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  • Bei P2P-Krediten verleihen Privatpersonen an andere Privatpersonen Geld, ©maxsim - stock.adobe.com

P2P: Kredite von den Mitmenschen statt von der Bank

2022-08-16T08:32:39+02:0013. August 2022|

P2P bedeu­tet peer to peer. Das heißt, dass zwei Pri­vat­per­so­nen ein Geschäft mit­ein­an­der ein­ge­hen. Auch ein Kre­dit­ge­schäft. Das ist lukra­tiv, weil die Zin­sen hier meist über­durch­schnitt­lich sind. Das gilt aber auch für das Risi­ko. Die Vor- und Nach­tei­le. 

Von Ant­je Erhard

Übli­cher­wei­se sind es Ban­ken und Kre­dit­in­sti­tu­te, die Kre­di­te ver­ge­ben, doch seit gut 15 Jah­ren gibt es hier­für auch einen pri­va­ten Markt, der über spe­zi­el­le Platt­for­men funk­tio­niert. Wer einen Kre­dit auf­neh­men möch­te, kann auf die­sen Platt­for­men die Kon­di­tio­nen che­cken und ver­glei­chen. Ande­re Pri­vat­per­so­nen geben die­se Kre­di­te und die Platt­form erhält eine Gebühr.  

Vor­tei­le und Risi­ken haben bei­de Sei­ten: Kre­dit­neh­mer erhal­ten auch dann ein Dar­le­hen, wenn sie es von der Bank mög­li­cher­wei­se nicht bekom­men. Und das geht in der digi­ta­len Welt sehr schnell über die Platt­for­men. Nach der Risi­ko-Prü­fung ver­ge­hen meist nur weni­ge Tage bis zur Aus­zah­lung. In Deutsch­land sind zum Bei­spiel Bon­do­ra, Aux­mo­ney und Min­tos bekann­te Anbie­ter. Aber auch hier gibt es Bedin­gun­gen: Die Platt­for­men kate­go­ri­sie­ren Risi­koklas­sen, nach denen sich der Zins­satz rich­tet: Je bes­ser die Boni­tät der Kre­dit­su­chen­den, des­to bes­ser sind die Kon­di­tio­nen.  

Ach­tung, Risiko 

Die Investor:innen gehen ein höhe­res Aus­fall­ri­si­ko ein als bei boni­täts­star­ken Kund:innen. Denn eine Bank lehnt einen Kre­dit­su­chen­den ja nicht umsonst ab. Die­ses Risi­ko wird über den Zins abge­gol­ten. Der Zins bzw. die Ren­di­te ist umso höher, je grö­ßer das Risi­ko ist. 

Mit der Ent­schei­dung für bestimm­te Risi­ko-Klas­sen lässt sich das Risi­ko zum Teil steu­ern. Denn die Platt­for­men las­sen ja ihre eige­nen Kund:innen-Erfahrungswerte zu den Aus­fall­wahr­schein­lich­kei­ten in die Risi­ko-Klas­si­fi­zie­rung ein­flie­ßen. Die Platt­for­men sind es auch, die im Fal­le von Zah­lungs­ver­zö­ge­run­gen oder Aus­fäl­len die Kreditnehmer:innen mah­nen.  

Neben dem Aus­fall-Risi­ko und einer fal­schen Ein­schät­zung der Kre­dit-Wür­dig­keit besteht aber auch das Risi­ko für die Kreditgeber:innen, dass die Platt­form insol­vent wird. Und dafür gibt es in Deutsch­land kei­ne Ein­la­gen­si­che­rung. Das bedeu­tet, wenn Kre­di­te nicht zurück­ge­zahlt wer­den, ist das Geld unter Umstän­den weg. Es gibt zwar Kre­dit­rück­kauf-Garan­tien bei eini­gen Anbie­tern, aber auch bei die­sen Garan­tie-Gebern ist eine Insol­venz mög­lich. 

Kein Invest­ment ohne Regeln 

Wer hier inves­tie­ren möch­te, soll­te ein paar Regeln beach­ten: 

Zunächst gilt es, die Platt­for­men zu ver­glei­chen. Hier gibt es erheb­li­che Unter­schie­de in Regis­trie­rung, Abwick­lung und Kon­di­tio­nen. Eine Platt­form, die min­des­tens zehn Mil­lio­nen Euro an monat­li­chem Kre­dit-Volu­men auf­weist und in der EU ansäs­sig ist, soll­te es min­des­tens sein. 

Inves­tie­re nur einen Teil dei­nes frei ver­füg­ba­ren Kapi­tals in eine sol­che risi­ko­rei­che Anla­ge­klas­se. Denn genau das sind P2P-Kre­di­te: eine eige­ne Anla­ge­klas­se. Und für die gilt Diver­si­fi­ka­ti­on – wie für alle Anla­ge­klas­sen: Nie­mals alles auf ein Pferd set­zen. Vor allem am Anfang nicht zu viel wagen: Gera­de bei hohem Risi­ko sind fünf Pro­zent in der Asset Allo­ca­ti­on eine ver­tret­ba­re Grö­ße.  

Die­se fünf Pro­zent Kapi­tal soll­test du auf meh­re­re Platt­for­men und meh­re­re und ver­schie­de­ne Kre­di­te ver­tei­len. Das ist bei den meis­ten Platt­for­men schon ab 10 Euro mög­lich. Diver­si­fi­ka­ti­on ist wie bei jeder Geld­an­la­ge das A und O. Ren­di­ten von 15 Pro­zent und mehr sind ver­lo­ckend – der Ärger ist aber auch groß, wenn das Geld im Zwei­fels­fall futsch ist. 

Fazit

In Zei­ten immer noch nied­ri­ger Zin­sen ist eine Ren­di­te von 15 Pro­zent sehr ver­lo­ckend für ein Invest­ment. Bei P2P-Kre­di­ten sind sol­che Ren­di­ten mög­lich, jedoch zu hohen Risi­ken. Die rei­chen vom Aus­fall des Kre­di­tes bis hin zur Insol­venz der Platt­form. Wäh­le sorg­fäl­tig aus, wor­in du inves­tierst und diver­si­fi­zie­re auch inner­halb der Anla­ge­klas­sen P2P-Kre­dit breit. 

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