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Meme-Stocks: Warum gehypte Aktien keine gute Anlage sind

2021-09-27T08:56:44+02:0026. September 2021|

Manch­mal gehen Akti­en­kur­se nur des­halb durch die Decke, weil sich Tau­sen­de Kleinanleger:innen in sozia­len Netz­wer­ken zum Kauf ver­ab­re­det haben. Expert:innen raten ein­dring­lich von sol­chen soge­nann­ten Meme-Stocks ab.

Von Celi­ne Schäfer

„Windeln.de, da geht noch eini­ges!“, schreibt „Herr Jojo“ im Juni die­ses Jah­res bei Red­dit, einem Inter­net­fo­rum, das welt­weit mehr als 50 Mil­lio­nen Nutzer:innen ver­zeich­net. „Ich inves­tie­re noch­mal 1.500 Euro in die Win­deln“, ant­wor­tet ein ande­rer Nut­zer. Das Unter­fo­rum, in dem sich die bei­den über die Aktie des Online-Ver­sand­han­dels für Baby- und Kin­der­ar­ti­kel unter­hal­ten, ver­sam­melt rund 3.600 Mit­glie­der. Sie bera­ten dar­über, wel­che Wert­pa­pie­re sie als nächs­tes kau­fen wol­len. Die Fol­ge von Auf­ru­fen wie dem von „Herrn Jojo“: Der Wert der Windeln.de-Aktie schießt Anfang Juni 2021 inner­halb von nur vier Han­dels­ta­gen von 0,95 Euro auf 5,10 Euro. „Es geht ab“, freut sich ein Red­dit-Nut­zer. Die Freu­de ist indes nur von kur­zer Dau­er. Inzwi­schen liegt der Kurs der Aktie wie­der deut­lich tiefer.

Was bei Windeln.de pas­siert ist, gab es auch schon bei Game­S­top und Black­ber­ry: Tau­sen­de Kleinanleger:innen ver­ab­re­den sich in Inter­net­fo­ren zum gemein­sa­men Akti­en­kauf und las­sen den Kurs einer Aktie inner­halb weni­ger Tage explo­die­ren. Für sol­che Titel hat sich die Bezeich­nung „Meme-Stocks“ eta­bliert. Memes sind Medi­en­in­hal­te, die sich mas­sen­haft über das Inter­net ver­brei­ten – etwa lus­ti­ge Bil­der oder Vide­os, manch­mal aber auch nur der Auf­ruf zu einem eigent­lich absur­den Akti­en­kauf. Absurd, denn: Meme-Stocks wer­den nicht gekauft, weil sich die Unter­neh­men dahin­ter so gut ent­wi­ckeln wür­den. Was zählt, ist ein­zig der Hype in sozia­len Netzwerken.

Warum Meme-Aktien entstanden sind

„Einer der Grün­de, war­um Meme-Akti­en über­haupt erst ent­stan­den sind, ist FOMO, also die Angst, etwas zu ver­pas­sen“, erklärt Dave Seka­ra, US-Chef­stra­te­ge der Rating­agen­tur Morningstar. Das Akro­nym FOMO steht für „Fear of mis­sing out“. „Sie wird durch zu vie­le Leu­te ange­heizt, die damit prah­len, sich mit die­sen Tra­des eine gol­de­ne Nase ver­dient zu haben“, sagt Seka­ra. Sobald der Hype und mit ihm die FOMO ver­flo­gen sind, bricht der Kurs ein. Wer dann immer noch inves­tiert ist, ver­zeich­net je nach Ein­stiegs­zeit­punkt oft hef­ti­ge Kursverluste.

Expert:innen raten Kleinanleger:innen ein­dring­lich davon ab, Meme-Stocks zu kau­fen – vor­aus­ge­setzt, sie wol­len damit wirk­lich Ren­di­te erzie­len und nicht nur Teil eines Inter­net-Hypes sein. So meint etwa And­rey Wolfs­bein von der Invest­ment­ge­sell­schaft Free­dom Finan­ce: „Man soll­te sich bewusst sein, dass es sich bei Meme-Stocks nur um Spe­ku­la­tio­nen han­delt und dass die Akti­en sehr vola­til sind.“ Die hohe Erwar­tungs­hal­tung kom­me aus­schließ­lich durch den Hype zustan­de, ohne fun­da­men­ta­len Hin­ter­grund. Die Fol­ge: Die Kur­se kön­nen inner­halb kür­zes­ter Zeit mas­siv stei­gen oder fal­len – und wer sich nicht gera­de im ent­spre­chen­den sozia­len Netz­werk her­um­treibt, hat kei­ne Ahnung, was mit der Aktie pas­siert. Zeigt ein Kurs-Chart eine soge­nann­te Fah­nen­stan­ge, eine bei­na­he senk­rech­te Auf­wärts­be­we­gung, ist des­halb Vor­sicht geboten.

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