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  • Hedy Lamarr, Schauspielerin und Erfinderin, ©mauritius images / Collection Christophel

Erfinderinnen: Hedy Lamarr und ihr Beitrag zur Technikgeschichte

2023-01-17T10:16:17+01:0027. Dezember 2022|

Digi­ta­les Noma­den­tum wird immer gefrag­ter: Wes­halb nicht dort arbei­ten, wo man möch­te? Nur wel­che Tech­no­lo­gie dahin­ter macht so ein Leben mög­lich? Schon hebt sich der Vor­hang für eine ganz spe­zi­el­le Erfin­de­rin. 

Von Mat­thi­as Lauerer

Alles ist mach­bar, lesen und hören wir seit ein paar Som­mern. Ver­las­se doch den ewi­gen Trott und sei frei. Per Zoom und dem Wi-Fi klappt der Job auch im israe­li­schen Strand­bad und die Kli­en­ten sind glück­lich. Wer an die Zeit nach der Pan­de­mie denkt, dem könn­te der Gedan­ke gut gefal­len. Den Traum des Digi­ta­len Noma­den­tums leben mitt­ler­wei­le vie­le. 

86 vollgepackte Lebensjahre 

Doch ob sie schon ein­mal etwas von Hedy Lamarr, gebo­ren als Hed­wig Eva Maria Kies­ler, gehört haben? Sie half dabei, den Grund­stein für mobi­les Arbei­ten zu legen. Hed­wig wird am 9. Novem­ber 1914 gebo­ren und stirbt am 19. Janu­ar 2000. Eine klas­si­sche For­scher­kar­rie­re absol­vier­te Hedy aber nicht, sie war US-ame­ri­ka­ni­sche Film­schau­spie­le­rin und Erfin­de­rin. Ihr ers­ter Film war der 1933 gedreh­te Strei­fen „Ecsta­sy“. Wie Giga schreibt, rief ihr Auf­tritt in dem Film, in dem sie sich nackt zeig­te und einen Orgas­mus simu­lier­te, einen Skan­dal her­vor. 1938 annek­tie­ren die Nazis die Tsche­cho­slo­wa­kei und Lamarr flieht kurz zuvor nach Paris. Der Mann an ihrer Sei­te ist nicht ihr Gat­te, denn der war ein Waf­fen­pro­du­zent, der mit Adolf Hit­ler zusam­men­ar­bei­te­te. Immer­hin bekommt sie durch ihren Ehe­mann Ein­blick in zahl­rei­che waf­fen­tech­ni­sche Unter­la­gen und konn­te sich so tech­ni­sches Wis­sen aneig­nen, wie es bei Giga dazu heißt. 

Von der Schauspielerin zur Erfinderin 

Auf ihrem Trip hat sie gro­ßes Glück, und trifft den Stu­dio­lei­ter von „Metro-Gold­wyn-May­er“ Lou­is B. May­er. Der gibt ihr einen Film­ver­trag in Hol­ly­wood. „Lady of the Tro­pics“, „Boom Town“ oder „White Car­go“ hei­ßen ihre Fil­me. Was die Schau­spie­le­rin jedoch erfun­den hat, ist damit noch nicht geklärt.  

Zusam­men mit Geor­ge Ant­heil über­leg­te Lamarr Mög­lich­kei­ten, wie man die USA im Kampf gegen das Hit­ler-Regime unter­stüt­zen könn­te. Sie hat­ten die Idee, das Prin­zip von Loch­kar­ten auf die damals gebräuch­li­che Waf­fen­tech­nik zu über­tra­gen: Tor­pe­dos. Die­se wur­den per Funk gesteu­ert und so konn­te die Ver­bin­dung leicht gestört wer­den. Die Idee bestand des­halb dar­in, dass der Tor­pe­do und das zuge­hö­ri­ge Steu­er­ele­ment stän­dig und gleich­zei­tig die Fre­quenz wech­seln. So wäre es nicht nur schwe­rer, die Ver­bin­dung zu ver­fol­gen, son­dern sie wäre auch schwe­rer angreif­bar. Die­ses Funk­leit­sys­tem nennt sich Fre­quenz­sprung­tech­nik. Ein Teil die­ser Tech­nik fin­det sich in der Blue­tooth-Tech­no­lo­gie und auch ver­schie­de­ne WLAN-Stan­dards set­zen auf sol­che zufäl­lig gewähl­ten Sprün­ge. 2014 wur­de Hedy Lamarr dafür in die Natio­nal Inven­tors Hall of Fame auf­ge­nom­men. 

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