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Ins Eigentum: mit Hilfe von Kommune, Kirche und Chef*in

2021-10-14T12:06:24+02:0014. Oktober 2021|

Die eige­nen vier Wän­de sehen vie­le Men­schen als Absi­che­rung. Doch Bau­land und Immo­bi­li­en wer­den immer teu­rer – für vie­le zu teu­er. Die gute Nach­richt: Vor allem belieb­te Städ­te mit hohem Zuzug unter­stüt­zen beim Erwerb von Wohn­ei­gen­tum. Even­tu­ell hel­fen dabei auch Kir­chen und Firmen.

Von Gise­la Haberer

Rund 200 Euro kos­te­te ein Qua­drat­me­ter Bau­land Ende 2020 – so viel wie noch nie. Im bun­des­wei­ten Schnitt. Dabei gibt es gro­ße preis­li­che Unter­schie­de zwi­schen Regio­nen. In Mün­chen ist der Durch­schnitt für einen Qua­drat­me­ter­preis mehr als zehn Mal so hoch, in Sach­sen-Anhalt dage­gen bei nicht mal einem Vier­tel. Bei Bestands­häu­sern sieht es ähn­lich aus: Gera­de in Bal­lungs­ge­bie­ten sind sie so gut wie unbe­zahl­bar – vor allem für jun­ge Fami­li­en. Das erken­nen auch Kom­mu­nen und Kir­chen und legen eige­ne För­der­pro­gram­me auf. Die­se las­sen sich meist mit För­de­run­gen von Bund und Län­dern kombinieren.

Vorteil für Familien – und solche, die es werden wollen…

Über 600 Städ­te und Gemein­den unter­stüt­zen den Erwerb von Wohn­ei­gen­tum. Dar­un­ter fünf der acht größ­ten Städ­te Deutsch­lands: Düs­sel­dorf, Frank­furt am Main, Ham­burg, Leip­zig und Stutt­gart. In der Regel wer­den Haus­hal­te mit Kin­dern und gerin­ge­rem Ein­kom­men geför­dert. Dies kön­nen Ehe­paa­re, Lebens­ge­mein­schaf­ten und Allein­er­zie­hen­de sein. Teils spie­len Anzahl und Alter der Kin­der eine Rol­le. So för­dern zum Bei­spiel Cel­le und Osna­brück nur Haus­hal­te mit min­des­tens einem Kind unter 16 Jah­ren, Her­ne und Mainz nur Fami­li­en mit drei und mehr Kin­dern. Bei Haus­halts­mit­glie­dern mit Behin­de­run­gen gewäh­ren eini­ge Städ­te eine Vor­zugs­be­hand­lung, etwa Augs­burg und Erlan­gen. In Leip­zig und Karls­ru­he kom­men auch Paa­re zum Zuge, die noch kein Kind haben, aber eines wol­len. Heil­bronn und Vech­ta machen genaue­re Vor­ga­ben: Hier wer­den Paa­re bevor­zugt, die noch kei­ne fünf Jah­re ver­hei­ra­tet und jün­ger sind als 40. Die Bei­spie­le zei­gen: Jede Kom­mu­ne macht ihre eige­nen Regeln. Nach­fra­gen kos­tet nichts. Sin­gles hilft meist nur der Bund mit sei­nem KfW-Wohn­ei­gen­tums­pro­gramm wei­ter, das allen unab­hän­gig von der Lebens­form offensteht.

Von B wie Bauland bis Z wie Zuschüsse

Am häu­figs­ten för­dern Kom­mu­nen den Erwerb von Wohn­ei­gen­tum durch Zuschüs­se. Teils ist die Ver­wen­dung vor­ge­schrie­ben. In Stutt­gart etwa zur Erhö­hung des Eigen­ka­pi­tals, in vie­len ande­ren Kom­mu­nen zum Kauf von Bau­land, even­tu­ell nur in spe­zi­el­len (städ­ti­schen) Bau­ge­bie­ten. Doch häu­fig wer­den Neu­bau und Kauf eines Bestand­s­hau­ses oder einer Eigen­tums­woh­nung glei­cher­ma­ßen unter­stützt. Eini­ge Städ­te gewäh­ren kei­ne Zuschüs­se, dafür Preis­nach­läs­se auf städ­ti­sche Bau­ge­bie­te wie Reut­lin­gen oder ver­güns­tig­te Dar­le­hen, etwa Bad Sal­zu­flen, Hameln und Wolfs­burg. Ande­re ver­ge­ben über das so genann­te Ein­hei­mi­schen­mo­dell Bau­land vor­zugs­wei­se an Fami­li­en, die bereits seit eini­ger Zeit im Ort leben. Man­che Kom­mu­nen legen noch was oben­drauf, zum Bei­spiel einen kos­ten­frei­en Kin­der­gar­ten­platz, einen Obst­baum oder 1.000 Euro für Neubürger*innen. Die „Akti­on pro Eigen­heim“, zu der sich Bau­fir­men und Bau­fi­nan­zie­rer zusam­men­ge­schlos­sen haben, infor­miert über För­der­pro­gram­me – soweit sie der Akti­on bekannt sind. Das heißt: Auch wenn die Wunsch-Kom­mu­ne nicht gelis­tet ist, kann sich eine Nach­fra­ge vor Ort lohnen.

E wie Erbpacht

Grund und Boden in Deutsch­land sind häu­fig in Besitz von Kom­mu­nen und Kir­chen. Mit 825 Tau­send Hekt­ar ist die katho­li­sche Kir­che laut einer Stu­die der größ­te pri­va­te Grund­be­sit­zer in Deutsch­land. Die rund 15.000 evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­den ver­fü­gen über 325 Tau­send Hekt­ar. Neben kirch­li­chen Grund­stü­cken sind dies häu­fig land­wirt­schaft­li­che Flä­chen, Wäl­der und – Bau­grund. Immer mehr Kom­mu­nen, aber vor allem Kir­chen wol­len ihr Land nicht ver­kau­fen. Statt­des­sen ver­ge­ben sie es in Erb­pacht, meist für 99 Jah­re. Das Modell hat auch für die Gegen­sei­te einen Vor­teil: Das Eigen­heim kos­tet weni­ger, da der Kauf­preis für das Grund­stück ent­fällt. Dage­gen ist die Pacht meist rela­tiv gering. Erb­bau­rech­te ver­ge­ben 14 katho­li­sche Bis­tü­mer und 13 evan­ge­li­sche Lan­des­kir­chen. Die bei­den Bis­tü­mer Müns­ter und Dres­den-Mei­ßen för­dern bau­wil­li­ge Fami­li­en unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch durch Dar­le­hen. So kann auch eine Anfra­ge bei der Kir­che der Wunsch-Regi­on loh­nen. 

A wie Arbeitgeberdarlehen

Bleibt trotz der För­de­rung von KfW, Bun­des­län­dern, Kom­mu­nen oder Kir­chen noch ein Loch in der Bau­fi­nan­zie­rung, kann even­tu­ell die Fir­ma wei­ter­hel­fen: über ein Arbeit­ge­ber­dar­le­hen. Das kos­tet den Betrieb unterm Strich weni­ger als eine Gehalts­er­hö­hung. Das Dar­le­hen ist kei­ne Ver­gü­tung für Arbeits­leis­tun­gen, gilt also weder als Vor­schuss noch als Prä­mie. Bei Abschluss wer­den die Kon­di­tio­nen für die gesam­te Lauf­zeit schrift­lich fest­ge­legt. Even­tu­ell ist der Kre­dit vom Unter­neh­men beson­ders zins­güns­tig oder sogar zins­frei. Ansprech­part­ner ist übli­cher­wei­se die Personalabteilung.

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