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Let’s talk about finance, baby!

2021-08-16T15:11:32+02:0016. August 2021|

Von Finan­zen kei­nen Plan? Nicht schlimm, fin­den die Grün­de­rin­nen Deni­se Haver­kamp und Tere­sa (Tes­sa) Wirth. In der Frau­en­fi­nanz-Com­mu­ni­ty „finan­ce, baby!“ spre­chen sie offen, modern und ohne Tabus über die schöns­te Neben­sa­che der Welt: Geld!

Wie seid Ihr zum Thema Finanzen gekommen?

Deni­se: Das war zuhau­se kein The­ma. Mei­ne Mama ver­dien­te wenig als Fri­seu­rin und riet mir nur, für den Not­fall zu spa­ren. Zum 18. Geburts­tag bekam ich von mei­ner Oma 10.000 Euro. Das war mein Ticket ins Leben – für‘s Stu­di­um, Rei­sen. Der fünf­stel­li­ge Betrag war für mich nie endend. Und dann war er eben doch weg.

Ganz?

Deni­se: Nein, es blie­ben 700 Euro. Und als in mei­nem ers­ten Job wäh­rend der Pan­de­mie plötz­lich Kurz­ar­beit und Arbeits­lo­sig­keit im Raum stan­den, mach­te mir das extrem Angst. In mei­ner Panik such­te ich nach Lösun­gen. Ich stieß auf das Aya Jaffs Rat­ge­ber „MONEY MAKERS: Wie du die Bör­se für dich ent­de­cken kannst“. Aber mehr fand ich nicht. Ich dach­te: So habe ich kei­ne Chan­ce, das che­cke ich nicht. Trotz­dem begann ich, mit Freun­din­nen zu spre­chen, dann mit Freun­din­nen von Freun­din­nen und spä­ter mit Fremden.

Tessa, warst Du eine dieser Freundinnen?

Tes­sa: Ja, und ich kom­me eben auch nicht aus der Finanz­bran­che. Geld war zwar in mei­ner Kind­heit mit Haus und Gar­ten erst­mal kein The­ma. Es wur­de aber zum Rie­sen­the­ma, als sich mei­ne Eltern schei­den lie­ßen. Plötz­lich stan­den wir ohne Unter­halt da. Ich hat­te ein Spar­buch, aber kei­nen Plan. Als ich Deni­se auf der Arbeit ken­nen­lern­te, war sie die ers­te, die offen mit mir über Finan­zen sprach und der ich mich öff­nen konnte.

Aus diesen Gesprächen entstand „finance, baby!“?

Deni­se: Unvor­stell­bar, dass aus­ge­rech­net wir ein Finanz-Start-up grün­den wür­den. Denn wir stan­den doch am Anfang mit all unse­ren Fra­gen. Im Nach­hin­ein war das ein gro­ßes Geschenk, weil wir uns mit unse­ren Nut­ze­rin­nen ent­wi­ckeln konnten.

Tes­sa: Natür­lich gab es vor­her Fema­le Finan­ce Web­sites. Aber wir hat­ten nie das Gefühl, die Ziel­grup­pe zu sein – zu kon­ser­va­tiv, zu unper­sön­lich. Viel­mehr hät­te ich mir gewünscht, eine Sei­te zu fin­den, die sagt “Hey, wir machen das gemein­sam. Nicht schlimm, wenn Du noch nichts weißt.“ Aber „Girls Just Wan­na Have Funds“ hat mich ein­fach nicht ange­spro­chen. Ich wuss­te nicht, was Fonds waren. Geschwei­ge denn, ob ich wel­che haben wollte.

Euer magischer Gründungsmoment war …?

Deni­se: Als auch bei uns die The­men Kür­zun­gen, Kün­di­gun­gen und Co. kur­sier­ten. Ich dach­te nur: Feu­ert jeden in die­sem Laden, aber nicht Tes­sa! Ich kann mir nicht vor­stel­len, ohne sie zu arbei­ten. Da wuss­te ich, dass ich mit ihr grün­den will.

Warum der Name „finance, baby”?

Deni­se: „Finan­zen“ klingt doof, also „finan­ce“. Für unse­re Genera­ti­on ist „…, baby!“ eine locke­re Auf­for­de­rung etwas zu tun. Des­halb spricht es die rich­ti­ge Ziel­grup­pe an. Es klingt jung, nach Spaß und bricht das Tabu, dass Finan­zen ver­nünf­tig sein müssen.

In drei Sätzen. Was ist die Plattform für Euch?

Tes­sa: Ein Safe Space, das heisst ein Ort der Ermu­ti­gung, an dem man sich sicher fühlt. Eine neue Art der Finanz-Community.

Deni­se: Eine direk­te Ver­bes­se­rung der All­tags­fi­nan­zen, denn es geht um die prak­ti­sche Umset­zung. Den größ­ten Mut braucht es, Finanz­wis­sen in die Tat umzu­set­zen. Wir gehen Schritt für Schritt gemeinsam.

Deni­se: Eine Lern­platt­form für Frau­en, die einen nie­der­schwel­li­gen Ein­stieg bie­tet. Finanz­wis­sen kos­tet nicht viel, ist aber notwendig.

Wie alt ist denn Eure Zielgruppe?

Deni­se: Zu uns kom­men Frau­en zwi­schen 19 und 32 Jah­ren. Dar­un­ter vie­le, die gera­de ins Berufs­le­ben star­ten. So ist auch die Anspra­che aus­ge­rich­tet. Wir holen Frau­en bei ihren Her­aus­for­de­run­gen ab: bei der ers­ten Woh­nung, dem ers­ten gemein­sa­men Kon­to oder dem ers­ten ETF-Sparplan.

Woher kamen eure ersten Kundinnen?

Tes­sa (lacht): Wir waren schon ein wenig ent­täuscht, dass unse­re Freun­din­nen nicht die aller­ers­ten Packa­ges kauf­ten. Im Ernst: etwa 70 bis 80 Pro­zent fin­den uns über Social Media. Und weil wir mit Insta­gram star­te­ten, haben wir hier auch die meis­ten Nut­zer. Wir kom­men an, weil wir offen spre­chen und nie­man­den mit Akti­en­kurs­ver­läu­fen über­for­dern. Auch Influ­en­ce­rin­nen wol­len Teil des Move­ments sein.

Wer zum Beispiel?

Tes­sa: Zum Bei­spiel Dia­na Scholl (@doandlive), auch wenn sie nur halb zählt, weil sie eine Freun­din ist. Oder die öster­rei­chi­sche Blog­ge­rin Kers­tin Kög­ler (@kerstinloves), die unse­re ers­te Mail bekam, als sie sich gera­de selbst um ihr Finan­zen-Mind­set küm­mern wollte.

Wie haben sich Eure Zahlen entwickelt?

Deni­se: Als wir mit dem neu­en Ins­ta-Account (@finance.baby) vor gut einem Jahr star­te­ten, waren es 100 bis 200 neue Fol­lower. So kamen auch die ers­ten hun­dert Anmel­dun­gen zu unse­rem Mini­kurs für 4,90 Euro zustan­de – der war noch ganz schlecht. Heu­te haben wir mehr als 7.000 Fol­lower. In den nächs­ten drei Jah­ren sol­len es 30.000 werden.

Was kann frau bei Euch lernen?

Tes­sa: Zum Bei­spiel Finanz­pla­nung: Was kommt am Anfang des Monats rein? Was pas­siert in der Mit­te und war­um bleibt am Ende nichts übrig? Wir fra­gen: Was sind Dei­ne Zie­le? Und wie kommst Du ihnen finan­zi­ell näher? Es hilft, posi­tiv über Geld zu den­ken. „finan­ce, baby!“ bie­tet Bör­se für ech­te Ein­stei­ge­rin­nen. Wir klä­ren, was Akti­en sind und wie man sie kauft.

Und wie lernt sie?

Deni­se: Zunächst wählt sie ein The­ma, zu dem wir 10 bis 15 Video­lek­tio­nen anbie­ten. Dazu gibt es ein E‑Book und She­ets, die sie für das spä­te­re Doing aus­fül­len kann. In der Comm­mu­ni­ty kön­nen Frau­en offen Fra­gen stel­len. Zum Bei­spiel: In wel­che Akti­en inves­tiert Ihr? Glaubt Ihr an Apple? In der pro­fes­sio­na­li­sier­ten Vari­an­te sind Live-Ses­si­ons mit Vor­trä­gen und Q&As geplant.

Ihr seid Kommunikationsprofis, aber keine Bankerinnen. Wer entwickelt die Inhalte der Academy?

Tes­sa: Es macht uns ja aus, dass wir die­sen Back­ground eben nicht haben. Wir wol­len die Mate­rie selbst ver­ste­hen. Die Kur­se geben unter ande­rem zwei jun­ge Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin­nen von DI Frau Wirt­schafts­be­ra­tung in Stuttgart.

Gibt es Themen, bei denen Ihr sagt: „Da steig ich aus“?

Deni­se: Aus­stei­gen geht zu weit. Aber in Kryp­to­wäh­run­gen arbei­te ich mich bei­spiels­wei­se gera­de erst ein. Ich kann das The­ma gut umschrei­ben, trotz­dem ver­ste­he natür­lich noch nicht alles zu 100 Pro­zent. Wir wer­den oft gefragt: Wor­in soll ich inves­tie­ren? Dar­auf gibt es kei­ne pau­scha­le Ant­wort. So, wie die eine Adi­das und die ande­re Nike trägt, muss auch die Aktie indi­vi­du­ell passen.

Noch seid Ihr angestellt. Wann kommt der Punkt, an dem Ihr „All-in“ geht?

Deni­se: Der Zeit­punkt ist nicht mehr so weit ent­fernt. Aber wir haben uns bewusst gegen Busi­ness Angel und eine exter­ne Finan­zie­rung ent­schie­den. Denn, wenn unse­re unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen mit Blick aufs Gehalt getrof­fen wür­den, wäre das schlecht. Wir fin­den ein Crowd­fun­ding passt bes­ser zu uns. Über die Com­mu­ni­ty sam­meln wir Kapi­tal für den nächs­ten Schritt: ein IT-Team, das die Aca­de­my pro­fes­sio­na­li­siert. Der Start der Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne war auf­re­gend: wir starr­ten nur noch auf den Bal­ken, der mit jedem Fun­ding-Bei­trag wuchs. Aber der Moment, an dem wir das ers­te Ziel von 12.750 Euro erreicht hat­ten, war ein­fach krass. Mitt­ler­wei­le ist die Akti­on been­det und wir haben 16.340 Euro eingesammelt.


 

Drei Top-Tipps von „finance, baby!“

  1. Start befo­re you’re rea­dy! Das galt für unse­re Grün­dung, passt aber auch für Finan­zen. Du wirst Dich nie hun­dert­pro­zen­tig bereit füh­len. Hab kei­ne Angst, etwas falsch zu machen. Wenn es schief­geht, dann lernst Du daraus.
  2. Schaff‘ Bezug zur Rea­li­tät! Bör­se hat tat­säch­lich etwas mit mei­nem All­tag zu tun. Mein Lap­top ist von Apple, Snea­kers sind von Adi­das oder Hafer­milch von Oat­ly. Inves­tie­re in Akti­en, deren Pro­duk­te du liebst.
  3. Such‘ Dir einen Spar­rings­part­ner! Geld darf kein Tabu sein. Also, ran an die Freun­din: Wie viel Geld gibst du aus? Wie viel ver­dienst du? Ein­fach anspre­chen, Fra­gen stel­len, austauschen.
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