Startseite/Risikolebensversicherung über Kreuz: Günstige Absicherung in der Partnerschaft
  • Mit einer Risikolebensversicherung über Kreuz können sich Partner gegenseitig absichern, ©peopleimages.com - stock.adobe.com

Risikolebensversicherung über Kreuz: Günstige Absicherung in der Partnerschaft

2022-10-10T08:01:39+02:007. Oktober 2022|

Kei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ren­te und hohe Erb­schafts­steu­er: Das erwar­tet unver­hei­ra­te­te Paa­re, soll­te einer der bei­den verster­ben. Es gibt aller­dings eine Mög­lich­keit, sich gegen­sei­tig für wenig Geld abzu­si­chern und Tau­sen­de Euro Erb­schaft­steu­er zu spa­ren: Die Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung über Kreuz.

Von Ines Baur

Der Tod des Part­ners ist eine emo­tio­na­le Kata­stro­phe. Für vie­le kann er zudem zum finan­zi­el­len Desas­ter wer­den. Ver­hei­ra­te­te kön­nen gege­be­nen­falls noch auf die finan­zi­el­le Hil­fe aus der Hin­ter­blie­be­nen­ren­te – bes­ser bekannt als Wit­wen­ren­te – zäh­len. Und auf den Frei­be­trag von 500.000 Euro bei der Erb­schafts­steu­er. Doch Unver­hei­ra­te­te sind schlecht gestellt. Sie bekom­men kei­ne Hin­ter­blie­be­nen­ren­te. Soll­ten sie erben, müs­sen sie ab 20.000 Euro Erb­schafts­steu­er an Vater Staat abge­ben. Gut ist es, eine Lösung zu fin­den, den oder die Liebs­te im Todes­fall abzu­si­chern. Längst kein Geheim­tipp mehr ist die Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung über Kreuz. 

Was ist eine Risikolebensversicherung? 

Eine nor­ma­le Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung ist kei­ne Alters­vor­sor­ge zum Bespa­ren wie die Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung. Sie ist eine Risi­ko­ver­si­che­rung. Bedeu­tet, man zahlt monat­lich einen bestimm­ten Betrag. Tritt der Todes­fall ein, erhält der oder die in der Poli­ce benann­te Per­son eine ver­trag­lich fest­ge­leg­te Ver­si­che­rungs­sum­me. Wesent­li­che Unter­schie­de zur Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung sind:  

  1. Der oder die Ver­si­cher­te bekommt nicht das ein­be­zahl­te Geld plus Zin­sen zurück, soll­te wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit nichts passieren.
  2. Die Bei­trä­ge sind gerin­ger als bei der Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung. Bei­spiel: Bei einer Ver­si­che­rungs­sum­me über 100.000 Euro (Ver­si­che­rungs­ein­tritt mit 27 Jah­ren und zehn Jah­ren Lauf­zeit), gibt es Ange­bo­te um die drei Euro pro Monat. 

Risikolebensversicherung über Kreuz  

Mit einer Über-Kreuz-Ver­si­che­rung kön­nen Paa­re sich gegen­sei­tig absi­chern. Zugleich kann der oder die Über­le­ben­de Tau­sen­de Euros bei der Erb­schaft­steu­er spa­ren. Wie bereits erwähnt kön­nen Ehe­gat­ten sich gegen­sei­tig 500.000 Euro steu­er­frei ver­ma­chen. Unver­hei­ra­te­te 20.000 Euro. Die Ver­si­che­rungs­sum­men lie­gen in den meis­ten Fäl­len über dem Frei­be­trag von 20.000 Euro.  

Bei einer „nor­ma­len“ Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung (RLV) wird von der Ver­si­che­rungs­sum­me die ent­spre­chen­de Erb­schaft­steu­er abge­zo­gen. Bei einer Ver­si­che­rungs­sum­me von 50.000 Euro wären das rund 9.000 Euro. Bei 100.000 Euro rund 24.000 Euro. Bei der RLV über Kreuz fällt die­se Erb­schafts­steu­er nicht an. Der Kniff: Part­ne­rin­nen und Part­ner schlie­ßen zwei getrenn­te Ver­trä­ge ab.  

Wie funktioniert das? 

Jeder schließt sei­ne eig­ne Poli­ce ab. In der ist ver­trag­lich fest­ge­legt, dass man von der eige­nen Ver­si­che­rung Geld bekommt, soll­te der Part­ner verster­ben. Bei­spiel: Lot­te und Jens schlie­ßen Risi­ko­le­bens­ver­si­che­run­gen Über-Kreuz ab. Lot­te wür­de im Todes­fall von Jens Geld aus ihrer eige­nen Ver­si­che­rungs­po­li­ce bekom­men. Ihre Ver­si­che­rung, ihr Geld. Daher muss sie kei­ne Erb­schaft­steu­er zah­len. Sie bekommt das Geld aus ihrem Ver­trag.  

Bei einer „nor­ma­len“ Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung bekä­me Lot­te das Geld von Jens´ Ver­si­che­rung. Der hät­te sie als Begüns­tig­te fest­ge­legt und Lot­te müss­te das Geld – das ein Erbe ist – ver­steu­ern. 

Die ein­zel­nen Über-Kreuz-Ver­trä­ge kön­nen Paa­re auch bei ver­schie­de­nen Anbie­tern abschlie­ßen. Wich­tig ist die Bei­trä­ge für den eige­nen Ver­trag vom eige­nen Kon­to zu über­wei­sen. Nie­mals vom Gemein­schafts­kon­to. Tipp: RLV-Über-Kreuz-Ver­trä­ge kön­nen für Ehe­paa­re inter­es­sant sein, soll­te ein Erbe inklu­si­ve der Ver­si­che­rungs­sum­me den Frei­be­trag von 500.000 Euro über­schrei­ten. 

RLV über Kreuz: Was ist im Trennungsfall?  

Im Fal­le einer Tren­nung soll­ten die Ex-Part­ner das Kon­strukt zeit­nah auf­lö­sen. Denn im Todes­fall möch­te man ja nicht den oder die Ex begüns­ti­gen. Ein­fach Kon­takt mit der Ver­si­che­rung auf­neh­men und den eige­nen Ver­trag über­neh­men. So zahlt man künf­tig für die eige­ne Poli­ce und bestimmt wer im Fal­le des Fal­les das Geld bekom­men soll. Nach­teil: Aus Über-Kreuz-Ver­trä­gen nor­ma­le RLV-Poli­cen zu machen, funk­tio­niert nur, wenn bei­de zustim­men. 

Bleib immer informiert!

Noch mehr Infos für dich

Dir hat der Artikel gefallen? Jetzt teilen...

Nach oben