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Muttermilch aus dem Labor

2021-12-16T09:19:39+01:0016. Dezember 2021|

Die Mut­ter­milch stammt aus der Brust. Die­ser Satz galt bis Juni 2021. Damals bra­chen die bei­den Mache­rin­nen des Start-ups „Bio­milq, Michel­le Egger und Lei­la Strick­land, mit die­ser uralten Regel. 

Von Mat­thi­as Lauerer

Gene­rell gilt: Müt­ter hel­fen, Säug­lin­ge mit den lebens­wich­ti­gen Nähr­stof­fen zu ver­sor­gen, die sie benö­ti­gen. Doch was, wenn es beim Stil­len nicht klappt und sich die Babys quer­stel­len? Oder sich der Kör­per von Müt­tern wei­gert, Milch zu produzieren?

Nicht immer so einfach

Stil­len kann auf­grund von Pro­ble­men beim Anle­gen, Schmer­zen, Erschöp­fung und unzu­rei­chen­der Milch­ver­sor­gung nicht so gut funk­tio­nie­ren. In den USA ist nur jede vier­te Mut­ter dazu in der Lage, in den ers­ten sechs Mona­ten nach der Geburt aus­schließ­lich zu stil­len, wie es die US „Aca­de­my of Pediatrics“ und die „WHO“ emp­feh­len. 46,3 Pro­zent der jun­gen Müt­ter gelingt das drei Mona­te lang. Die­se Zah­len ermit­tel­te die US-Behör­de „Cen­ters for Dise­a­se Con­trol and Pre­ven­ti­on“, kurz „CDC“ 2021.

Erfahrungen dazu

Anruf bei einer Freun­din: „Du, wie war das bei Dir mit dem Stil­len?“ Es folgt eine unge­wöhn­lich lan­ge Pau­se. Dann sagt sie lei­se: „Es hat gedau­ert und wir muss­ten uns bei­de erst dar­an gewöh­nen. Manch­mal war ich davon wirk­lich gestresst.“ Mir fällt auf: So sim­pel ist es nicht, über das The­ma zu spre­chen. Wie soll das also funk­tio­nie­ren mit der Milch, die nicht aus dem Kör­per der Mama stammt?

Muttermilch aus dem Labor

Fra­gen wir die Mache­rin­nen hin­ter dem Start-up „Bio­milq“. Dort möch­ten die bei­den Grün­de­rin­nen Michel­le Egger und Lei­la Strick­land „die Ernäh­rungs­lü­cke zwi­schen den unter­schied­li­chen Säug­lings­nah­rungs­op­tio­nen schlie­ßen“, wie es Michel­le Egger sagt. Im Juni 2021 gibt die Fir­ma stolz bekannt, dass man nun zum ers­ten Mal dazu in der Lage sei, ein aus mensch­li­chen Brust­zel­len gewon­ne­nes Milch­pro­dukt her­zu­stel­len. Jenes Nähr­stoff­pro­fi­le besitzt die Pro­te­ine, Fett­säu­ren und Koh­len­hy­dra­ten, wie das Original.

Patent beantragt

Was unge­wöhn­lich klingt, scheint zu funk­tio­nie­ren. Doch die Fir­ma lässt sich nicht in die Kar­ten schau­en. Nur so viel: Die Idee wur­de zum Patent ange­mel­det und mit den­sel­ben labor­ba­sier­ten Metho­den, die zur Her­stel­lung von Insu­lin ver­wen­det wer­den, stel­len die Grün­de­rin­nen wohl die Kopie der Mut­ter­milch her. „Wir wis­sen seit Jahr­zehn­ten, dass Brust­zel­len leicht außer­halb des Kör­pers gezüch­tet wer­den kön­nen“, sagt Lei­la Strick­land. „Es ist ein gän­gi­ges Modell­sys­tem für die Brust­krebs­for­schung.“ Und die Kol­le­gin Egger fügt hin­zu: „Unab­hän­gig davon, was in der Welt vor sich geht, ändern sich die Ernäh­rungs­be­dürf­nis­se eines Kin­des nicht. Im ver­gan­ge­nen Jahr leg­te das Duo Egger/Strickland los. Ihr Wunsch: die Her­aus­for­de­rung rund um eine mög­lichst natür­li­che Säug­lings­er­näh­rung zu lösen.

Unterstützung angedacht

Spre­chen wir noch ein­mal über die Stil­l­er­leb­nis­se von Frau­en, denn die sind höchst unter­schied­lich. In einer 2019er Stu­die, deren Ergeb­nis­se im „Inter­na­tio­nal Bre­ast­fee­ding Jour­nal“ erschie­nen, heißt es: „Müt­ter von Früh­ge­bo­re­nen befin­den sich in einer expo­nier­ten und ver­letz­li­chen Situa­ti­on, wenn sie im ers­ten Jahr mit dem Stil­len begin­nen. Ein Bewusst­sein für die Viel­falt der Stil­ler­fah­run­gen kann dazu bei­tra­gen, pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge- und Unter­stüt­zungs­be­zie­hun­gen anzu­bie­ten.“ Wenn hier die Alter­na­ti­ve von „Bio­milq“ hilft, wäre das ein Anfang.

Beginn im Pandemiejahr

Der Start­punkt der Fir­ma liegt im Anfang des Jah­res 2020, denk­bar schlecht, wenn man auch an pan­de­mie­be­ding­te Shut­downs denkt, die auch „Bio­milq“ tref­fen. „Wir muss­ten krea­tiv wer­den, um schnell Leu­te zu fin­den“, sagt Egger. Als Mil­lio­nen auf dem Glo­bus auf Fer­n­ar­beit umstel­len, fin­den die Frau­en Wege, vir­tu­ell mit Investor:innen und neu­en Crew­mit­glie­dern zusammenzuarbeiten.

Geldsegen von Investor:innen

Den Investor:innen scheint die Idee hin­ter dem Start-up zu mun­den. Im Som­mer 2020 gab man den bei­den Grün­de­rin­nen sat­te 3,5 Mil­lio­nen US-Dol­lar und im Okto­ber 2021 folg­ten noch ein­mal 21 Mil­lio­nen US-Dol­lar. Sicher, noch steht die Ersatz­milch nicht in Apo­the­ken oder Dro­ge­rien im Regal, aber ein Anfang ist gemacht. 

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