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  • Die meisten Anleger:innen haben schon mal versucht, den Markt zu timen, ©hakinmhan - stock.adobe.com

Market Timing: Schwankungen – na und?

2022-08-19T13:12:12+02:0022. August 2022|

„Güns­tig“ ein­stei­gen, wenn die Kur­se fal­len? Wer hat nicht schon ver­sucht, genau den „rich­ti­gen“ nied­ri­gen Ein­stiegs­punkt zu fin­den. Aber spielt der lang­fris­tig wirk­lich eine Rol­le? 

Von Ant­je Erhard

Tief­rot sind die Kurs­lis­ten in die­sem Jahr an der Bör­se. Rezessions‑, Zins- und Kon­junk­tur­sor­gen krat­zen erheb­lich an Stim­mung und Wer­ten. Und da juckt es so manche:n in den Fin­gern, „recht­zei­tig“ in den Markt ein­zu­stei­gen. Mög­lichst weit unten, mög­lichst güns­tig. Aller­dings ver­las­sen sich vie­le dabei auf das Bauch­ge­fühl – und lie­gen meis­tens dane­ben. Out­per­for­mance Fehl­an­zei­ge. Denn ob wir eine Aktie auf ihrem Tief kau­fen und ihrem Hoch ver­kau­fen, wis­sen wir erst in der Rück­be­trach­tung.  

Selbst gefallene Aktien können noch teuer sein 

Außer­dem ist ein blo­ßer Kurs­rück­gang kein Kauf­ar­gu­ment. Eine Aktie kann selbst dann noch teu­er sein, wenn sie 20 oder 30 oder gar 50 Pro­zent an Wert ver­lo­ren hat. Ob eine Aktie teu­er oder güns­tig ist, das zeigt nur eine fun­dier­te Ana­ly­se. Geschäfts­mo­dell, Peer-Group-Ver­gleich, Manage­ment-Kom­pe­tenz, kon­junk­tu­rel­les Umfeld usw. Es kommt auf vie­le Fak­to­ren an. 

Aber es gibt Mög­lich­kei­ten, stra­te­gisch vor­zu­ge­hen. Aus­ge­hend von der „The trend is your friend“ wol­len die­se Investor:innen das posi­ti­ve Momen­tum nut­zen. Man nennt das auch Momen­tum-Stra­te­gie. Die sin­gu­lä­re Bezeich­nung ist aller­dings irre­füh­rend – es gibt ver­schie­de­ne Momen­tum-Stra­te­gien. Sie erfor­dern viel Bör­sen­wis­sen und viel Erfah­rung. Es braucht außer­dem viel Zeit, um Akti­en aus­zu­wäh­len, die attrak­tiv bewer­tet sind. Meist wer­den hier­bei die Ren­di­ten der ver­gan­ge­nen Mona­te als Basis genom­men und davon die bes­ten Akti­en selek­tiert. Das will gekonnt sein. Außer­dem ist es risi­ko­reich, nur eine ein­zi­ge Stra­te­gie anzu­wen­den. 

Weniger als ein Prozent der Handelstage entscheidend 

Wenn man den Markt timen möch­te, ist höchs­tens eine Alter­na­ti­ve, Liqui­di­tät vor­zu­hal­ten, um in der Kri­se oder bei einem Crash inves­tie­ren zu kön­nen. Aber auch da stellt sich natür­lich die Fra­ge: Wann ist die­ser Zeit­punkt? Und wel­che Akti­en sind es Wert? 

Stu­di­en bele­gen, dass beim S&P 500 über 20 Jah­re die 35 bes­ten Han­dels­ta­ge für alle Gewin­ne ver­ant­wort­lich sind. Als nicht ein­mal ein Pro­zent der Han­dels­ta­ge. Genau die­se Tage zu erwi­schen, ist haupt­säch­lich dann mög­lich, wenn man dau­er­haft lang­fris­tig inves­tiert ist. 

Denn vor allem wenn die Kur­se nach einem Crash wie­der stei­gen, sind vie­le pri­va­te Anleger:innen noch nicht dabei. Sie stei­gen häu­fig erst ein, wenn die Kur­se schon ein gutes Stück ange­zo­gen haben. In der Hoff­nung dar­auf, dass die Hausse wei­ter­geht.  

Der Ausstieg 

Nächs­te Hür­de: Mit dem ver­meint­lich güns­ti­gen Ein­stieg ist die Fra­ge des Timings nicht abge­schlos­sen: Denn nun soll auch noch der per­fek­te Aus­stieg gefun­den wer­den. Doch wann ist der „rich­ti­ge“ Zeit­punkt aus­zu­stei­gen?  

Den Markt zu timen ist ein schier unmög­li­ches Unter­fan­gen – vor allem für Pri­vat­an­le­ger. Viel­mehr ist an der Bör­se neben der eige­nen Stra­te­gie eine brei­te Streu­ung das A und O. So ver­teilst du die Risi­ken, die es an der Bör­se unwei­ger­lich gibt. Grund­sätz­lich gilt: Bleib dei­ner Stra­te­gie treu. Lass dich nicht von fal­len­den Kur­sen aus der Ruhe brin­gen. Du inves­tierst lang­fris­tig. Das ist ein­fa­cher, als stän­dig Kur­se che­cken zu müs­sen, zu timen und Kos­ten zu pro­du­zie­ren. 

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