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  • Dr. Marion Kiechle, Dr. Caroline Kim und Dr. Sonja Lechner
    Dr. Marion Kiechle, Dr. Caroline Kim und Dr. Sonja Lechner ©Hannes Magerstaedt

Schönheitsvorstellungen im Fokus: “Smart Beauty”-Event in München

2022-05-17T12:55:26+02:0017. Mai 2022|
Um den Wan­del von Schön­heits­vor­stel­lun­gen in der Por­trait­ma­le­rei dreh­te sich kürz­lich alles in den Pra­xis­räu­men von Caro­li­ne Kim. Die Mün­che­ner Fach­ärz­tin für Plas­ti­sche und Ästhe­ti­sche Chir­ur­gie hat­te die Kunst­his­to­ri­ke­rin und Kura­to­rin Son­ja Lech­ner ein­ge­la­den, die den Besu­chern einen Abriss der Dar­stel­lung des mensch­li­chen Kör­pers seit der Zeit der alten Ägyp­ter gab. Vor die­sem Hin­ter­grund gaben Fach­ärz­tin­nen Tipps für intel­li­gen­tes Gewichts­ma­nage­ment und Hautpflege.
Portrait von Anch-es Amun mit Tut-ench-Amun

Por­trait von Anch-es Amun mit Tut-ench-Amun, © Ägyp­ti­sches Muse­um Kairo

Die Kunst­his­to­ri­ke­rin Son­ja Lech­ner beschäf­tig­te sich mit dem Wan­del von Schön­heits­vor­stel­lun­gen in der Por­trät­kunst. Die Künst­ler der Gegen­wart, die Lech­ner in ihrem Vor­trag anführ­te, zei­gen die Ein­zig­ar­tig­keit des Men­schen in all ihrer Viel­falt. Doch das war nicht immer so: “Bereits das Por­trät der Anch-es Amun mit ihrem Gat­ten Tut-ench-Amun in einem üppi­gen Gar­ten 3500 vor Chris­tus macht deut­lich, dass die anti­ken Schön­heits­vor­stel­lun­gen idea­li­sier­te waren, nicht nur in der Sti­li­sie­rung der Gesichts­zü­ge, son­dern auch in der Wie­der­ga­be des schlan­ken Kör­pers”, erklär­te Lech­ner die his­to­ri­schen Ursprün­ge der Por­traits. Dem­nach ging es damals nicht um das tat­säch­li­che Aus­se­hen der der bei­den Per­sön­lich­kei­ten, son­dern viel­mehr um die Dar­stel­lung eines Ideals.

Arnolfini-Hochzeit von Jan van Eyck

Arnol­fi­ni-Hoch­zeit von Jan van Eyck, © Natio­nal Gal­le­ry London

Erst in der Male­rei der Neu­zeit wur­de Schön­heit nicht mehr vor­wie­gend typi­siert dar­ge­stellt, wie es noch in der Anti­ke der Fall war. Schön­heits­vor­lie­ben hiel­ten sich zwar wei­ter­hin, doch sie wur­den indi­vi­dua­li­sier­ter dar­ge­stellt, so Lech­ner. Die Arnol­fi­ni-Hoch­zeit des nie­der­län­di­schen Künst­lers Jan van Eyck aus dem Jahr 1434 zeig­te jedoch, dass vor­wie­gend dem Mann ein natür­li­ches Äuße­res zuer­kannt wur­de. Die Schön­heit des Dar­ge­stell­ten wur­de über­wie­gend durch sei­nen gesell­schaft­li­chen Sta­tus kennt­lich gemacht. “Sei­ne Frau wie­der­um – wie der Ver­gleich mit ande­ren Abbil­dun­gen von ihr zeigt”, wur­de wei­ter­hin idea­li­siert dar­ge­stellt, erklär­te die Kunst­ex­per­tin. “Die rei­ne Zele­brie­rung von Schön­heit ohne jed­we­den Bezug auf die Per­sön­lich­keit der Dar­ge­stell­ten und auf ihre Funk­ti­on gab es also noch nicht, auch nicht in Frau­en­por­träts”, so Lech­ner weiter.

Fotografie als Zäsur in der Geschichte der Malerei

Die Erfin­dung der Foto­gra­fie stellt schließ­lich eine Zäsur in der Geschich­te der Por­trät­ma­le­rei dar: Sie ent­hob die Künst­ler der Auf­ga­be, das Aus­se­hen der Dar­ge­stell­ten zu ver­bild­li­chen. Die Male­rei befass­te sich des­halb mehr damit, die Essenz eines Men­schen zu por­trai­tie­ren. Die­se Ent­wick­lung soll­te sich bis in die Gegen­wart fort­set­zen. Gera­de in der heu­ti­gen media­len Prä­sen­ta­ti­on ver­schwin­de das Indi­vi­du­um des Men­schen nahe­zu hin­ter der makel­lo­sen Insze­nie­rung: “Spä­tes­tens seit dem Sel­fie-Boom sind wir zum Por­trä­tis­ten unse­rer selbst gewor­den”, so Lech­ner. “Die Rea­li­tät wird hier­bei akzen­tu­iert oder defor­miert, den Men­schen so zei­gend, wie er gese­hen wer­den will – noch immer vor­wie­gend in typi­sier­ter Schönheit.”

Die Gegen­warts-Künst­le­rin Jen­ny Savil­le reagiert dar­auf mit einem Gegen­pol. Sie zeigt den Men­schen so wie er ist und nicht wie er sein möch­te. Die Figu­ren haben meist nichts bei sich, was ihren Sta­tus ver­ra­ten könn­te. Außer­dem posie­ren sie nicht und insze­nie­ren sich nicht. Savil­le ist laut Lech­ner nur ein Bei­spiel von vie­len Künst­ler, die auf die­se Wei­se auf die Domi­nanz des insze­nier­ten digi­ta­len Bil­des reagie­ren. Die Künst­ler “erhe­ben das ‘Ech­te’ zum Ide­al der Kunst”. Die­ses “Ech­te” sei es laut Lech­ner, was es anzu­stre­ben gilt – nicht die typi­sier­te oder idea­li­sier­te Schönheit.

Die Medi­zin-Exper­tin­nen zeig­ten in ihren Vor­trä­gen, wie Frau­en zur bes­ten ech­ten Ver­si­on ihrer selbst wer­den kön­nen. Nicht die “typi­sier­te Schön­heit”, son­dern viel­mehr die “indi­vi­du­el­le Schön­heit” sol­le dabei ange­strebt wer­den, so Lech­ner. In die­sem Rah­men beschäf­tig­te sich Mari­on Kiech­le, Direk­to­rin der Frau­en­kli­nik, Kli­ni­kum Rechts der Isar, mit der Fra­ge “Intel­li­gen­tes Gewichts­ma­nage­ment – wie schaf­fe ich es, dau­er­haft schlank zu wer­den und zu blei­ben?”. Gast­ge­be­rin Caro­li­ne Kim schließ­lich ver­mit­tel­te den Gäs­ten das The­ma “Long Term Plastic Sur­ge­ry – Neue Kon­zep­te für ein lang­fris­tig gutes und natür­li­ches Aus­se­hen” und run­de­te ihren Vor­trag mit Haut­tipps ab.

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Vorweihnachtliches Netzwerken bei Kunstkonnex-Finissage in München

Kunst­his­to­ri­ke­rin Dr. Son­ja Lech­ner lud am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de anläss­lich der Aus­stel­lung „Vier Jah­res­zei­ten – Iris von Car­nap“ in den Show­room ihres Kunst­kon­nex-Büros am Eng­li­schen Gar­ten in Mün­chen ein. Zahl­rei­che Gäs­te folg­ten der Ein­la­dung zum vor­weih­nacht­li­chen Netzwerken.

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