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Gut fürs Klima, gut für den Geldbeutel: Wohnungen, die wenig Energie verbrauchen

2021-07-21T09:23:59+02:008. Juli 2021|

Für vie­le Men­schen sind die eige­nen vier Wän­de ein wesent­li­cher Bau­stein ihrer Absi­che­rung. Je gerin­ger die lau­fen­den Wohn­kos­ten, umso bes­ser. Die Aus­ga­ben für war­me Räu­me und war­mes Was­ser las­sen sich durch effiziente(re) Nut­zung von Ener­gie nied­rig hal­ten bezie­hungs­wei­se sen­ken. Ener­gie­ef­fi­zi­enz wird jetzt noch mehr geför­dert – bei Neu­bau und Sanie­rung einer Immobilie.

Von Gise­la Haberer

Reines Geldgeschenk oder zinsgünstiger Kredit mit Tilgungszuschuss

Ab Juli 2021 bie­tet die staat­li­che För­der­bank KfW zwei För­der­va­ri­an­ten zur Wahl an: die Zuschuss- und die Kre­dit­va­ri­an­te. Den rei­nen Zuschuss, also das Geld­ge­schenk, kön­nen alle nut­zen, die kei­nen KfW-Kre­dit wol­len oder brau­chen. Bei der Kre­dit­va­ri­an­te muss man weni­ger zurück­zah­len, als man an Dar­le­hen auf­ge­nom­men hat, erhält am Ende also auch Geld geschenkt. In bei­den Vari­an­ten hängt die Höhe der Zuschüs­se vom Ener­gie­ver­brauch ab: je gerin­ger der Ver­brauch nach Bau oder Sanie­rung, des­to höher die Förderung.

So viel Förderung wie noch nie

Für Neu­bau­ten flie­ßen bis zu 37.500 Euro, für Sanie­run­gen bis zu 75.000 Euro als rei­ner Zuschuss ohne Kre­dit (KfW-Pro­gramm 461). Über die Kre­dit­pro­gram­me (261 und 262) wer­den beson­ders zins­güns­ti­ge Dar­le­hen für maxi­mal 60.000, 120.000 oder 150.000 Euro mit Til­gungs­zu­schuss ange­bo­ten. Je nach Pro­gramm und Ener­gie­ver­brauch sind dann zwi­schen 15 und 50 Pro­zent weni­ger zurück­zu­zah­len. Der Zuschuss wird auf die zuletzt fäl­li­gen Raten ange­rech­net, ver­kürzt also die Kre­dit­lauf­zeit. Die För­der­sum­men gel­ten immer pro Wohn­ein­heit. Dies kann zum Bei­spiel eine Geschoss­woh­nung, ein Rei­hen­haus oder ein frei­ste­hen­des Eigen­heim sein.

So strenge Vorgaben wie noch nie

Die Richt­schnur ist die Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV), die immer wie­der den tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten ange­passt wird. Sprich: Die Vor­ga­ben wer­den immer anspruchs­vol­ler und sie zu erfül­len wird kos­ten­in­ten­si­ver. Die staat­li­che För­der­bank KfW hat Stan­dards für die Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Gebäu­den ent­wi­ckelt. Ein KfW-Effi­zi­enz­haus 100 ent­spricht den Vor­ga­ben der aktu­el­len EnEV. Je klei­ner die Kenn­zahl des KfW-Stan­dards, des­to ener­gie­ef­fi­zi­en­ter ist ein Gebäu­de. So ver­braucht zum Bei­spiel ein KfW-Effi­zi­enz­haus 55 höchs­tens 55 Pro­zent der Ener­gie­men­ge, die die EnEV erlaubt.

Je jünger das Baujahr, desto strenger die Vorgaben

Neu­bau­ten wer­den nur dann staat­lich geför­dert, wenn sie den Stan­dard KfW-55 oder bes­ser ein­hal­ten. Aktu­ell ist beim Neu­bau der anspruchs­volls­te Stan­dard, der geför­dert wird, die Kate­go­rie „KfW-40 Plus“. Bei Bestands­im­mo­bi­li­en sind die Kri­te­ri­en weni­ger streng. Ab Juli wer­den kom­plet­te Sanie­run­gen und ein­zel­ne Maß­nah­men geför­dert, die aus einem Bestand­s­haus ein KfW-Effi­zi­enz­haus 100, 85, 70, 55 und – neu­er­dings – 40 machen. Für denk­mal­ge­schütz­te Wohn­häu­ser gibt es die eige­ne Kate­go­rie „Effi­zi­enz­haus Denkmal“.

Besser als Standard

Zusätz­lich wer­den zwei neue Klas­sen ein­ge­führt: „EE“ für erneu­er­ba­re Ener­gie und „NH“ für Nach­hal­tig­keit. In Häu­sern der EE-Klas­se wer­den min­des­tens 55 Pro­zent der Ener­gie aus Wind, Son­ne, geo­ther­mi­scher Ener­gie, Was­ser­kraft, Bio­gas oder ande­ren nicht­fos­si­len Ener­gie­quel­len gewon­nen. Für die NH-Klas­se sind die Kri­te­ri­en des staat­li­chen Qua­li­täts­sie­gels „Nach­hal­ti­ges Gebäu­de“ zu erfül­len. Bestands­häu­ser kön­nen nur EE wer­den, Neu­bau­ten EE und NH.

Bonus für besonders klimaschonendes Wohnen

Die Effi­zi­enz-Stan­dards las­sen sich mit den neu­en Klas­sen EE und NH kom­bi­nie­ren. Wird zusätz­lich zum Effi­zi­enz­stan­dard eine die­ser bei­den Klas­sen erreicht, gibt es einen För­der­bo­nus: Die maxi­ma­le Kre­dit­sum­me erhöht sich dann von 120.000 auf 150.000, zusätz­lich steigt der Til­gungs­zu­schuss bei Neu­bau­ten um jeweils 2,5 Pro­zent­punk­te, bei Sanie­run­gen um jeweils fünf Pro­zent­punk­te. Neu­bau­ten kön­nen zugleich bei­de Klas­sen EE und NH erfül­len, doch der För­der­bo­nus wird dadurch nicht noch höher.

Beispielrechnungen für Neubau

Für das Errei­chen von Stan­dards und Klas­sen gibt es bei Neu­bau­ten beispielsweise:

Für ein KfW-Haus 40 einen Kre­dit von 120.000 Euro mit Til­gungs­zu­schuss von 20 Pro­zent: also 24.000 Euro als Zuschuss.

Für ein KfW-Haus 40 EE und/oder NH einen Kre­dit von 150.000 Euro mit Til­gungs­zu­schuss von 22,5 Pro­zent, also 33.750 Euro als Zuschuss.

Für den anspruchs­volls­ten Stan­dard KfW Haus 40 plus, der EE und NH qua­si ein­schließt, einen Kre­dit von 150.000 Euro mit Til­gungs­zu­schuss von 25 Pro­zent: Es müs­sen also 37.500 Euro weni­ger zurück­ge­zahlt wer­den als leih­wei­se aufgenommen.

Beispielrechnungen für Sanierungen

Bis­lang war der anspruchs­volls­te Stan­dard, der bei Sanie­run­gen geför­dert wur­de, das KfW-Effi­zi­enz­haus 55, nun ist es das KfW-Effi­zi­enz­haus 40 EE. Für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung einer Wohn­ein­heit gibt es für das Errei­chen von Stan­dards und Klas­sen beispielsweise:

Für ein KfW-Haus 55 einen Kre­dit von 120.000 Euro mit Til­gungs­zu­schuss 40 Pro­zent: also 48.000 Euro als Zuschuss.

Für ein KfW-Haus 55 EE einen Kre­dit von 150.000 Euro mit Til­gungs­zu­schuss 45 Pro­zent, also 67.500 Euro als Zuschuss.

Für ein KfW-Haus 40 EE einen Kre­dit von 150.000 Euro mit Til­gungs­zu­schuss 50 Pro­zent, also 75.000 Euro als Zuschuss.

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