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Ins Eigentum: mit Bausteinen vom Bundesland

2021-09-30T15:42:20+02:0030. September 2021|

Eige­ne vier Wän­de sehen vie­le Men­schen und auch die Poli­tik als Absi­che­rung. Bund und Län­der unter­stüt­zen beim Erwerb. Jedes Bun­des­land hat dafür eige­ne Pro­gram­me auf­ge­legt. Courage-online.de gibt einen Überblick.

Von Gise­la Haberer

Ein Bun­des­ge­setz steckt den Rah­men ab: Danach wer­den vor­ran­gig gerin­ger Ver­die­nen­de, Fami­li­en und Men­schen mit Behin­de­rung auf dem Weg ins Eigen­tum unter­stützt. Die Län­der set­zen die Vor­ga­ben in Eigen­re­gie um – und sind teils groß­zü­gi­ger. Außer­dem ver­ab­schie­den sie zusätz­lich eige­ne Pro­gram­me, um ihre wohn­po­li­ti­schen Zie­le zu umzusetzen.

Gemeinsame Grundprinzipien zur Förderung

Alle Bun­des­län­der ver­ge­ben zins­ver­bil­lig­te Dar­le­hen, um so Bau, Kauf oder Sanie­rung von Wohn­im­mo­bi­li­en zu för­dern, meist zur eige­nen Nut­zung. Häu­fig wer­den dabei Gren­zen zum Ein­kom­men und zur Wohn­flä­che nach Anzahl der Haus­halts­mit­glie­der vor­ge­ge­ben, teils auch zu den Kos­ten. Die Lan­des­för­de­rung ist in der Regel kom­bi­nier­bar mit Kre­di­ten der staat­li­che För­der­bank KfW, manch­mal ist sie sogar vor­ge­schrie­ben. Mit­tel sind grund­sätz­lich vor­ab zu beantragen.

Förderung von Familien

Die meis­ten Bun­des­län­der haben ein spe­zi­el­les Pro­gramm, um Fami­li­en den Weg in eige­ne vier Wän­de zu ebnen. Meist muss min­des­tens ein min­der­jäh­ri­ges Kind mit­ein­zie­hen. In Nie­der­sach­sen darf es noch kei­ne 15 Jah­re, in Sach­sen kann es bis 25 Jah­re alt sein. Denn Sach­sen knüpft sei­ne För­de­rung ans Kin­der­geld. Und das gibt es auch für erwach­se­ne Kin­der, die in Aus­bil­dung sind. Nächs­te säch­si­sche Spe­zia­li­tät: „Jung kauft alt“. Das Land unter­stützt jun­ge Fami­li­en, die Häu­ser mit Bau­jahr vor 1900 oder hohem Reno­vie­rungs­be­darf kaufen.

In Sach­sen-Anhalt darf die Fami­lie meh­re­re Genera­tio­nen und Wohn­par­tei­en umfas­sen. Hier wer­den auch Häu­ser mit Ein­lie­ger­woh­nung geför­dert. In die­se kön­nen Groß­el­tern ein­zie­hen oder Haus­halts­an­ge­hö­ri­ge mit Behin­de­rung. Das ermög­licht selb­stän­dig, aber mit greif­ba­rer Unter­stüt­zung zu wohnen.

Förderung von Paaren und Singles

Eini­ge Bun­des­län­der för­dern auch Paa­re beim Erwerb von Wohn­ei­gen­tum, unter ande­rem Nord­rhein-West­fa­len und Sach­sen-Anhalt. Kin­der erhö­hen jedoch die Ein­kom­mens­gren­zen, bis zu denen zins­ver­bil­lig­te Dar­le­hen gewährt wer­den. Ham­burg för­dert mit sei­nem „Fami­li­en­Start­Dar­le­hen“ Paa­re, die sich ein Kind wün­schen. Kommt die­ses bin­nen 15 Jah­ren auf die Welt, sinkt der ohne­hin güns­ti­ge Zins­satz noch wei­ter. Sin­gles erhal­ten nur sel­ten Dar­le­hen zum Immo­bi­li­en­er­werb, etwa von Nord­rhein-West­fa­len. Sin­gles mit Kin­dern, also Allein­er­zie­hen­de, för­dert zum Bei­spiel Schles­wig-Hol­stein. Dage­gen hilft Allein­ste­hen­den meist nur der Bund mit sei­nem KfW-Wohn­ei­gen­tums­pro­gramm wei­ter, das allen unab­hän­gig von der Lebens­form offensteht.

Förderung gemeinsamer Wohnformen

Die Mehr­zahl der Län­der unter­stützt gemein­sa­me Wohn­for­men. So för­dern zum Bei­spiel Ham­burg und Sach­sen Bau­ge­mein­schaf­ten, beson­ders genos­sen­schaft­lich orga­ni­sier­te. Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz unter­stüt­zen den Kauf von Antei­len an einer Wohn(bau)genossenschaft. Den Bau von Genos­sen­schafts­woh­nun­gen för­dern etwa Ber­lin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Auf Lan­des­hil­fe kön­nen auch Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten hof­fen, zum Bei­spiel in Hes­sen für behin­der­ten­ge­rech­te und für kli­ma­freund­li­che Modernisierungen.

Förderung privater Vermieter:innen

Sozi­al­ver­träg­li­che Mie­ten: Das wol­len Mieter:innen wie Poli­tik glei­cher­ma­ßen. Pri­vat­leu­te und Genos­sen­schaf­ten, die güns­ti­gen Wohn­raum schaf­fen wol­len, wer­den zum Bei­spiel in Ber­lin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern unter­stützt. Das Land an der Ost­see för­dert beson­ders bar­rie­re­freie Woh­nun­gen: deren Neu­bau, aber auch ent­spre­chen­de Moder­ni­sie­run­gen. Schles­wig-Hol­stein hat eine „Neue Per­spek­ti­ve Woh­nen“ aus­ge­ru­fen: für Eigen­tums­wohn­for­men in Ensem­ble- oder Quar­tiers­be­bau­ung gibt es güns­ti­ge Dar­le­hen. Die­se För­de­rung erhal­ten pri­va­te Vermieter:innen sowie Kom­mu­nen und Unternehmen.

Förderung urbanen Wohnens

In Weg­zugs­re­gio­nen droht vor allem rela­tiv alte Bau­sub­stanz zu ver­fal­len, teils sogar in zen­tra­len Lagen. Eini­ge Bun­des­län­der gehen das Pro­blem offen­siv an. Drei Bei­spie­le: Bran­den­burg för­dert Neu­bau in inner­städ­ti­schen Bau­lü­cken sowie Kauf, Um- und Aus­bau bestehen­der Gebäu­de im Zen­trum. Das Saar­land gewährt Dar­le­hen für Kauf, Moder­ni­sie­rung und Restau­rie­rung inner­ört­li­cher Objek­te aus Bau­jah­ren vor 1990. Thü­rin­gen hat ein „Innen­stadt­sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm“ gestar­tet. Geför­dert wird Neu­bau, aber auch Um- oder Anbau­ten, wenn so min­des­tens drei Miet-oder Genos­sen­schafts­woh­nun­gen im Stadt­kern entstehen.

Förderung spezieller Ziele bei Bau und Modernisierung

Die Mehr­zahl der Bun­des­län­der för­dert den Abbau von Bar­rie­ren im Bestand und bar­rie­re­frei­en Neu­bau. Eben­so weit oben auf der För­der­lis­te steht kli­ma­freund­li­ches Bau­en und Sanie­ren. Zudem unter­stüt­zen etwa Ber­lin, Ham­burg, Hes­sen und Nord­rhein-West­fa­len Maß­nah­men zum Schall­schutz. Den Schutz vor Hoch­was­ser för­dern zum Bei­spiel Ber­lin und Bre­men. Das bun­des­wei­te Pro­gramm der För­der­bank KfW zum Schutz vor Ein­brü­chen ergän­zen bei­spiels­wei­se Bre­men, Nord­rhein-West­fa­len und Schles­wig-Hol­stein mit eige­nen Ange­bo­ten. Sach­sen hat sei­ne Leh­re aus Elb­hoch­was­sern gezo­gen: Die Hil­fe bei Ele­men­tar­schä­den ist fest eta­bliert. Bei Schä­den durch Hoch­was­ser, aber auch durch Unwet­ter, Wir­bel­stür­me, Dür­re, Erd­be­ben oder Wald­brän­de gewährt Sach­sen Hil­fe in Form von Dar­le­hen und Zuschüssen.

Zuschüsse

Zuschüs­se gewäh­ren eini­ge Bun­des­län­der, meist für spe­zi­el­le Bau­maß­nah­men. Rela­tiv häu­fig gibt es Geld für kli­ma­freund­li­ches Bau­en oder Sanie­ren, in Ham­burg sogar für Dach­be­grü­nung. Vie­le Län­dern för­dern den Abbau von Bar­rie­ren, Sach­sen unter­stützt dabei auch Mieter:innen. Eini­ge Län­der gewäh­ren sogar für den Erwerb von Wohn­ei­gen­tum Zuschüs­se, dar­un­ter Bran­den­burg, Ham­burg, Sach­sen-Anhalt und das Saarland.

Förderprogramme finden

Das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um unter­hält eine zen­tra­le För­der­da­ten­bank, über die sich Pro­gram­me nach Bun­des­län­dern suchen las­sen: Such­be­griff „Immo­bi­lie“ ein­ge­ben, För­der­ge­biet bestim­men und unter För­der­be­rech­tig­te „Pri­vat­per­son“ ankli­cken. Es kann aber loh­nen, direkt nach För­de­run­gen des Bun­des­lan­des zu suchen. Dafür ent­we­der auf Such­ma­schi­nen die Begrif­fe „För­de­rung Wohn­ei­gen­tum + gewünsch­tes Bun­des­land“ ein­ge­ben. Oder gezielt auf die Home­page der För­der­bank des jewei­li­gen Bun­des­lan­des gehen. Dort las­sen sich Anträ­ge teils gleich online stellen.

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