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  • Scarlett Clauss, Vize-Direktorin des Osmium Instituts, ©Osmium Institut

Osmium: Maximale Knappheit, enorme Chance als Sachwertanlage?

2022-12-14T08:59:02+01:0013. Dezember 2022|

Es glit­zert, glänzt und fun­kelt – doch ein Dia­mant ist es nicht: Osmi­um. Taugt das sel­tens­te und teu­ers­te Edel­me­tall der Welt als Sach­wert­an­la­ge? 

Von Ines Baur

In Kri­sen­zei­ten set­zen vie­le Men­schen seit jeher auf Sach­wer­te. Mit Gold, Immo­bi­li­en oder auch Devi­sen ver­su­chen sie ihr Port­fo­lio abzu­si­chern. Neben dem Klas­si­ker Gold ploppt seit eini­gen Jah­ren immer wie­der ein wei­te­res Edel­me­tall als Sach­in­vest­ment in den Medi­en auf: kris­tal­li­nes Osmi­um. 

Osmium, was ist das? 

Weni­ge kön­nen mit dem Begriff Osmi­um etwas anfan­gen. Zur Erklä­rung: Osmi­um – Che­mi­sches Sym­bol Os/Ordnungszahl 76 – ist ein Neben­pro­dukt des Pla­tin­ab­baus. „Es ist ein har­tes, sprö­des, stahl­blau­es Über­gangs­me­tall und gehört zu den Pla­tin­me­tal­len“, schreibt osmium.info. In sei­ner ursprüng­li­chen Form soll es sehr stark nach Knob­lauch rie­chen (grie­chi­schen Osme = Geruch) und gilt als toxisch. 

Was macht Osmium spannend als Investition? 

Man soll in ein nach Knob­lauch stin­ken­des, gif­ti­ges Pul­ver inves­tie­ren? Nein. Das Osmi­um, das Insti­tu­te in Ver­kehr brin­gen, wird auf­wen­dig ver­ar­bei­tet, bis es mehr oder weni­ger ein glit­zern­des Klein­od ist. „In eini­gen Pro­zess­tei­len, die in Sum­me und im Durch­schnitt bis zu 160 Mal zu durch­lau­fen sind, wird das Roh­os­mi­um zunächst hoch­ge­r­ei­nigt und dann kris­tal­li­siert“, fasst Scar­lett Clauss den Ver­ar­bei­tungs-Pro­zess zusam­men. Die 27-jäh­ri­ge ist Vize-Direk­to­rin des Osmi­um Insti­tuts. Das Unter­neh­men mit Sitz in Mur­nau am Staf­fel­see zer­ti­fi­ziert Osmi­um und bringt es in den Ver­kehr. Es gewähr­leis­tet nach eige­nen Anga­ben einen ein­heit­li­chen Umgang im Han­del. Mitt­ler­wei­le wird die Rari­tät in 30 Län­dern der Welt auf allen fünf Kon­ti­nen­ten ange­bo­ten und ist in Krei­sen der Sach­an­le­ger sehr bekannt. „Der Weg zum Main­stream steht jetzt bevor“, pro­phe­zeit Clauss. 

Endlich, selten und fälschungssicher 

Doch war­um soll Osmi­um als Sach­wert­an­la­ge durch­star­ten? Osmi­um ist sel­ten und end­lich. 10.000 Ton­nen Pla­ti­nerz ent­hal­ten ledig­lich etwa 30 Gramm Osmi­um. „In abseh­ba­rer Zeit wer­den alle Minen, die abbau­ba­res Osmi­um ent­hal­ten, erschöpft sein oder sich in einer Tie­fe befin­den, in der sich der wirt­schaft­li­che Abbau kaum mehr lohnt“, erläu­tert Clauss. Denn mit jedem Kilo­me­ter wür­de der Abbau teu­rer und ab drei Kilo­me­tern Tie­fe sei er fast uner­schwing­lich. Ange­bot und Nach­fra­ge könn­ten den Markt zuguns­ten des Edel­me­talls bestim­men. 

Wei­te­rer Punkt: Osmi­um gilt als fäl­schungs­si­cher. Das kris­tal­li­sier­te Osmi­um sei wegen sei­ner hohe Dich­te und mar­kan­ten Ober­flä­chen­struk­tur abso­lut fäl­schungs­si­cher erläu­tert Clauss. „Alle Stü­cke, die durch das Insti­tut in Ver­kehr gebracht wer­den, besit­zen ein Online-Zer­ti­fi­kat, dem hoch­auf­lö­sen­de Scans der Ober­flä­che bei­gefügt sind“, erklärt Clauss. Der soge­nann­te Osmi­um-Iden­ti­fi­ca­ti­on Code (OIC) und die dazu­ge­hö­ri­ge Zer­ti­fi­zie­rung soll bereits auf einem Qua­drat­mil­li­me­ter Flä­che 10.000 Mal siche­rer sein, als ein mensch­li­cher Fin­ger­ab­druck. 

Fäl­schungs­si­cher, end­lich, sel­ten und glit­zern tut es auch noch. Kein Wun­der, dass sich der eine oder ande­re Finanz­be­ra­ter eine Bei­mi­schung von Osmi­um im Port­fo­lio vor­stel­len kann.

Wie viel kostet ein Kilo Osmium? 

Der von den welt­wei­ten Osmi­um-Insti­tu­ten ein­ge­rich­te­te Pri­mär­markt für kris­tal­li­nes Osmi­um ist seit sei­nen Anfän­gen im Jahr 2017 stark gewach­sen. Vor vier Jah­ren lag der Preis noch bei 810 Euro je Gramm. Mit Stand Novem­ber 2022 liegt der Preis für ein Kilo Osmi­um bei fast zwei Mil­lio­nen Euro.  

Wie lässt sich in Osmium anlegen? 

Ob sei­ner Beschaf­fen­heit könn­te Osmi­um für Indus­trie- und Medi­zin­tech­nik inter­es­sant sein. Aber es ist vie­len schlicht­weg zu teu­er und sel­ten. Der Markt sieht Osmi­um eher als Anlage‑, Inlay- und Schmuck­me­tall. Schmuck­stü­cke sei­en ab 2.000 Euro zu bekom­men, sagt Clauss. Nach oben sei die Preis­ska­la offen. 

Im Früh­jahr 2014 stell­te Hub­lot mit der „Clas­sic Fusi­on Tour­bil­lon Fir­ma­ment“ die ers­te Uhr mit Osmi­um Zif­fern­blatt vor. Kos­ten etwa 133.000 Euro. Als aktu­ell teu­ers­tes Stück auf dem Markt nennt Clauss eine Vio­li­ne. Die sei mit über 600 Osmi­um-Inlays ver­ziert und habe einen geschätz­ten Wert von 1,4 Mil­lio­nen Euro.  

In Osmium investieren 

Wer sich für exo­ti­sche und spe­ku­la­ti­ve Geld­an­la­gen begeis­tert, dürf­te ein Invest in Osmi­um inter­es­sant fin­den. Und natür­lich, wer das nöti­ge Geld hat und sich in eines der Schmuck­stü­cke ver­liebt. Soll­te sich der Osmi­um-Wert nicht dia­go­nal, son­dern waag­recht oder nach unten ent­wi­ckeln, hat man even­tu­ell kei­ne enor­me Gewinn­stei­ge­rung. Doch alle­mal ein schö­nes Schmuck­stück.   

Wis­sen soll­ten Inves­tie­ren­de, dass Osmi­um – wie auch Gold oder Dia­man­ten – kei­ne Zin­sen zahlt und kei­ne Divi­den­de aus­schüt­tet, son­dern „rum­liegt“ und im Wert stei­gen kann.  

Von Rohstoffen, Nachhaltigkeit und Umwelt  

Wer aus­schließ­lich nach­hal­ti­ge und fai­re Pro­duk­te im Port­fo­lio haben möch­te,  könn­te mit dem The­ma Osmi­um nicht glück­lich sein. „Bau­en wir Roh­stof­fe ab – unab­hän­gig davon, ob es nun nach­wach­sen­de oder nicht-nach­wach­sen­de sind –, dann geht das häu­fig zu Las­ten der Umwelt“, klärt die Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW auf. Berg­bau braucht Unmen­gen von Was­ser und trägt manch­mal dazu bei, dass sogar Flüs­se aus­trock­nen, da der Grund­was­ser­spie­gel sinkt. Grund­was­ser könn­te mit Schad­stof­fen, und Schwer­me­tal­len die even­tu­ell frei­ge­setzt wer­den eben­so belas­tet wer­den wie die Men­schen. Gera­de in Ent­wick­lungs­län­dern bekä­men Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter sehr nied­ri­ge Löh­ne für teils gesund­heits­schäd­li­che Arbeit. Arbeits­schutz wird oft klein­ge­schrie­ben. Neben den Arbei­tern lei­den auch Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner. „In Süd­afri­ka wur­den bei­spiels­wei­se 7.000 Men­schen aus ihrer Hei­mat ver­trie­ben, um einer neu­en Pla­tin­mi­ne Platz zu machen.“ 

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