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  • Wissenschaftlerin und Erfinderin Katharine Burr Blodgett, ©Smithsonian Institiution

Erfinderinnen: Katharine Burr Blodgett und das undurchsichtige Glas

2022-12-19T15:41:28+01:0018. Dezember 2022|

Die Wis­sen­schaft­le­rin und Erfin­de­rin Katha­ri­ne Blod­gett ist die ers­te Frau, die an der eng­li­schen Uni­ver­si­tät Cam­bridge in Phy­sik pro­mo­vierte und zudem die Ers­te, die von der Fir­ma Gene­ral Electric ein­ge­stellt wird. Wir haben uns ange­schaut, was sie erfun­den hat. 

Von Mat­thi­as Lauerer

famoussci­en­tists schreibt: Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs leis­te­te Blod­gett wich­ti­ge For­schungs­bei­trä­ge für den mili­tä­ri­schen Bedarf, zum Bei­spiel für Gas­mas­ken, Rauch­schür­zen und eine neue Tech­nik zur Ent­ei­sung von Flug­zeug­flü­geln. Ihre Arbeit in der Che­mie, ins­be­son­de­re im Bereich der Ober­flä­chen auf mole­ku­la­rer Ebe­ne, führ­te zu ihrer ein­fluss­reichs­ten Erfin­dung: nicht reflek­tie­ren­des Glas. Ihr „unsicht­ba­res“ Glas ver­wen­de­te man zunächst für Lin­sen in Kame­ras und Film­pro­jek­to­ren sowie in den Peri­sko­pen von U‑Booten, die damit unter­halb der Was­ser­li­nie Aus­schau nach dem Feind hal­ten. Auch heu­te noch ist ent­spie­gel­tes Glas für Bril­len­glä­ser, Auto­schei­ben und Com­pu­ter­bild­schir­me unver­zicht­bar. Aber wer war Katha­ri­ne Burr Blod­gett? 

Vater verstirbt früh 

Katha­ri­ne wird am 10. Janu­ar 1898 in Schenec­ta­dy, New York gebo­ren. Der Papa stirbt durch einen Unfall kurz vor der Geburt. Als sie drei Jah­re alt ist, zieht die Fami­lie nach Frank­reich und elf Jah­re spä­ter wie­der nach New York City. Mit einem Sti­pen­di­um macht sie am „Bryn Mawr Col­le­ge“ 1917 ihren Abschluss. 

Physik-Doktortitel an der Universität Cambridge 

Ihr ver­stor­be­ner Vater hat­te zuvor bei Gene­ral Electric gear­bei­tet. Bei einem Besuch wird die Stu­den­tin in ihrem Wunsch bestärkt, der Wis­sen­schaft treu zu blei­ben. Denn die hat es ihr ange­tan. Katha­ri­ne gelingt der Mas­ter­ab­schluss in Natur­wis­sen­schaf­ten und dann ent­wi­ckelt sie sich zu einem Novum: Noch nie zuvor ver­lieh man einer Frau vor ihr den Phy­sik-Dok­tor­ti­tel an der Uni­ver­si­tät Cam­bridge. 

Schon wieder die Erste 

Dann wie­der ein ers­tes Mal: Nach ihrem Mas­ter­ab­schluss stel­len sie die Ver­ant­wort­li­chen als ers­te Wis­sen­schaft­le­rin bei Gene­ral Electric ein. Ihr gelingt die Ent­de­ckung zur Mes­sung trans­pa­ren­ter Objek­te, spä­ter wird dar­aus nicht reflek­tie­ren­des Glas, was uns heu­te noch dient, ent­wi­ckelt. Die­ses erweist sich als sehr effek­ti­ves Gerät für Che­mi­ker und Phy­si­ker und fin­det sich bis heu­te in vie­len Kon­sum­gü­tern von Kame­ra­lin­se bis Bil­der­rah­men. Das Patent wird ihr unter der Num­mer „US2220862 A“ vor 82 Jah­ren ver­ge­ben. 

Weitere Erfindungen 

Doch Frau Blod­gett hat noch mehr Geis­tes­blit­ze: Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs erfin­det sie Nebel­wän­de. Die Rauch­schir­me ret­ten vie­le Leben, indem sie die Sicht auf die eige­nen Sol­da­ten ver­hin­dern. Ihre Arbeit wird aner­kannt und sie wird durch vie­le Prei­se und Titel aus­ge­zeich­net. 1951 erhält sie die Gar­van-Medail­le und 1939 die Ehren­dok­tor­wür­de des Elmi­ra Col­le­ge. Drei Jah­re spä­ter dann noch die der Brown Uni­ver­si­ty. Sie stirbt am zwölf­ten Okto­ber 1979. Bei Wiki­pe­dia steht über sie: „Die Katha­ri­ne Burr Blod­gett Medal ist ein Preis für Ange­wand­te Phy­sik des Insti­tu­te of Phy­sics, ver­lie­hen für her­aus­ra­gen­de Anwen­dun­gen der Phy­sik in Indus­trie oder im kom­mer­zi­el­len Umfeld.“ So gerät sie nie in Vergessenheit. 

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