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    Gute Vorsätze 2022, ©Cn0ra/iStock

Guter Vorsatz 2022: Aus 50 Euro mehr als 24.000 Euro machen

2021-12-30T13:25:44+01:0030. Dezember 2021|

Zuge­ge­ben, vie­le von uns schei­tern mit ihren Vor­sät­zen für’s neue Jahr: Das Fit­ness-Stu­dio ist zu teu­er, die Diät zu müh­se­lig. Und die meis­ten von uns fin­den Bör­se und Geld­an­la­ge auch nicht so span­nend, dass sie sich damit aus­ein­an­der­set­zen möch­ten. Den­noch… Schon mit 50 Euro kön­nen wir Ver­mö­gen auf­bau­en. 

Von Ant­je Erhard

Wie wäre es, wenn wir die Geld­an­la­ge 2022 in unse­re eige­nen Hän­de neh­men und uns ein Ver­mö­gen auf­bau­en wür­den? Das ist doch mal ein Neu­jahrs­vor­satz. Mit Wir­kung für die nächs­ten zehn, 20 oder gar 30 Jah­re! Schon klar, die Lis­te unse­rer Vor­ur­tei­le gegen die Bör­se ist lang. Und sexy ist das The­ma für vie­le nicht. Aber lukra­tiv. Lang­fris­tig. Wenn man es rich­tig macht. 

Machen wir es kurz und schmerz­los: Die ers­te Fra­ge, die wir uns in punc­to Geld­an­la­ge stel­len müs­sen, ist: Wofür möch­te ich Geld anle­gen und wie lan­ge? Die gute Nach­richt: Akti­en-Anla­gen sind eine gute Wahl, weil sie in der Ver­gan­gen­heit nach 15 Jah­ren immer posi­tiv waren. Egal wie mies der Ein­stiegs­zeit­punkt war. 

Nächs­te Fra­ge: Wie viel Risi­ko kann ich ab, wie viel Ren­di­te möch­te ich? Hier gilt: Rea­lis­tisch blei­ben: Hohe Ren­di­ten gibt es nicht ohne hohes Risi­ko. Neh­men wir einen Akti­en­in­dex. MSCI World mit 1.600 Unter­neh­men welt­weit. Zuge­ge­ben, der US-Anteil ist mit 60 Pro­zent recht hoch, aber das bringt auch Per­for­mance. Die Streu­ung ist den­noch sehr breit. Er macht im Schnitt 9 Pro­zent pro Jahr, abzüg­lich einer – hof­fent­lich bald wie­der — nor­ma­len Infla­ti­on rund 7 Pro­zent. Trotz Kurs­rück­set­zern oder gar Ein­brü­chen. Und das gilt auch in Zei­ten nied­ri­ger Zin­sen, WENN man lang­fris­tig und kon­ti­nu­ier­lich anlegt. Aber wie? Es gibt wie immer vie­le Mög­lich­kei­ten: 

Mög­lich­keit 1: ETFs: Gut für den Ein­stieg, wenn man Ein­zel­ak­ti­en sich noch nicht zutraut. Aber nicht ganz risi­ko­los. Mit ETFs ver­teilt sich das Risi­ko vie­le ein­zel­ne Bestand­tei­le in einem ETF, also zum Bei­spiel auf ca. 1600 Akti­en wie im erwähn­ten MSCI World. Die Kos­ten sind sehr gering, die Ren­di­ten zumin­dest bei ETFs auf gän­gi­ge Indi­zes attrak­tiv. Apro­pos Kos­ten: Sie schla­gen ab 0,12% der Anla­ge­sum­me pro Jahr zu Buche bei einem ETF auf den MSCI World (ande­re ETFs kön­nen deut­lich kos­ten­in­ten­si­ver sein) und sind ein ent­schei­den­der Fak­tor – vor allem bei einem lan­gen Anla­ge­ho­ri­zont. Oder bei einer Ein­mal-Anla­ge, wenn wir gleich einen grö­ße­ren Betrag auf einen Schlag inves­tie­ren. Der zwei­te wich­ti­ge Fak­tor ist die Ren­di­te. 

Aus 50 Euro mehr als 24.000 Euro machen 

Blei­ben wir beim Bei­spiel MSCI World und den erwähn­ten 6,5 Pro­zent Ren­di­te pro Jahr. Machen wir eine ein­fa­che Rech­nung auf: Wir star­ten ohne Anfangs­ka­pi­tal und pla­nen, 50 Euro monat­lich anzu­le­gen für 20 Jah­re. Wir zah­len ins­ge­samt 12.000 Euro ein. Wir erhal­ten aber 12.654 Euro an Zin­sen. Das heißt, wir haben am Ende 24.654 Euro erzielt vor Steu­ern. Das Kapi­tal ver­dop­pelt sich also über die Zeit.  

Aus 100 Euro mehr als 49.000 Euro machen 

Neh­men wir den MSCI World mit 6,5 Pro­zent Ren­di­te noch­mals pro Jahr als Basis. Star­ten wir dies­mal – wie­der ohne Anfangs­ka­pi­tal – mit 100 Euro monat­lich. Wir zah­len ins­ge­samt 24.000 Euro ein, erhal­ten aber 25.308 Euro Zin­sen. Am Ende haben wir 49.308 Euro im Depot vor Steu­ern. 

Faktor Zeit: Irre Unterschiede über die Laufzeiten  

Wie sehr uns der Fak­tor Zeit in die Hän­de spielt, zeigt sich, wenn wir die Lauf­zeit ver­än­dern: Bei 100 Euro monat­lich kom­men nach zehn Jah­ren vor Steu­ern „nur“ 16.932 Euro inklu­si­ve Zin­sen zusam­men, bei Ein­zah­lun­gen von 12.000 Euro über die Lauf­zeit. Aber span­nend bzw. lukra­tiv wird es, wenn wir noch viel mehr Zeit inves­tie­ren: Mit unse­ren 100 Euro im Monat erzie­len wir in 30 Jah­ren vor Steu­ern sat­te 111.217 Euro, wäh­rend die Ein­zah­lun­gen 36.000 Euro betra­gen. 

Auch mit Fonds sind attrak­ti­ve Ren­di­ten mög­lich. Dazu gleich mehr. Schwie­ri­ger wird es jedoch ohne Akti­en­an­teil im Depot. Wer so gar nicht mit Akti­en, Fonds, ETFs leben kann, muss vie­le Abstri­che bei der Ren­di­te machen – aber lie­ber weni­ger Ren­di­te und einen ruhi­gen Schlaf als Giro­kon­to und Straf­zin­sen. 

Mög­lich­keit 2: Bei aktiv gema­nag­ten Fonds sor­gen Fondsmanager:innen für die Zusam­men­set­zung des Fonds. Sie grei­fen ein, wenn zum Bei­spiel die Zusam­men­set­zung ihren Vor­stel­lun­gen von Ren­di­te und Risi­ko nicht mehr ent­spricht. Fondsmanager:innen haben so die Mög­lich­keit, bes­ser zu sein als der Markt. Und zugleich das Risi­ko, weni­ger gut als der Markt zu sein, wäh­rend ETFs sozu­sa­gen mit dem Strom schwim­men, sich also genau wie der Gesamt­markt ent­wi­ckeln. Aller­dings ist es bei Fonds kom­pli­zier­ter, das rich­ti­ge Pro­dukt zu fin­den: Wie inves­tiert der Fonds? Wel­che Ren­di­te erwar­tet das Fonds­ma­nage­ment, zu wel­chen Risi­ken? Was kos­tet das Pro­dukt, als Aus­ga­be­auf­schlag und lau­fen­den Gebüh­ren? Dar­über hin­aus schla­gen die meis­ten Fondsmanager:innen den Markt nicht. 

Die Könner setzen auf Einzelaktien und Co.  

Mög­lich­keit 3: Ein­zel­ak­ti­en. Oder auch Roh­stof­fe, Wäh­run­gen, Edel­me­tal­le etc. Unse­re Stra­te­gie bestimmt, was wir ins Depot neh­men. Ein­zel­ak­ti­en aber auch Roh­stof­fe und Wäh­run­gen sind Anleger:innen vor­be­hal­ten, die sich schon an der Bör­se aus­ken­nen. Zwar haben auch vie­le Neu­lin­ge wäh­rend der Pan­de­mie Kurs­ge­win­ne erzielt, aber das ist kein Selbst­läu­fer. Hier war es eher Glück in einer beson­de­ren Situa­ti­on. Inzwi­schen dürf­ten auch die­se Glücks­de­pots ein paar Rück­set­zer gese­hen haben. Aber das muss ja nicht so blei­ben. 

Sicherheit frisst Rendite – das ist so 

Mög­lich­keit 4 sei eben­falls erwähnt: Wer ein hohes Maß an Sicher­heit braucht uns sich weder mit Akti­en noch mit ETFs oder Fonds wohl­fühlt, kann oder soll­te sogar auf Fest­geld oder Anlei­hen set­zen. Hier sind die Risi­ken anders gela­gert. Bei Fest­geld sind die Zin­sen aller­dings sehr gering. Das Ver­gleichs­por­tal Check 24 weist bei Fest­geld über 3 Jah­re bei min­des­tens sehr guter Boni­tät des Emit­ten­ten höchs­tens 0,6 Pro­zent Zin­sen pro Jahr aus. 

Mit einem Sparplan automatisch und regelmäßig vorsorgen 

Cou­ra­ge-Tipp: Ein Spar­plan ist eine gute Idee, um Spar­zie­le zu errei­chen. Ein­mal ein­ge­rich­tet wird ein monat­li­cher Betrag vom Kon­to abge­bucht und ange­legt. Das Gros an ETFs und Fonds, die in Deutsch­land für Pri­vat­an­le­ger zuge­las­sen sind, ist spar­pl­an­fä­hig. Die meis­ten Men­schen den­ken, Spar­plä­ne gibt es nur für ETFs. Aber das ist nicht so. Man kann auch Ein­zel­ak­ti­en und ande­re Anla­ge-Klas­sen bespa­ren. 

Fazit: Geld­an­la­ge ist gar nicht so schwer – wirk­lich nicht. Frau muss aber mal anfan­gen. Schon mit klei­ne­ren Beträ­gen kommt lang­fris­tig ein hüb­sches Sümm­chen zusam­men. Und lang­fris­tig glät­tet sich auch das Risi­ko. In die­sem Sin­ne: Ich wün­sche uns allen tol­le Invest­ments für 2022 und den Neu­lin­gen den Mut, „ein­fach“ anzufangen.

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