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  • Gerade im Alter werden die Freunde oft weniger, ©Robert Kneschke - stock.adobe.com

Freundschaften im Erwachsenenalter: So lässt sich der Schwund aufhalten

2022-09-19T12:25:34+02:0018. September 2022|

„Glück­lich! Dich hab ich gefun­den, hab aus Mil­lio­nen Dich umwun­den“. Wei­ter heißt es im Gedicht von Fried­rich Schil­ler über die Freund­schaft: „Laß´ das Cha­os die­se Welt umrüt­teln, durch­ein­an­der die Ato­men schüt­teln. Ewig fliehn sich uns­re Her­zen zu.“ Nur wer­den die Freund­schaf­ten mit den Jah­ren weni­ger. Wie lässt sich das aufhalten? 

Von Mat­thi­as Lauerer

Im Kin­der­gar­ten, der Schu­le dem Arbeits­platz oder dem Job: immer sind wir – Pan­de­mie­zei­ten aus­ge­nom­men – von Men­schen umge­ben. Die einen kön­nen wir gut lei­den, die ande­ren ner­ven uns. Mit den einen gehen wir einen Teil des Lebens­we­ges gemein­sam, an die ande­ren den­ken wir mit Grau­en zurück. 

Krankheiten drohen  

Wir reden oft über Freund­schaf­ten, nur: Wes­halb sind sie so wich­tig? Hin­wei­se dazu fin­den sich im Buch „The Lonely Ame­ri­can“. Dar­in heißt es: „In einer 2019er Stu­die kam her­aus, dass sich 61 Pro­zent der Ame­ri­ka­ner ein­sam füh­len.“ Dabei lie­ße sich jener Zustand auch mit Krank­hei­ten wie „Dia­be­tes, Über­ge­wicht oder Krebs in Ver­bin­dung brin­gen“, wie es das US-Maga­zin „Reader’s Digest“ schrieb. 

Da geht mir der Hut hoch

Doch bevor wir star­ten, fällt der Blick erst kurz auf das Ende von Freund­schaf­ten, denn die enden schon mal mit einem Wut­an­fall. Laut einer Stu­die erhöht sich bei jedem Toben und Grei­nen das Risi­ko auf einen Herz­in­farkt. Nur wer sich lang­fris­tig dar­auf ein­lässt, mit der eige­nen Wut pas­send umzu­ge­hen, leis­tet sich ein Bon­bon für die Gesund­heit. Zorn fun­giert dann als Wunsch nach Ver­än­de­rung. Aber ist die Emo­ti­on nur als nega­tiv zu bewer­ten? Ein destruk­ti­ver, emo­tio­na­ler Pro­zess? Nein, denn sie kann sich zum gro­ßen Moti­va­tor wan­deln. Immer, wenn das Gefühl auf­kommt, dass einem Unrecht wider­fährt, kann Wut Ver­än­de­run­gen bewir­ken. Dann wan­delt sie sich im Ein­zel­fall zu etwas Posi­ti­vem, zum Werk­zeug, das dabei unter­stützt, gegen den Miss­stand anzu­ge­hen. Und sicher auch zur Suche nach neu­en Bezie­hun­gen zu ande­ren Menschen.

Raus aus der Komfortzone

Doch zunächst: Wie defi­niert sich eine gute Freund­schaft? Laut des Maga­zins „Elle“ ver­birgt sich dahin­ter eine „für­sorg­li­che, unter­stüt­zen­de und von­ein­an­der abhän­gi­ge Ver­bin­dung, die es uns ermög­licht, alle Berei­che unse­res Selbst zu erfor­schen und aus unse­rer Kom­fort­zo­ne her­aus­zu­kom­men.“ Küm­mern wir uns und rufen zurück. Den­ken wir an die wich­ti­gen Ter­mi­ne der Bekannt­schaf­ten und Freun­de. Ver­schen­ken wir Auf­merk­sam­keit. Fes­ti­gen wir doch das, was wir haben. 

Den kenn ich doch …

Stel­len wir uns also die Fra­ge: Gibt es jeman­den, mit dem ich mich wie­der tref­fen will? Einer Stu­die nach ist es simp­ler, „ruhen­de Bezie­hun­gen“ wie­der auf­le­ben zu las­sen, als neue Freund­schaf­ten zu schlie­ßen. Denn: Die Men­schen ver­trau­en sich bereits und der Blick auf das Smart­pho­ne hilft.  

In Verbindung bleiben 

Schrei­ben wir Brie­fe, sen­den Audi­os oder spre­chen am Tele­fon – oder win­ken in die Note­book­lin­se. Wich­tig dabei: die Kon­se­quenz und nicht nur mal zu Weih­nach­ten die Hand zu heben.  

Reden wir ganz offen 

Offe­ne, ehr­li­che Gesprä­che kön­nen dazu bei­tra­gen, Freund­schaf­ten zu fes­ti­gen, indem sie gemein­sa­me Erwar­tun­gen und Ver­trau­en schaf­fen. Tenor: Wie pas­se ich ins Leben des ande­ren Men­schen? Wir sind nicht auf der Suche nach 400 Face­book-Kon­tak­ten, die sich am Frei­tag mit uns tref­fen. Set­zen wir lie­ber auf Qua­li­tät und nicht die Quan­ti­tät. Also: Gehen wir hin­aus, erkun­den und wagen es ein­fach. Oder um es mit den Wor­ten von Schil­ler zu sagen: „Freund­los war der gro­ße Wel­ten­meis­ter, fühl­te Man­gel. Dar­um schuf er Geis­ter.“ Erset­zen wir die durch das Wort „Freun­de“, dann passt es.  

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