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Personal Branding — Was verbirgt sich dahinter?

2021-04-06T16:37:43+02:0028. März 2021|

Per­so­nal Bran­ding ist zu einem Buz­z­word der Arbeits­welt gewor­den. Der Begriff begeg­net uns in den sozia­len Medi­en, in Wirt­schafts­ma­ga­zi­nen und auf Kongressen. 

Aber was hat es mit Per­so­nal Bran­ding auf sich und vor allem: Wie bringt es die eige­ne Kar­rie­re vor­an? Mit etwas Geduld, einer lang­fris­ti­gen Stra­te­gie und den eige­nen Stär­ken kann Per­so­nal Bran­ding zu neu­en Auf­trä­gen, Pro­jek­ten oder Posi­tio­nen verhelfen. 

Das Ziel ist es, sich in den Köp­fen der Men­schen für sein The­ma und sei­ne Fähig­keit zu ver­an­kern, ohne sich dabei auf­dring­lich zu ver­kau­fen. Ver­kau­fen lässt sich in die­sem Fall das eige­ne Image, die Leis­tun­gen und die Exper­ti­se, die sich im opti­ma­len Fall ganz orga­nisch verbreiten.

Von Katha­ri­na Heilen

Teil 1: Was ist Personal Branding und warum ist es so wichtig?

Per­so­nal Bran­ding bezieht sich, wie der Begriff ver­rät, auf eine Per­son und alles, was die Per­son mit­bringt. Im Per­so­nal Bran­ding wird eine Per­son zur Mar­ke oder als sicht­ba­re Per­son hin­ter einem Unternehmen.

Wäh­rend die Sto­ry um ein Pro­dukt bei­spiels­wei­se erst noch erfun­den und meis­tens von einem Mar­ke­ting­team ins Leben geru­fen wer­den muss, geht es beim Per­so­nal Bran­ding um die eige­nen Geschich­ten, Fähig­kei­ten und Stärken.

Wer es schafft, die­se auf eine Kern­kom­pe­tenz und ein Kern­the­ma zu redu­zie­ren, posi­tio­niert sich sehr spitz im Markt. Und er erhöht somit die Chan­ce, damit bekannt und sicht­bar zu werden.

Das ist wich­tig, um von ande­ren in Betracht gezo­gen zu wer­den, wenn ein Exper­te oder eine Exper­tin gebraucht wird. Es ist aber auch hilf­reich, wenn eine Kün­di­gung bevor­steht und die Suche nach neu­en Job­an­ge­bo­ten beginnt. 

Tijen Onaran

Ein Bei­spiel für eine star­ke Per­so­nal Brand ist Tijen Onar­an, die wir bereits in unse­rer Lek­tü­re-Emp­feh­lung mit ihrem Buch „Erfolg­reich Kon­tak­te knüp­fen – Die Netz­werk­bi­bel“ vor­ge­stellt haben.

Als Grün­de­rin von Glo­bal Digi­tal Women – einem glo­ba­len Netz­werk von weib­li­chen Pio­nie­rin­nen der Digi­tal­bran­che – hat sie sich als Exper­tin für Frau­en in der Digi­tal­wirt­schaft eta­bliert. Sie setzt sich für mehr Diver­si­tät ein, um die Digi­ta­li­sie­rung voranzutreiben.

Mit dem The­ma „Diver­si­tät in der Digi­tal­wirt­schaft“ ist Tijen Onar­an nun eine der füh­ren­den Per­sön­lich­kei­ten, wenn für Pro­jek­te oder Ver­an­stal­tun­gen eine Exper­tin aus die­sem Bereich gesucht wird. 

Lea-Sophie Cramer

Lea-Sophie Cra­mer, Grün­de­rin von Amo­re­lie, ist zu einer erfolg­rei­chen Per­so­nal Brand hin­ter ihrer Mar­ke geworden.

Mit Amo­re­lie hat sie einen Ero­tik­spiel­zeug-Ver­sand­han­del gegrün­det und damit für Auf­se­hen gesorgt. Das gelang ihr nicht nur wegen ihrer Pro­duk­te, son­dern auch wegen ihres her­aus­ra­gen­den Erfolgs. Nun gilt sie als erfolg­rei­che Grün­de­rin und Frau, die Tabus gebro­chen und den Zeit­geist unse­rer Gesell­schaft erkannt hat.

Mitt­ler­wei­le hat sie sich ope­ra­tiv aus dem Unter­neh­men zurück­ge­zo­gen, bleibt aber als Mit­glied des Bei­rats erhal­ten. Lea-Sophie Cra­mer ist nun eine Per­so­nal Brand im Bereich Unter­neh­mer­tum und gilt als Vor­bild für vie­le Grün­der und Gründerinnen.

Michelle Obama

Eine Frau, die ihre Posi­ti­on zum Auf­bau ihrer eige­nen Per­so­nal Brand genutzt hat, ist Michel­le Oba­ma. Wie kaum eine zwei­te Frau eines Prä­si­den­ten der USA hat sie sich einen Namen außer­halb die­ser Posi­ti­on gemacht.

Schon zu Amts­zei­ten von Barack Oba­ma begann sie, sich für die Rech­te von Mäd­chen und Frau­en ein­zu­set­zen, und nutz­te das media­le Auf­se­hen und ihre Per­so­nal Brand auch danach weiter.

Mit ihrem Buch „Beco­m­ing – Mei­ne Geschich­te“ lan­de­te sie auf die­se Wei­se einen Best­sel­ler. Sie steht heu­te mehr denn je für die Wer­te einer gleich­be­rech­tig­ten Welt, in der sich frau ein Impe­ri­um im Gro­ßen und im Klei­nen auf­bau­en kann. 

Teil 2: Wie hilft mir Personal Branding, in meiner Karriere weiterzukommen?

Die drei oben genann­ten Bei­spie­le zei­gen, dass eine Per­so­nal Brand nicht gleich eine beruf­li­che Posi­ti­on bedeu­tet. Oft hängt sie damit zusam­men. Aber sie geht dar­über hin­aus und kann viel­mehr dazu ver­hel­fen, neue beruf­li­che Per­spek­ti­ven zu finden.

Per­spek­ti­ven, die die eige­nen Inter­es­sen mit den eige­nen Fähig­kei­ten und Stär­ken ver­ei­nen. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob Sie ange­stellt, selbst­stän­dig oder Unter­neh­mer bzw. Unter­neh­me­rin sind – eine Per­so­nal Brand hilft jedem Men­schen beruf­lich wei­ter. 

Mit Ihrer Per­so­nal Brand sind Sie nicht mehr nur die Per­son, die ledig­lich ihren Job aus­führt, son­dern eine Per­son, die dar­über hin­aus über Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten ver­fügt. Die kön­nen auch auf ande­re Jobs über­tra­gen werden.

Das könn­te zum Bei­spiel die Bera­tung durch Ihre Exper­ti­se in Vor­trä­gen, Panels, Work­shops, Coa­chings und Kon­fe­ren­zen fir­men­in­tern oder öffent­lich sein. Wahr­schein­li­cher wer­den durch eine star­ke Per­so­nal Brand auch höhe­re oder ande­re Posi­tio­nen in Ihrem Unter­neh­men, oder neue, lukra­ti­ve­re Auf­trä­ge ent­ste­hen, die zu Ihren Fähig­kei­ten passen.

Ein beson­ders gro­ßer Vor­teil einer star­ken Per­so­nal Brand ist, dass Sie sich ande­ren nicht auf­drän­gen und ver­kau­fen müs­sen. Sie müs­sen nicht mehr stun­den­lang netz­wer­ken und hof­fen, dass Sie so in Ihrer Kar­rie­re weiterkommen.

Eine Per­so­nal Brand über­nimmt das für Sie, indem sie sich ver­brei­tet, ohne dass Sie die Men­schen ein­zeln kon­tak­tie­ren müs­sen. Dank Ihrer Per­so­nal Brand wer­den Sie für ein The­ma bekannt und machen sich durch Ihre Exper­ti­se einen Namen.

Teil 3: Wie entwickle ich meine Personal Brand? 

Sie möch­ten nun end­lich selbst zu einer Per­so­nal Brand wer­den? Eine Per­so­nal Brand ent­steht nicht über Nacht, son­dern braucht Zeit.

Einer­seits braucht es Zeit, das eige­ne The­ma fest­zu­le­gen, ande­rer­seits hat auch des­sen Eta­blie­rung sei­ne Dau­er. Meis­tens ist es eine Arbeit über Mona­te und Jah­re, die Sie zum Exper­ten auf Ihrem Gebiet macht und dies auch für ande­re sicht­bar wird.

1. Spitze Positionierung

Wich­tig gera­de zu Beginn ist die Posi­tio­nie­rung für ein, maxi­mal zwei kon­kre­te The­men. Ande­re Men­schen sol­len wis­sen, wo Ihre Exper­ti­se liegt und was Sie anbie­ten. Legen Sie Ihr The­ma anhand Ihrer eige­nen Inter­es­sen, Fähig­kei­ten und Stär­ken fest, damit Sie lang­fris­tig bei die­ser Posi­tio­nie­rung blei­ben kön­nen und möchten.

Da Sie ver­mut­lich nicht nur über eine Fähig­keit ver­fü­gen, son­dern über meh­re­re, ist die­ser Schritt gar nicht so ein­fach. Neh­men Sie sich Zeit und über­le­gen Sie genau, wel­chen Mehr­wert Sie lie­fern möch­ten. 

2. Das Warum

Ergrün­den Sie, war­um Sie tun, was Sie tun. Was ist Ihre grö­ße­re Visi­on hin­ter Ihrer Posi­tio­nie­rung und wem möch­ten Sie damit hel­fen? Ihr War­um lie­fert die nöti­ge Tie­fe, die dabei hel­fen kann, lang­fris­tig moti­viert zu blei­ben und die eige­ne Per­so­nal Brand zu etablieren.

Wenn Men­schen das War­um hin­ter dem, was Sie tun, erken­nen, kön­nen sie sich iden­ti­fi­zie­ren und emp­fin­den Sie als eine glaub­wür­di­ge, auf­rich­ti­ge Per­son. Fin­den Sie her­aus, wel­che Ver­än­de­rung Sie sehen möch­ten und war­um. 

3. Ihre Story

Ihr War­um hängt eng mit Ihren Geschich­ten zusam­men. Fra­gen Sie sich, wel­che Geschich­ten Sie an den Punkt gebracht haben, an dem Sie heu­te stehen.

Was haben Sie beruf­lich (und pri­vat) erlebt? Was hat Sie zu Ihrem Exper­ten­the­ma gebracht? Wel­che Erfol­ge hat­ten Sie und wo lagen Ihre Schmerzpunkte?

Die Geschich­ten hel­fen dabei, die eige­ne Per­so­nal Brand zu ent­wi­ckeln. Und sie kann hel­fen, die schwie­ri­ge Auf­ga­be zu lösen, Ihre Exper­ti­se auf ein bis maxi­mal zwei The­men fest­zu­le­gen. 

Teil 4: Wie werde ich sichtbar? 

Wenn Sie Ihr The­ma defi­niert haben, gilt es, Sie damit bekannt und sicht­bar zu machen.

Social-Media-Kanäle

Einer der ein­fachs­ten Wege, wie das gesche­hen kann, ist online über Social-Media-Kanä­le, wie Lin­kedIn, Xing, Face­book, Insta­gram und Co. Hier ist es emp­feh­lens­wert nicht über­all ver­tre­ten zu sein, son­dern Ihre Akti­vi­tä­ten zumin­dest zu Beginn auf ein bis zwei Kanä­le zu redu­zie­ren und die­se regel­mä­ßig zu pflegen.

Inhalte und Statements

Bei den Inhal­ten geht es nun dar­um, sie auf Ihr gewähl­tes The­ma zu beschrän­ken. Statt zu will­kür­li­chen The­men zu schrei­ben, suchen Sie sich gezielt die The­men her­aus, die Ihre Per­so­nal Brand aus­ma­chen sol­len. 

Einer­seits ist es Ihnen mög­lich, die Postings von ande­ren zu kom­men­tie­ren, mit Ihrem eige­nen State­ment dazu auf Ihren Kanä­len zu tei­len oder eige­ne Bei­trä­ge zu dem The­ma zu kre­ieren. Eige­ne Bei­trä­ge kön­nen zum Bei­spiel per­sön­li­che Geschich­ten und Erfah­run­gen sein. Oder es kön­nen Updates aus Ihrer Bran­che sein, die Sie mit Ihrem Wis­sen und Ihren Kennt­nis­sen wei­ter­tra­gen. 

Damit zei­gen Sie, dass Sie sich in Ihrem The­ma beson­ders gut aus­ken­nen und machen gleich­zei­tig auf sich auf­merk­sam. Tei­len Sie Ihre The­men und Ihr War­um auch in pri­va­ten Gesprä­chen und erfra­gen Sie im Gespräch gezielt, was ande­re tun. Viel­leicht erfah­ren Sie so von the­ma­ti­schen Über­schnei­dun­gen und Ähn­lich­kei­ten, die Ihnen eine Zusam­men­ar­beit ermöglichen.

Zei­gen Sie sich auch auf Kon­fe­ren­zen, Ver­an­stal­tun­gen und Panels, die es in Ihrer Bran­che und zu Ihrem The­ma gibt. Hier fin­den Sie Men­schen, die jeman­den wie Sie suchen. 

Kontinuität

Wenn es um die Erar­bei­tung, die Eta­blie­rung und das Sicht­bar­wer­den mit der eige­nen Per­so­nal Brand geht, ist Kon­ti­nui­tät das A und O. Blei­ben Sie am Ball, geben Sie sich Zeit und zei­gen Sie sich mit Ihrer Exper­ti­se regelmäßig.

Scheu­en Sie sich nicht davor, auch mal muti­ge oder pro­vo­kan­te Aus­sa­gen zu tref­fen, um Dis­kus­sio­nen anzu­sto­ßen und in ziel­füh­ren­der Wei­se Auf­merk­sam­keit auf Ihr The­ma zu lenken.

Mehrwert für andere

Das Wich­tigs­te: Schaf­fen Sie einen Mehr­wert für ande­re. Was ist wirk­lich rele­vant und wie kön­nen Sie ande­re mit Ihrer Exper­ti­se wei­ter­hel­fen? Wer aus die­ser Per­spek­ti­ve denkt, hat wirk­lich ver­stan­den, wor­um es im Per­so­nal Bran­ding geht. Nicht um das Sicht­bar­ma­chen der eige­nen Per­son geht es, son­dern um den Unter­schied, den Sie für ande­re machen. 

Katha­ri­na Hei­len hat sich als Per­so­nal Brand im Bereich Fema­le Empower­ment eta­bliert und eine gro­ße, enga­gier­te Com­mu­ni­ty in die­sem Bereich geschaf­fen. Als selbst­stän­di­ge Tex­te­rin, Autorin, Pod­cast- und Com­mu­ni­ty-Host weiß sie, wie wich­tig eine Spit­zen­po­si­tio­nie­rung und das eige­ne War­um sind, um sich nach­hal­tig zu eta­blie­ren und Men­schen zu berühren. 

Im Novem­ber erscheint ihr ers­tes Buch „Empowe­red You – Ver­än­de­rung durch Stär­ke, Mut und Zusam­men­halt“, das Frau­en dabei unter­stützt, ihr vol­les Poten­zi­al zu leben und die Ver­än­de­rung her­bei­zu­füh­ren, die sie sich wün­schen. Hei­len bie­tet Work­shops, Key­notes und eine Online-Com­mu­ni­ty für die beruf­li­che und per­sön­li­che Wei­ter­ent­wick­lung an. 

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