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  • Die Schufa gibt Auskunft über unsere Kreditwürdigkeit, ©Andrey Popov - stock.adobe.com

Schufa: Wofür ist sie da und wie ermittelt sie unsere Bonität?

2022-09-27T12:23:53+02:0026. September 2022|

Die Schufa, die Schutz­ge­mein­schaft für all­ge­mei­ne Kre­dit­si­che­rung, gilt als wenig beliebt. Brin­gen wir etwas Licht ins Dun­kel, wofür sie da ist. Stich­wort: Kre­dit­wür­dig­keit. 

Von Ant­je Erhard

Die Schufa ermit­telt unse­re Boni­tät sprich: unse­re Kre­dit­wür­dig­keit und die Mög­lich­keit, dass wir Zah­lun­gen nicht leis­ten kön­nen. Auf die­ser Basis las­sen Unter­neh­men uns online shop­pen oder Rech­nun­gen erst nach 30 oder gar 100 Tagen zah­len, gewäh­ren uns Ban­ken Kre­di­te. 9.500 sol­cher Ver­trags­part­ner hat die Schufa – vom Finanz­in­sti­tut über Lea­sing-Unter­neh­men bis hin zu Ver­sand­händ­lern. 

Das Ver­fah­ren zur Berech­nung ist geheim. Das schürt einer­seits das Miss­trau­en: Immer wie­der wird der Schufa Intrans­pa­renz vor­ge­wor­fen. Es sorgt ande­rer­seits aber auch dafür, dass das Sys­tem nicht mani­pu­liert wird. Grund­sätz­lich set­zen sich die Daten zusam­men aus Posi­tiv- wie Nega­tiv-Merk­ma­len. Posi­tiv wäre, einen Kre­dit vor­zei­tig zurück­zu­zah­len, nega­tiv wären Mahn­be­schei­de oder auch vie­le Kre­dit-Anfra­gen etc. Aber grund­sätz­lich gel­ten auch Kre­di­te und Lea­sing-Ver­trä­ge als posi­tiv, weil sie dich als posi­ti­ve Schuld­ne­rin aus­wei­sen. 

Schufa-Basis-Score zwischen 0 und 100 Prozent

Der Basis-Score ergibt sich aus allen Daten, die die Schufa über uns gespei­chert hat. Er hat einen Pro­zent­satz zwi­schen 0 und 100 Pro­zent, wobei 100 nicht zu errei­chen sind. Das liegt dar­an, dass nie­mand garan­tie­ren kann, dass eine Zah­lung nicht doch aus­fällt. Das sind aller­dings sta­tis­ti­sche Wahr­schein­lich­kei­ten – sie haben nichts mit dir als Per­son zu tun. 

Ein Wert bis 97,5 Pro­zent steht für ein sehr gerin­ges Aus­fall­ri­si­ko, bis 95 Pro­zent für ein gerin­ges bis über­schau­ba­res Risi­ko. Zwi­schen 90 und 95 Pro­zent ist das Risi­ko zufrie­den­stel­lend bis erhöht, bis 90 Pro­zent deut­lich erhöht bis hoch. Ein Wert zwi­schen 50 und 80 Pro­zent signa­li­siert ein sehr hohes Aus­fall­ri­si­ko und unter 50 Pro­zent ein sehr kri­ti­sches Risi­ko. Alle drei Mona­te wird der Score über­prüft. 

Dar­über hin­aus gibt es Bran­chens­cores zum Bei­spiel für Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men. Weil Risi­ken ja unter­schied­lich hoch sind – etwa die Wahr­schein­lich­keit, einen Mobil­funk­ver­trag zu bedie­nen oder einen Bank­kre­dit. 

Je höher der Score, desto besser die Bonität

Grund­sätz­lich gilt: Je höher der Score, des­to bes­ser die Boni­tät. Man kann aber nicht all­ge­mein sagen, wel­chen Score wel­che Anbie­ter bzw. Unter­neh­men erwar­ten, um einen Mobil­funk­ver­trag mit uns zu schlie­ßen oder uns ein Dar­le­hen zu gewäh­ren. Das ist von Unter­neh­men zu Unter­neh­men unter­schied­lich. Ein guter Schufa-Score kann aber Kre­dit-Kon­di­tio­nen erheb­lich ver­bes­sern.  

Zu spät gezahl­te Raten für Kre­di­te, Mel­dun­gen über zu spät gezahl­te Rech­nun­gen, über­zo­ge­ne Kon­ten belas­ten den Score. Aber auch wei­che Kri­te­ri­en wie häu­fi­ge Woh­nungs­wech­sel und unser Alter. Älte­re Men­schen gel­ten als kre­dit­wür­di­ger. Dabei sind aus Sicht der Schufa Men­schen um die 50 am attrak­tivs­ten. 

Der Score lässt sich aber, wenn er nicht gut genug ist, ver­bes­sern. Raten soll­te man immer pünkt­lich zah­len, Rech­nun­gen eben­so. Nicht genutz­te Kon­ten lie­ber kün­di­gen – der Score wirkt sich auch nega­tiv auf die Anzahl von Kon­ten aus. Außer­dem emp­fiehlt es sich, die Ein­trä­ge regel­mä­ßig zu über­prü­fen. Auch hier gibt es Feh­ler. 

Grund­sätz­lich lässt sich dar­über strei­ten, wie aus­sa­ge­kräf­tig Daten der Ver­gan­gen­heit sind. Eini­ge Daten wer­den nach gewis­sen Zeit­räu­men wie­der gelöscht – dazu ist die Schufa gesetz­lich ver­pflich­tet. Dazu gehö­ren Kre­dit­an­fra­gen, die nur 12 Mona­te ein­seh­bar sein dür­fen und Infor­ma­tio­nen über Kre­di­te, die nach drei Jah­ren gelöscht sein müs­sen. Ein­seh­bar sind die Daten in der Schufa-Selbst­aus­kunft. Es gibt die Mög­lich­keit, die Ein­sicht kos­ten­frei zu bean­tra­gen, aber es gibt auch eine gebüh­ren­pflich­ti­ge, detail­lier­te­re Aus­kunft. 

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