Startseite/Money Makers
  • Aja Jaff
    Aja Jaff, © Aya Jaff/Edition F

Money Makers

2021-11-30T12:39:44+01:0030. November 2021|

Moder­ne Geld­ma­cher:innen sind anders: die Span­ne reicht heu­te von einer kon­ser­va­ti­ven EZB-Prä­si­den­tin wie Chris­ti­ne Lagar­de bis hin zum schil­lern­den Kar­da­shi­an-Clan. Sie eint ihre gute Bezie­hung zu Geld. Sie­ben Money-Maker-Per­sön­lich­kei­ten aus dem gleich­na­mi­gen Rat­ge­ber der Digi­tal­spe­zia­lis­tin Aya Jaff haben wir unter die Lupe genommen.

Von Michae­la Stemper

Christine Lagarde, EZB-Präsidentin 

Sti­li­ko­ne aller Busi­ness­wo­men: Chris­ti­ne Lagar­de hat sich als ers­te Che­fin des inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds IWF und EZB-Prä­si­den­tin mit dem berühm­ten Her­mès Sei­den­tuch einen Namen gemacht. Die kon­ser­va­ti­ve Lagar­de gehört auf Aya Jaffs Lis­te der Money Maker weil sie mäch­tig, selbst­be­wusst und sou­ve­rän, aber auch kri­tisch ist. Etwa als sie Ange­la Mer­kel wider­sprach. Mit einer Vor­lie­be für Cha­nel bricht sie den männ­lich, grau­en Dress­code der Finanz­bran­che und ver­schaff­te sich legen­där Gehör, als sie einst den Kno­ten ihres Hals­tu­ches lös­te, um ihre Kampf­be­reit­schaft in einer Dis­kus­si­ons­run­de zu demons­trie­ren. Lagar­des Rei­sen füh­ren sie rund um den Glo­bus – zu nicht immer ange­neh­men Gesprä­chen. Ihr Trick: bei jeder Rei­se gibt es eine rei­ne Frau­en­run­de. Die sprä­chen näm­lich offe­ner über schwie­ri­ge The­men. 

Cornelia Eidloth, Börsenmoderatorin 

Es ist nicht immer leicht, Role­mo­dels unter Gleich­ar­ti­gen zu fin­den. Aya Jaff ist beein­druckt von Cor­ne­lia Eid­loth, die sie bei einer Vor­le­sung zum The­ma Zukunfts­de­sign ken­nen­lernt. Die zier­li­che Bör­sen­mo­de­ra­to­rin geht spon­tan auf Jaff zu. Es beginnt ein reger Aus­tausch über Akti­en und Bör­se. Die kom­pe­ten­te und selbst­si­che­re Hal­tung der blon­den Spre­che­rin gepaart mit Femi­ni­tät beein­druckt Jaff. Wer Bör­sen­nach­rich­ten mit Lei­den­schaft und Charme ver­mit­teln kann, ver­mit­telt auch ein gutes Money Mind­set. Ist es dann auch noch ver­ständ­lich für Jung und Alt, geht man als weib­li­ches Vor­bild vor­an. Cor­ne­lia Eid­loth sagt, sie erle­be vie­le Frau­en als zurück­hal­tend beim The­ma Bör­se. Aber auch Män­ner hät­ten Ängs­te und Vor­ur­tei­le. Ihr Tipp: Ein­stei­ger­for­ma­te auf You­Tube erleich­tern den Anfang. 

Natascha Wegelin, Finanzbloggerin Madame Moneypenny 

„Ich muss mich selbst um mei­ne Finan­zen küm­mern, es ist alter­na­tiv­los“, gibt Nata­scha Wege­lin schlicht zu Pro­to­koll. Aya Jaff frag­te die als Madame Money­pen­ny bekann­te Nata­scha nach dem War­um. „Weil ent­we­der wir das Geld beherr­schen oder das Geld uns beherrscht. Ers­te­res ist deut­lich ange­neh­mer“, lau­te­te die unver­blüm­te Ant­wort. Die BWL-Stu­den­tin aus dem Ruhr­ge­biet schaff­te nur eine „glück­li­che Vier in Mathe“, hat aber bereits mehr­fach erfolg­reich gegrün­det und brennt für das The­ma Finan­zen. Sie setzt auf Wis­sen. Mit ihrem Blog, Rat­ge­bern und Work­shops begeis­tert sie unter­schied­li­che Alters­grup­pen für Anla­ge- und Vor­sor­ge­the­men. Nicht nur Aya Jaff, son­dern auch vie­le ande­re füh­len sich durch Madame Money­pen­ny emo­tio­nal abge­holt. Das pas­siert auch, weil sie all­täg­li­che Lebens­si­tua­tio­nen beleuch­tet. Ihr Extra-Tipp: „Human­ka­pi­tal ist mei­ne abso­lu­te Lieb­lings­in­ves­ti­ti­ons­art.“ 

Jack Ma, Gründer Alibaba 

Einer der bei­den männ­li­chen Money Maker, die hier vor­ge­stellt wer­den, ist Jack Ma, der Grün­der der Online-Platt­form Ali­b­a­ba. Was wir von ihm ler­nen kön­nen? Man muss nicht Wirt­schaft stu­die­ren, um ein erfolg­rei­cher Unter­neh­mer zu wer­den. Der Eng­lisch­leh­rer fiel sogar zwei­mal durch die Zulas­sungs­prü­fung zur Uni­ver­si­tät und lan­de­te schließ­lich als Über­set­zer in den USA. Fas­zi­niert vom Poten­ti­al der damals neu­en Inter­net­tech­no­lo­gie ging er 1999 ins Risi­ko und lieh sich 60.000 US-Dol­lar. Damit grün­de­te er Ali­b­a­ba. Was als chi­ne­si­sche Kopie von Ama­zon begann, ist heu­te die größ­te B2B-Han­dels­platt­form der Welt. Aya Jaff fas­zi­nie­ren die Per­sön­lich­kei­ten, die hin­ter den gro­ßen chi­ne­si­schen Unter­neh­men Bai­du, Ali­b­a­ba, und Ten­cent (die „BAT-Gang“) ste­hen. Sind sie doch meist unbe­kann­ter als ihre US-Pen­dants Zucker­berg, Bezos oder Page. Jack Ma schreibt die Tra­di­ti­on des Kon­fu­zi­us fort: „Schu­len leh­ren Wis­sen, das Grün­den eines Unter­neh­mens hin­ge­gen erfor­dert Weis­heit.“ 

Melinda Gates, Stiftungsgründerin 

Big Spen­de­rin, die­sen Titel trägt Melin­da Gates als Grün­de­rin der Bill & Melin­da Gates Foun­da­ti­on nicht zu Unrecht. Auch wenn sich das Paar mitt­ler­wei­le getrennt hat, ist die mit über 46 Mil­li­ar­den US-Dol­lar größ­te Pri­vat­stif­tung der Welt doch vor­nehm­lich ihr Werk. Aya Jaff sieht Melin­da Gates als Vor­bild. Nicht nur weil die­se Com­pu­ter­wis­sen­schaf­ten stu­diert hat, son­dern auch wegen ihrer Art, schwie­ri­ge, glo­ba­le Pro­ble­me beherzt anzu­ge­hen. So setzt die wohl­tä­ti­ge Stif­tung immer wie­der Zei­chen gegen man­geln­de Gesund­heits­ver­sor­gung und extre­me Armut und ermög­licht den Zugang zu Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie und Bil­dung. Wer eine nega­ti­ve Grund­hal­tung zum The­ma Geld hat und glaubt, es ver­der­be den Cha­rak­ter, soll­te sich Men­schen wie Melin­da Gates zum Vor­bild neh­men. Übri­gens, die Geschäfts­frau hat mit ande­ren im ver­gan­ge­nen Jahr 40 Mil­lio­nen US-Dol­lar für das The­ma Gleich­be­rech­ti­gung inves­tiert. 

Warren Buffett, Investor Berkshire Hathaway 

Das er ein­mal zur der Top 10 der reichs­ten Men­schen der Welt gehö­ren wür­de, danach sah es für den jun­gen War­ren Buf­fett nicht aus. Die Fami­lie aus Oma­ha war so arm, dass die Mut­ter hun­ger­te, um alle satt zu bekom­men. Buf­fett war aller­dings schon früh geschäfts­tüch­tig: er ver­kauf­te Cola-Fla­schen und gebrauch­te Gold­bäl­le, trug Zei­tun­gen aus und las alles, was er über Kapi­tal­an­la­ge fin­den konn­te. Die­ser Eifer hat sogar Aya Jaff inspi­riert: Geschäfts­tüch­tig schrieb sie Busi­ness­plä­ne und grün­de­te etwa ein Netz­werk für Schü­ler­jobs. Buf­fetts Men­tor an der Uni galt als „Vater der Fun­da­men­tal­ana­ly­se“, nach des­sen Prin­zi­pi­en der wohl berühm­tes­te Inves­tor der USA (das „Ora­kel von Oma­ha“) bis heu­te inves­tiert. Das heißt, er kauft unter­be­wer­te­te Akti­en mög­lichst güns­tig. Man nennt das auch Value-Inves­ting. Zwei sei­ner Weis­hei­ten gibt man ger­ne Neu­lin­gen auf dem Bör­sen­par­kett mit: „Kau­fe nur, was du ver­stehst“ sowie „Kau­fe-und-Hal­te (Buy-and-Hold)“. 

Kylie Jenner, Influencerin und jüngste Selfmade-Milliardärin 

Man mag den Kopf schüt­teln über die Kar­da­shi­ans, ihren Stil und die Art ihr Leben in die Öffent­lich­keit zu tra­gen. Aber, und das macht Kylie Jen­ner zu Jaffs Money Maker, das Geschäfts­mo­dell geht auf. Die jüngs­te Kar­da­shi­an Toch­ter ver­dient Mil­lio­nen mit einem Kos­me­tik-Unter­neh­men, das ihr zu 100 Pro­zent gehört. Durch den Ver­kauf von Lip­pen­stif­ten und Eye­li­nern, die sie auf Social Media und im TV prä­sen­tier­te, ver­zeich­ne­te ihr Busi­ness schnell ein so star­kes Wachs­tum, wie es sel­ten in der Bran­che ist. Der welt­weit bekann­ten Influ­en­ce­rin fol­gen mitt­ler­wei­le 280 Mil­lio­nen auf Insta­gram. Und sie ver­steht es, die­se Beliebt­heit zu mone­ta­ri­sie­ren. Klar, das Busi­ness­mo­dell taugt nicht für jeden, zeigt aber, dass mehr unter der deko­ra­ti­ven Ober­flä­che steckt. Ein Busi­ness-Rat­ge­ber die­ser Aus­nah­me-Unter­neh­me­rin fehlt Aya Jaff und vie­len ande­ren lei­der noch.  

Aya Jaff zeigt anhand unter­schied­li­cher Per­sön­lich­kei­ten in „Money Makers“ auf, wie man die Bör­se für sich ent­de­cken kann.

Buchcover Moneymakers

Buch­co­ver Moneymakers

Der Rat­ge­ber (ISBN 978–3‑95972–022‑9) ist im Finanz­Buch Ver­lag, Mün­chen erschienen.

In der aktu­el­len Cou­ra­ge 06/2021 erfahrt ihr mehr über Aya Jaff, Techie & Tau­send­sas­sa.

Unser gra­tis Newsletter

Noch mehr Infos für dich

Passives Zusatzeinkommen: 1000 Euro mit ETFs. Nicht einfach – aber machbar

Ein Ver­mö­gen auf­bau­en, ohne zu arbei­ten. Das geht nicht über Nacht. Aber pas­si­ve Ein­künf­te las­sen sich schon mit über­schau­ba­rem Start­ka­pi­tal auf­bau­en. Zeit und Geduld sind die Grund­vor­aus­set­zun­gen. Was aus 150 Euro Spar­ra­te wird, wie viel Kapi­tal es braucht, um auf 1.000 Euro Zusatz­ein­kom­men zu kom­men. Und wie lan­ge das dauert.

Ausblick: Drittes Pandemie-Jahr mit Hoffnung und Gegenwind für die Biotech-Branche

Im drit­ten Jahr der Coro­na-Pan­de­mie bleibt die Bio­tech- und Phar­ma-Bran­che eine der wich­tigs­ten Bran­chen der Welt. Denn Bio­tech ist nicht nur Coro­na-For­schung. Die Demo­gra­phie ist und bleibt ein wich­ti­ges For­schungs­the­ma. Dar­über hin­aus wach­sen die Hoff­nun­gen auf ande­re Medi­ka­men­te. Der Bör­sen-Gegen­wind könn­te aber rau­er werden…

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben