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Isabel Schnabel soll EZB-Direktorin werden

2021-05-07T15:41:45+02:003. November 2019|

Die Wirt­schafts­wei­se Isa­bel Schna­bel, eine Exper­tin für Finanz­kri­sen und Ban­ken­re­gu­lie­rung, soll der desi­gnier­ten EZB-Prä­si­den­tin Chris­ti­ne Lagar­de zur Sei­te ste­hen. Die Ent­schei­dung des Bun­des­ka­bi­netts dürf­te aber nicht jedem gefal­len.

Die 48-jäh­ri­ge Pro­fes­so­rin der Finanz­markt­öko­no­mie an der Uni­ver­si­tät Bonn gilt zumin­dest nicht als fun­da­men­ta­le Kri­ti­ke­rin der locke­ren Geld­po­li­tik von Mario Draghi. Er tritt Ende Okto­ber von der EZB-Spit­ze ab, und ange­sichts der Null­zin­sen, die Spa­rer hart tref­fen, ist in Deutsch­land der Wunsch nach einem neu­en Kurs der Noten­bank groß.

Isa­bel Schna­bel aber warn­te jüngst im “Han­dels­blatt” davor, die EZB bei aller Kri­tik an ein­zel­nen Maß­nah­men zu ver­dam­men. “Dass Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten und Ban­ker das Nar­ra­tiv ver­stär­ken, die EZB steh­le den deut­schen Spa­rern ihr Geld, das ist gefähr­lich.” Schna­bel hält Popu­lis­mus für ris­kant. In Groß­bri­tan­ni­en hät­ten Poli­ti­ker die EU zum Sün­den­bock gemacht — der Bre­x­it sei die Folge.

Schna­bel soll der Juris­tin Sabi­ne Lau­ten­schlä­ger fol­gen, die im Sep­tem­ber über­ra­schend ihren vor­zei­ti­gen Rück­zug aus dem sechs­köp­fi­gen EZB-Direk­to­ri­um erklärt hat­te. Eine offi­zi­el­le Begrün­dung gab es nicht. Lau­ten­schlä­ger hat­te sich wie­der­holt kri­tisch zu den mil­li­ar­den­schwe­ren EZB-Anlei­he­käu­fen geäußert.

Mit Schna­bel, die seit 2014 dem Sach­ver­stän­di­gen­rat zur Begut­ach­tung der gesamt­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung ange­hört, wächst das Gewicht der Öko­no­men im EZB-Füh­rungs­gre­mi­um. Die Ent­schei­dung, die ehe­ma­li­ge Che­fin des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds und Juris­tin Lagar­de an die EZB-Spit­ze zu beru­fen, fand Schna­bel, die ihre Kar­rie­re mit drei Kin­dern unter einen Hut bekam, “bemer­kens­wert”.

Schna­bel könn­te nun hel­fen, im zer­rüt­te­ten Ver­hält­nis zwi­schen EZB und vie­len Deut­schen zu ver­mit­teln. Die Volks­wir­tin, die ihr Stu­di­um 1998 mit Note 1,0 als Jahr­gangs­bes­te abschloss, gilt als dis­kus­si­ons­freu­dig und enga­giert. Auf dem Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter zeig­te sie sich am Mitt­woch “geehrt”. Sie wer­de ihr Bes­tes geben, “um die in mich gesetz­ten hohen Erwar­tun­gen zu erfüllen”.

dpa-AFX

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