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    Premier Inn, ©Premier Inn

„In Berlin könnte ich 100 Jahre leben“

2022-01-31T08:07:29+01:0029. Januar 2022|

Mit­ten in der Coro­na­pan­de­mie expan­diert das Unter­neh­men „Premier Inn, das zum altehr­wür­di­gen bri­ti­schen Whit­bread Konzern gehört. Im Cou­ra­ge-Online-Inter­view erzählt die Direk­to­rin Mer­gers & Acqui­si­ti­ons“ und „CSR“-Mana­ge­rin Kha­di­ja Bré­mont45, wes­halb es nun eine Mahl­zeit für Kin­der gibt, wenn Hotel­gäs­te frei­wil­lig die Rei­ni­gung ihrer Zim­mer abbestellen.

Von Mat­thi­as Lauerer

Courage Online: Was bedeutet für Sie ein guter Hotelaufenthalt?

Kha­di­ja Bré­mont: Der ist für mich ein Auf­ent­halt, bei dem nicht nur der Gast zufrie­den ist, son­dern bei dem auch der Pla­net und die Umwelt berück­sich­tigt wer­den. In der Pra­xis bedeu­tet dies, dass ein guter Auf­ent­halt in ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Gebäu­den statt­fin­det und die Erzeu­gung von Plas­tik­müll und CO2 Emis­sio­nen mini­miert wird.

Courage Online: Woher stammt die frische Idee mit der Reinigung, die sich abbestellen lässt?

Kha­di­ja Bré­mont: Sie spre­chen von der House­kee­ping-Initia­ti­ve. Ein Bei­spiel: Wenn ein Gast drei Näch­te bleibt und nicht jeden Tag auf die Zim­mer­rei­ni­gung besteht, spa­ren wir Rei­ni­gungs­kos­ten und tun neben­bei etwas Gutes, wenn sich Kin­der über ein kos­ten­lo­ses Essen freu­en. Und der Hotel­gast nimmt das Geschenk eines Gra­tis­ge­tränks für sich auch ger­ne an. Es war uns wich­tig, dass wir in Deutsch­land in allen Bun­des­län­dern aktiv sein kön­nen. Daher arbei­ten wir mit der NGO Child­ren zusam­men, die über 70 Stand­or­te verfügt.

Courage Online: Weshalb die gute Tat?

Kha­di­ja Bré­mont: Wir glau­ben, dass unse­re Hotel­ket­te eine Wir­kung bis in die Gesell­schaft hin­ein haben muss, doch ist dies kein phil­an­thro­pi­scher Gedan­ke, denn wir wol­len Geld ver­die­nen. Wir glau­ben, dass, wenn die­se Initia­ti­ve funk­tio­niert, der Wert des Unter­neh­mens und der unse­rer Mit­ar­bei­ter steigt.

Courage Online: Die drei Säulen Ihres ESG-Programms Force for Good lautet: „Opportunity. Community. Responsibility.“ Was bedeutet das?

Kha­di­ja Bré­mont: Bei uns kön­nen sich alle Beschäf­tig­ten, auch Quer­ein­stei­gen­de, unein­ge­schränkt bewei­sen. Das Wohl­erge­hen unse­rer Gäs­te und der Gemein­schaft, in der wir wir­ken, liegt uns am Her­zen. Und all unser Han­deln geschieht mit Respekt gegen­über den Men­schen und unse­rem Pla­ne­ten. Eben­falls zen­tral ist für uns das Wohl­be­fin­den unse­rer Teammitglieder.

Courage Online: Frau Brémont, Sie sprechen davon, dass es sehr wichtig sei, dass Ihre „Maßnahmen wissenschaftlich fundiert sind.“ Klingt prima. Wer unterstützt Sie hierbei?

Khadija Bremont, ©Khadija Brémont M&A Director (C) Premier Inn Deutschland

Kha­di­ja Bre­mont, ©Kha­di­ja Brémont M&A Direc­tor © Pre­mier Inn Deutschland

Kha­di­ja Bré­mont: Wir haben ein Team, das sich aus­schließ­lich mit Nach­hal­tig­keit befasst. Unser Nach­hal­tig­keits­pro­gramm stützt sich auf die Metho­dik der Sci­ence Based Tar­gets Initia­ti­ve. SBTi ist eine inter­na­tio­na­le Initia­ti­ve, die bewähr­te Ver­fah­ren zur Emis­si­ons­re­du­zie­rung und Net­to-Null-Zie­le im Ein­klang mit der Kli­ma­wis­sen­schaft för­dert. Die SBTi arbei­tet Hand in Hand mit dem CDP (Car­bon Dis­clo­sure Pro­ject), dem United Nati­ons Glo­bal Com­pact, dem World Resour­ces Insti­tu­te (WRI) und dem World Wide Fund for natu­re (WWF). Mit dem The­ma beschäf­ti­gen wir uns übri­gens schon seit elf oder zwölf Jahren.

Courage Online: Stichwort Corona: Wir kommen leider nicht drumherum. Wie steht es um Ihre ambitionierten Expansionspläne in Deutschland?

Kha­di­ja Bré­mont: Mit unse­ren bis­lang 32 Hotels in Deutsch­land gelingt die rasend schnell. Was uns hilft: Wir sind eine alte und star­ke Fir­ma und uns trifft es weni­ger hart, wenn es zur Kri­se kommt. Was posi­tiv ist: Uns gehö­ren zir­ka 60 Pro­zent der Immobilien.

Courage Online: Was treibt Sie an?

Kha­di­ja Bré­mont: Wir ver­su­chen gera­de in Deutsch­land noch mehr Hotels und eini­ge Ket­ten zu über­neh­men. Dabei sind wir sehr selektiv.

Courage Online: Noch eine persönliche Frage. Meine Frau und ich waren im Urlaub im Hotel einer großen US-Kette und fanden dort einen riesigen Blutfleck auf der Matratze. Außerdem war das Bett nicht frisch bezogen. Wie kann so etwas passieren?

Kha­di­ja Bré­mont: Selbst wenn es kei­nes unse­rer Häu­ser war, kann ich ganz all­ge­mein etwas dazu sagen. Ich sehe zwei Mög­lich­kei­ten, wes­halb das gesche­hen ist. Ent­we­der der Pro­zess­ab­lauf war nicht klar defi­niert. Oder das Team war noch nicht so gut trai­niert, dass so ein Feh­ler – der durch­aus mensch­lich ist – von einer wei­te­ren Per­son ent­deckt und beho­ben wer­den konn­te. Moti­vier­te Mit­ar­bei­ter, regel­mä­ßi­ges Trai­ning und die per­sön­li­che Ent­wick­lung jedes Ein­zel­nen sind der Schlüssel.

Courage Online: Wir haben nun spezielles Bettzeug gekauft, das antibakteriell, antiviral und pilztötend ist. Könnten Sie sich so etwas auch für Ihre Kette vorstellen?

Kha­di­ja Bré­mont: Wir haben eine lan­ge Geschäfts­be­zie­hung mit einer sehr guten Fir­ma aus Groß­bri­tan­ni­en. Die ver­fügt über sehr gute Bet­ten, die die Kun­den begeis­tern. Bei uns arbei­ten Brand­spe­zia­lis­ten, die stets nach Neu­ig­kei­ten fahn­den. Daher klingt der Ansatz sehr interessant.

Courage Online: Eine Fiktion: Nähmen wir an, wir sprechen im Januar 2032 wieder miteinander. Was hätte Ihr Unternehmen erreicht? Und Sie selbst?

Kha­di­ja Bré­mont: Dazu fal­len mir drei Din­ge ein. Wir wer­den unse­re Emis­sio­nen wei­ter sen­ken, was sehr wich­tig ist. Auch der Ver­brauch von Plas­tik­ma­te­ria­li­en wird deut­lich sin­ken und wir wer­den in Deutsch­land sicher­lich 100 Hotels mehr im Port­fo­lio haben. Blei­ben wir per­sön­lich bei der Zahl 100, denn ich lebe auch noch 100 Jah­re in Ber­lin, denn jene Stadt ist wun­der­bar und sie fas­zi­niert mich.

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