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  • Maria Telkes hat das erste Solarhaus entwickelt, ©Library of Congress

Erfinderinnen: Maria Telkes und das erste Solarhaus

2022-08-22T11:40:57+02:0021. August 2022|

Die Bio­phy­si­ke­rin Maria Tel­kes wid­me­te sich schon Anfang des 20. Jahr­hun­derts den Erneu­er­ba­ren Ener­gien. Sie war es auch, die das Heiz­kon­zept für das ers­te rein mit Solar­ener­gie beheiz­te Haus entwarf.

Von Mat­thi­as Lauerer

Laut des Maga­zins „Brand eins“ wird Maria 1900 in Buda­pest gebo­ren und stu­diert spä­ter phy­si­ka­li­sche Che­mie. Am „Mas­sa­chu­setts Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy“ (MIT) in Bos­ton wer­kelt sie am The­ma Solar­ener­gie und deren Nut­zung. Bei „ingenieur.de“ heißt es über die Erfin­de­rin: „Sie war das ältes­te von acht Kin­dern und schließt 1924 ihr Stu­di­um mit einem Dok­tor­ti­tel ab.“ Wei­ter heißt es: „Direkt im Anschluss bekommt sie an der Hoch­schu­le eine Stel­le. Doch Maria Tel­kes hat­te ande­re Plä­ne. Als sie Alter von 95 Jah­ren stirbt, lau­fen 20 Paten­te auf ihren Namen, die meis­ten dafür im Zusam­men­hang mit Solar­ener­gie.“ Dann ist es das „Dover Sun House“, wel­ches zum wich­tigs­ten Pro­jekt ihres Lebens gedeiht.

Lebensthema Sonnenenergie

Tel­kes The­se lau­tet: Kann die Son­ne nicht ein gro­ßes Haus woh­lig warm auf­hei­zen? Und wenn ja, wie kann das funk­tio­nie­ren? Es sind drei Frau­en, die für das ers­te Solar­haus ver­ant­wort­lich sind. „Die Bild­haue­rin Ame­lia Peabo­dy finan­ziert das ´Dover Sun House´, die Archi­tek­tin Elea­nor Ray­mond ent­wirft das Gebäu­de und Maria Tel­kes ent­wi­ckelt und baut das Heiz­sys­tem“, heißt es bei „inge­nieur.de“. Dabei ver­wen­det sie „eine Che­mi­ka­lie, die die Wär­me kris­tal­li­siert, spei­chert und dann zurück­strahlt, um eine kon­stan­te Tem­pe­ra­tur zu hal­ten.“ Die Anla­ge benö­tigt „kei­ne zusätz­li­che Ener­gie­quel­le und hält das Fünf-Zim­mer-Haus in Dover, Mas­sa­chu­setts kühl“, heißt es in der Trau­er­an­zei­ge der „New York Times“ über die Erfin­de­rin und ihr Werk. Und es ist eben jene Vor­den­ke­rin, die im Zwei­ten Welt­krieg für die Mari­ne ein Solar-Salz­was­ser­de­stil­lier­ge­rät ersann. Jenes hilft See­leu­ten und abge­stürz­ten Flie­gern in Not, ret­tet so deren Leben. Das ist ihr ers­ter gro­ßer Streich, wenn man es so sagen will. Ihr zwei­ter Auf­schlag ist auch ihr größ­ter Erfolg.  

Das Leben im Novum

Und: Das „Dover Sun House“ ist wohl 1948 welt­weit das ers­te Solar­heim. Andrew Neme­thy lebt als Kind in dem Wun­der­werk und schreibt im „Bos­ton Glo­be“ Jahrz­en­te spä­ter dar­über: „Das Son­nen­haus hat­te sei­ne Tücken, nicht zuletzt war es die täg­li­che Auf­ga­be, die Jalou­sien, die die sie­ben Pan­ora­ma­fens­ter bedeck­ten, hoch- oder her­un­ter­zu­las­sen. Die Jalou­sien ver­hin­der­ten, dass die Wär­me an bewölk­ten Tagen nach außen drang und beschütz­te uns auch vor einer Über­hit­zung durch die Son­ne.“ Über den Hin­ter­grund der Anla­ge noch ein­mal „Brand eins“: „Sobald es bewölkt war und küh­ler wur­de, gab das Salz Wär­me ab und heiz­te das Haus. Zugleich funk­tio­nier­te das Sys­tem als Kli­ma­an­la­ge: Wenn es im Som­mer heiß war, nahm das Salz Hit­ze auf und kühl­te das Haus.“

Aller Anfang ist schwer

Doch Inno­va­tio­nen funk­tio­nie­ren nicht immer rei­bungs­los. „Ich erin­ne­re mich, dass mei­ne Mut­ter mir erzähl­te, dass wir uns drin­nen ein­pack­ten, als die Solar­hei­zung aus­zu­fal­len begann, aber mei­ne Kind­heits­er­in­ne­run­gen bezie­hen sich haupt­säch­lich auf ein selt­sam aus­se­hen­des Haus in länd­li­cher Umge­bung, drei Mei­len von mei­nem engs­ten Freund ent­fernt, nicht auf ein wis­sen­schaft­li­ches Wahr­zei­chen“, erin­nert sich Andrew Neme­thy. Kamen „Besu­cher­grup­pen, um das Haus zu besich­ti­gen, hät­ten sie die Hei­zun­gen in Schrän­ken ver­ste­cken müs­sen. Nach drei Jah­ren ver­sag­te das Heiz­sys­tem voll­ends.“ Aber: Aller Anfang ist schwer. Was bleibt, ist ein Zuruf für den Heu­re­ka-Moment und ein cha­peau, Frau Tel­kes!  
 
Sicher, wir ken­nen vie­le männ­li­che Erfin­der. Da wären Tho­mas Alva Edi­son als Mann für das elek­tri­sche Licht oder Phil­ipp Reis, der Erfin­der des Tele­fons. Tau­sen­de ihrer Namen fin­den sich in unse­ren Städ­ten wie­der — sei es als Stra­ßen­na­me oder auf pom­pö­sen Sta­tu­en. Doch wie steht es um die Frau­en? Die­se Cou­ra­ge-Online-Serie wid­met sich den Damen, die Unglaub­li­ches ent­deck­ten oder ersan­nen, die um die Ecke dach­ten und Gro­ßes entwarfen. 

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„Glück­lich! Dich hab ich gefun­den, hab aus Mil­lio­nen Dich umwun­den“. Wei­ter heißt es im Gedicht von Fried­rich Schil­ler über die Freund­schaft: „Laß´ das Cha­os die­se Welt umrüt­teln, durch­ein­an­der die Ato­men schüt­teln. Ewig fliehn sich uns­re Her­zen zu.“ Nur wer­den die Freund­schaf­ten mit den Jah­ren weni­ger. Wie lässt sich das aufhalten? 

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