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    Kindergeld, ©filadendron/iStock

Kindergeld: Ja oder Nein?

2021-11-29T16:00:21+01:0029. November 2021|

Bekom­men wir (noch) Kin­der­geld? Die Ant­wort ent­schei­det nicht nur über eine monat­li­che Über­wei­sung hin oder her. Denn an den Erhalt von Kin­der­geld sind ande­re Leis­tun­gen gekop­pelt. Courage-online.de erklärt, wie lan­ge Kin­der­geld fließt und was den Bezug von Kin­der­geld gefähr­den kann.  

Von Gise­la Haberer

Kin­der­geld erhal­ten fast alle, die in Deutsch­land im eige­nen Haus­halt min­der­jäh­ri­ge Kin­der auf­zie­hen: leib­li­che oder wie etwa bei adop­tier­ten Kin­dern an Eltern statt. Solan­ge Kin­der­geld fließt, gibt es auch steu­er­li­che Frei­be­trä­ge für Kin­der und wei­te­re staat­li­che Leis­tun­gen. Bei rela­tiv nied­ri­gem Ein­kom­men der Eltern wer­den zum Bei­spiel der Kin­der­zu­schlag und Leis­tun­gen aus dem Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket gewährt. Unab­hän­gig vom Ein­kom­men erhal­ten Eltern, die einen Ries­ter-Ver­trag für ihre Alters­vor­sor­ge abge­schlos­sen haben, Kin­der-Zula­gen solan­ge sie für die­se Kin­der­geld erhal­ten. Doch wie lan­ge wird Kin­der­geld über­haupt gezahlt und wann besteht kein Anspruch mehr dar­auf?    

Kindergeld: Mindestens bis zur Volljährigkeit

Kin­der­geld fließt auf jeden Fall bis zum 18. Geburts­tag des Kin­des. Danach kommt es dar­auf an: Hat ein Kind bereits einen Abschluss in der Tasche und ver­dient sein eige­nes Geld, gibt es in der Regel kein Kin­der­geld mehr. Doch solan­ge jun­ge Erwach­se­ne noch eine Aus­bil­dung, ein Stu­di­um oder einen aner­kann­ten Frei­wil­li­gen­dienst absol­vie­ren, besteht der Anspruch auf Kin­der­geld – bis zum 25. Geburts­tag.  

Kindergeld: Auch während Wartezeiten

Zwi­schen Schul­ab­schluss und Beginn der Aus­bil­dung lie­gen in der Regel ein paar Mona­te. In die­sen regu­lä­ren Über­gangs­zei­ten fließt Kin­der­geld bis zu vier Mona­te lang wei­ter. Für Kin­der, die an einem Aus­tausch­pro­gramm der EU teil­neh­men, gibt es bis zu zwölf Mona­te lang Kin­der­geld. Noch län­ger wird es wei­ter­ge­zahlt, falls ein voll­jäh­ri­ges Kind eine Berufs­aus­bil­dung auf­neh­men will, aber nicht kann: zum Bei­spiel, weil trotz vie­ler Bewer­bun­gen kei­ne Zusa­ge kommt, eine Zusa­ge kurz­fris­tig zurück­ge­zo­gen oder der Beginn der Aus­bil­dung ver­scho­ben wur­de. Auch für voll­jäh­ri­ge Kin­der, die sich arbeits­su­chend mel­den, besteht Anspruch auf Kin­der­geld: bis zum 21. Geburts­tag. Selbst dann, wenn sie in die­ser Zeit einen Mini­job aus­üben.  

Kindergeld: Auch für junge Schwangere

Unter­bre­chen jun­ge Frau­en Aus­bil­dung oder Stu­di­um vor­über­ge­hend wegen einer Schwan­ger­schaft und gehen in Mut­ter­schutz, fließt Kin­der­geld wei­ter. Neh­men sie im Anschluss Aus­bil­dung oder Stu­di­um wie­der auf, bleibt auch der Anspruch auf Kin­der­geld bestehen. Er endet aber, falls sie nach dem Mut­ter­schutz in Eltern­zeit gehen. Für jun­ge Müt­ter in Eltern­zeit gibt es kein Kin­der­geld mehr, wohl aber für ihr Neu­ge­bo­re­nes. Die jun­gen Eltern kön­nen Eltern­geld bezie­hen.  

Kindergeld: Auch bei Nebenjob während erster Ausbildung

Wäh­rend Aus­bil­dung oder Stu­di­um noch etwas neben­her ver­die­nen – das tun die meis­ten wohl nur, wenn sie es müs­sen. So kann sich der Staat leicht groß­zü­gig zei­gen. Jeden­falls dür­fen Kin­der wäh­rend ihrer ers­ten Aus­bil­dung so lan­ge neben­her arbei­ten und so viel ver­die­nen wie sie wol­len. Ihr eige­nes Ein­kom­men gefähr­det den Bezug des Kin­der­gelds in die­ser Zeit nicht.  

Kindergeld: Aufpassen bei einer zweiten Ausbildung

Hän­gen Kin­der nach ihrer ers­ten Berufs­aus­bil­dung noch eine zwei­te dran, dann ist ein Neben­job nur in Gren­zen „kin­der­geld-ver­träg­lich“. Erlaubt sind: eine Beschäf­ti­gung im Rah­men der Aus­bil­dung, ein Mini­job sowie eine Arbeits­zeit von maxi­mal 20 Stun­den pro Woche. Bis zu zwei Mona­te lang kann die Wochen­ar­beits­zeit sogar über 20 Stun­den lie­gen, wenn sie wäh­rend des Kalen­der­jah­res ins­ge­samt im Schnitt dar­un­ter bleibt. Damit sind zwei Mona­te Feri­en­job mit län­ge­rer Arbeits­zeit mög­lich, wenn unterm Jahr nicht oder deut­lich weni­ger gejobbt wird.  

Erste oder zweite Ausbildung?

„Erst- oder Zweit­aus­bil­dung“? Dazu hat der Bun­des­fi­nanz­hof bereits meh­re­re Urtei­le gespro­chen. Danach steht fest: Solan­ge ein Berufs­ziel erst nach einem wei­te­ren Aus­bil­dungs­ab­schnitt erreicht wer­den kann und die Abschnit­te zeit­lich und sach­lich eng zusam­men­hän­gen, kann alles zusam­men als Erst­aus­bil­dung gel­ten. So zählt etwa ein Mas­ter­stu­di­um zur Erst­aus­bil­dung, wenn es zeit­lich und inhalt­lich direkt an ein Bache­lor­stu­di­um anschließt. Dann gibt es Kin­der­geld, auch wenn das Kind neben­her arbei­tet. Wird der Mas­ter dage­gen neben­be­ruf­lich neben einer vol­len Erwerbs­tä­tig­keit absol­viert, ver­fällt der Anspruch auf Kin­der­geld.  

Kindergeld: bei Bedarf lebenslang

Falls sich ein erwach­se­nes Kind wegen einer Behin­de­rung nicht selbst unter­hal­ten kann, besteht auch nach des­sen 25. Geburts­tag wei­ter­hin Anspruch auf Kin­der­geld. Das ist der Fall, wenn das Ein­kom­men des Kin­des sei­nen „not­wen­di­gen Lebens­be­darf“ nicht abdeckt. Die Höhe die­ses Bedarf setzt sich aus dem steu­er­li­chen Exis­tenz­mi­ni­mum für Erwach­se­ne (2021: 9.744 Euro) und dem behin­de­rungs­be­ding­ten Mehr­be­darf zusam­men. Das Kin­der­geld kann an die Eltern, aber auch auf das Kon­to des erwach­se­nen Kin­des über­wie­sen wer­den – etwa, wenn das behin­der­te Kind nicht mehr im Eltern­haus wohnt.  

Kindergeld: Dann ist Schluss

Nach dem 18. Geburts­tag des Kin­des wird Kin­der­geld nur dann wei­ter­ge­zahlt, wenn noch ein Anspruch besteht: Ab dann müs­sen Eltern der Fami­li­en­kas­se Aus­bil­dung oder Stu­di­um ihrer Kin­der nach­wei­sen. Grund­sätz­lich kann Kin­der­geld bis zum 25. Geburts­tag flie­ßen. Der Anspruch kann aber vor­ab aus unter­schied­lichs­ten Grün­den ent­fal­len. Zum Bei­spiel wenn Eltern bereits ähn­li­che Leis­tun­gen von ande­ren Staa­ten erhal­ten. Oder wenn ein voll­jäh­ri­ges Kind Arbeits­lo­sen­geld II bezieht. Oder wenn ein voll­jäh­ri­ges Kind in der Zweit­aus­bil­dung regel­mä­ßig mehr als 20 Wochen­stun­den erwerbs­tä­tig ist.  

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