• Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse, ©Petrus Bodenstaff - stock.adobe.com

Index-Anpassung bei DAX und Co: Chance für Anleger:innen

2022-06-14T07:36:25+02:0012. Juni 2022|

Alle drei Mona­te schaut die Deut­sche Bör­se, wel­che Akti­en künf­tig in DAX, MDAX, SDAX und TecDAX notie­ren. Auf‑, Ab- und Umstieg sind häu­fig schon im Vor­feld kurs­be­we­gend. Denn Fondsmana­ger müs­sen nun ent­spre­chend reagie­ren. Was gera­de geschieht, lest ihr hier. 

Von Ant­je Erhard

Vier­mal im Jahr ist es so weit: Jeweils am drit­ten Arbeits­tag im März, Juni, Sep­tem­ber und Dezem­ber über­prüft die Deut­sche Bör­se die Zusam­men­set­zung der Akti­en­in­di­zes. Nach der Schluss­glo­cke der US-Bör­sen wer­den die Ände­run­gen dann ver­öf­fent­licht. Wirk­sam wer­den sie drei Wochen spä­ter.  

Dies­mal gibt es auch in der ers­ten Bör­sen­li­ga ein Stüh­le-Rücken: So kehrt der Kon­sum­gü­ter-Her­stel­ler Bei­ers­dorf in den DAX zurück. Es ist eines der sel­te­nen Come­backs: Erst vor gut einem Jahr war das Unter­neh­men in den MDAX abge­stie­gen. Jetzt muss Deli­very Hero Platz machen. Deli­very Hero war von Anfang an hef­tig umstrit­ten: Das Unter­neh­men macht kein Geschäft in Deutsch­land, schreibt Ver­lus­te. Nun kehrt es in den MDAX zurück. Dort trifft es auf Rhein­me­tall. Auf die­sen Auf­stieg in den DAX war im Vor­feld auch spe­ku­liert wor­den, doch ohne Erfolg. 

In den MDAX rückt Enca­vis. Das Unter­neh­men betreibt Wind- und Solar­parks. Hier­für macht der Finanz­dienst­leis­ter Hypo­port Platz. Er notiert künf­tig im SDAX, wie auch der Rüs­tungs­kon­zern Hen­soldt und der Wind­park-Kon­zern PNE. LPKF und SGL Car­bon stei­gen dafür ab. Am 20. Juni wer­den die Anpas­sun­gen auf den Kurs­ta­feln sicht­bar. 

Fonds schichten entsprechend um

Wich­tig sind die Inde­xent­schei­dun­gen für Fonds, die Indi­zes real abbil­den, also so genann­te phy­sisch repli­zie­ren­de Pro­duk­te. Hier wird nach den neu­en Index-Zusam­men­set­zun­gen ent­spre­chend umge­schich­tet. Oft wird am Akti­en­markt aber schon weit im Vor­feld auf mög­li­che Auf- und Abstei­ger spe­ku­liert. 

Mehr als 600 Kandidaten

Mehr als 600 Unter­neh­men erfül­len der­zeit die Ansprü­che der Deut­schen Bör­se für eine Index-Zuge­hö­rig­keit: Trans­pa­renz-Kri­te­ri­en gehö­ren eben­so dazu wie die Han­del­bar­keit auf Xetra, ein Unter­neh­mens­sitz in Deutsch­land und min­des­tens zehn Pro­zent der Antei­le im Streu­be­sitz, also dem Anteil, der frei ver­füg­bar und nicht im Besitz (gro­ßer) Inves­to­ren ist. 

Wer von die­sen 600 aber in DAX, MDAX und SDAX notiert, rich­tet sich nach ihrer Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung im Streu­be­sitz, also ihrem Bör­sen­wert. Im TecDAX sind die größ­ten Tech-Wer­te zusam­men­ge­fasst. 

Regu­lär über­prüft wird zwei­mal im Jahr für DAX, MDAX und TecDAX. Der SDAX kommt alle drei Mona­te unter die Lupe, eben­so die Regeln für den schnel­len Ein- und Aus­stieg. Für den DAX bei­spiels­wei­se muss ein Unter­neh­men bei der regu­lä­ren Über­prü­fung zu den 30 größ­ten Titeln nach Order­buch­um­satz oder Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung gehö­ren, für einen schnel­len Ein­stieg, den so genann­ten Fast Ent­ry, zu den 25 größ­ten. Bei Fusio­nen oder Insol­ven­zen kann es außer­plan­mä­ßi­ge Ent­schei­dun­gen geben.  

Mathe­ma­tisch nennt man die Index-Anpas­sung Ver­ket­tung. Die Gewich­tung der ein­zel­nen Akti­en im Index hängt dabei davon ab, wo sie zum Bör­sen­schluss des drit­ten Frei­tags im Über­prü­fungs­mo­nat stan­den.  

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