­gen, dem Risi­ko, das wir aus­hal­ten kön­nen und dem Anla­ge­ho­ri­zont): Wie inves­tiert der Fonds? Wel­che Ren­di­te erwar­tet das Fonds­ma­nage­ment, zu wel­chen Risi­ken? Was kos­tet das Pro­dukt, als Aus­ga­be­auf­schlag und lau­fen­den Gebüh­ren? 

Was grundsätzlich gilt:

Grund­sätz­lich gilt: Akti­en­an­la­gen sind vor allem lang­fris­tig eine gute Wahl, denn Kapi­tal­markt-Invest­ments brach­ten in der Ver­gan­gen­heit inner­halb von 15 Jah­ren immer posi­ti­ve Ren­di­ten, auch wenn die Bör­sen über die Zeit auch gefal­len sind. 

Mit einem Spar­plan kommt Dis­zi­plin ins Depot. Er wird ein­mal ange­legt, dann wird ein monat­li­cher Betrag direkt vom Kon­to abge­bucht und inves­tiert. So las­sen sich die Spar­zie­le auto­ma­ti­siert errei­chen: Die meis­ten ETFs und Fonds, die in Deutsch­land für Privatanleger:innen zuge­las­sen sind, sind spar­pl­an­fä­hig. Mit Spar­plä­nen kann frau aber auch in Ein­zel­ak­ti­en inves­tie­ren. 

 Ein paar Regeln für Börsen-Investments (die dazu da sind, von den Erfahrungen anderer zu lernen.…) 

  1. Inves­tie­ren Sie nur Geld, das Sie auf abseh­ba­re Zeit nicht benö­ti­gen.  
  2. Kau­fen Sie nur, was Sie ver­ste­hen. Vie­le Finanz­markt­pro­duk­te sind viel zu kom­plex, gera­de für Einsteiger:innen und ber­gen oft wenig über­schau­ba­re Risi­ken. 
  3. Inves­tie­ren Sie regel­mä­ßig. Jeden Monat. Aus­dau­ernd. Lang­fris­tig. Obwohl die Bör­sen schwan­ken, ist ein Invest­ment in Akti­en bis­her in 15 Jah­ren immer posi­tiv gewe­sen. 
  4. Ein Spar­plan ist eine gute Mög­lich­keit, regel­mä­ßig zu inves­tie­ren, ohne sich stän­dig drum küm­mern zu müs­sen. Ein­mal ein­ge­rich­tet wird monat­lich Geld vom Kon­to abge­bucht für den Kapi­tal­auf­bau. Ein Spar­plan ist ab 25 Euro mög­lich. Man­che Insti­tu­te bie­ten schon nied­ri­ge Spar­ra­ten an. Aber das macht mit Blick auf die Kos­ten zu wenig Sinn. 
  5. Streu­en Sie Ihre Kapi­tal­an­la­ge breit, diver­si­fi­zie­ren heißt das in der Fach­spra­che: Also, nicht das gesam­te Kapi­tal in eine Aktie oder einen Fonds ste­cken, son­dern in meh­re­re. Fünf bis sechs ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten sind ein guter Anfang. 
  6. Hin und her macht Taschen leer: Blei­ben Sie Ihrer Stra­te­gie treu, ohne stän­dig umzu­schich­ten und sich von ver­meint­li­chen Schnäpp­chen, schnel­len Gewin­nen, guten oder schlech­ten News und Kurs­schwan­kun­gen ver­lei­ten zu las­sen. 
  7. Emo­tio­nen aus – Kopf an. Set­zen Sie sich rea­lis­ti­sche Zie­le, hal­ten Sie sie durch. 
  8. Wer noch uner­fah­ren ist und oder wenig Zeit hat, kann mit einem Robo Advi­sor auto­ma­ti­siert anle­gen. Hier beant­wor­tet frau zunächst Fra­gen zu ihren Ren­di­te-Erwar­tun­gen und ihrer Risi­ko­be­reit­schaft, dann schlägt ein Com­pu­ter auf Basis die­ser Daten eine pas­sen­de Anla­ge­stra­te­gie vor und setzt sie auto­ma­tisch um. 
  9. Aller Anfang…muss nicht immer ein­zel­ne Akti­en bedeu­ten. Wer noch wenig Bör­sen-Erfah­rung hat, kann zum Bei­spiel in einen Index inves­tie­ren: Der MSCI World ist ein breit auf­ge­stell­ter Index, der welt­weit in die größ­ten 1600 Unter­neh­men in den USA, Euro­pa, Asi­en und Latein­ame­ri­ka inves­tiert. Sei­ne Per­for­mance beträgt im Schnitt 9 Pro­zent pro Jahr. Die Infla­ti­on müss­te aller­dings noch abge­zo­gen wer­den. Der Index ist über einen ETF han­del­bar. Einen bör­sen­no­tier­ten Index­fonds. Der baut den Index genau nach und hält zugleich die Kos­ten im Zaum. 

 

Fazit:

Neu­es Kon­to, meh­re­re Kon­ten – das sind alles kei­ne nach­hal­ti­gen Lösun­gen, um den Straf­zin­sen, die die Ban­ken an ihre Kund:innen wei­ter­ge­ben, zu ent­ge­hen. Alter­na­ti­ve Geld­an­la­gen rücken immer stär­ker in den Fokus und damit auch der Ein­stieg an die Bör­se. Wer hier ers­te Schrit­te mit Index- bzw. ETF-Lösun­gen wagt, soll­te vor allem lang­fris­tig Geld anle­gen. Damit ist das Risi­ko brei­ter gestreut und die Kos­ten blei­ben im Zaum.  

Unser gra­tis Newsletter

Noch mehr Infos für dich

Torschluss-Panik Immobilien: Mieten oder kaufen?

Immo­bi­li­en sind vie­ler­orts teu­er. Nicht erst seit der Schief­la­ge des chi­ne­si­schen Immo­bi­li­en-Kon­zerns Ever­gran­de ist das wie­der in unser Bewusst­sein gerückt. Vie­le erle­ben es selbst vor der eige­nen Haus­tür: Wer eine Immo­bi­lie kau­fen möch­te, muss fast dop­pelt so tief die Tasche grei­fen wie vor 15 Jah­ren: Mit his­to­risch güns­ti­gen Zin­sen explo­die­ren Nach­fra­ge und Prei­se. Infla­ti­ons­sor­gen befeu­ern das Geschäft zusätz­lich. Doch was tun? Kau­fen? Mieten?

Cathie Wood: Prophetin des Wandels

Ihre Kar­rie­re begann als “klei­ner Hund unterm Tisch, der nach Krü­meln schnappt”. So beschrieb Cathie Wood ein­mal das prä­gen­de Erleb­nis ihrer frü­hen Kar­rie­re. Es war Mit­te der 80er, Wood hat­te sich nach ihrem Wirt­schafts­stu­di­um ers­te Spo­ren als Öko­no­min ver­dient, nun arbei­te­te sie als Akti­en­ana­lys­tin beim US-Ver­mö­gens­ver­wal­ter Jen­ni­son Asso­cia­tes. Die Toch­ter iri­scher Ein­wan­de­rer woll­te vor­an­kom­men in der Branche. 

Preissteigerungen wie zuletzt vor 30 Jahren – Können wir der Inflation entkommen? 

Das ifo-Insti­tut erwar­tet den höchs­ten Infla­ti­ons­an­stieg seit knapp 30 Jah­ren. Wie kam es dazu? Wo schlägt die Infla­ti­on beson­ders zu? Wie kön­nen wir der Infla­ti­on ent­kom­men? Kön­nen wir das über­haupt? Denn Infla­ti­on ist nicht das ein­zi­ge Pro­blem im „vier­blätt­ri­gen Unglücks­klee­blatt“, wie Kapi­tal­markt-Exper­te Robert Hal­ver die Markt­la­ge beschreibt. 

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben