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  • Symbolbild: Ann Kiessling hat viele wichtige Entdeckungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit und HIV gemacht, ©BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Erfinderinnen: Ann Kiessling und ihre Forschung im Kampf gegen das HIV-Virus

2023-01-17T10:14:34+01:0025. Dezember 2022|

Ihr gelang so eini­ges in ihrem Leben. Dabei arbei­tet Ann Kiess­ling mit 80 Jah­ren noch immer an der Bed­ford Stem Cell Rese­arch Foun­da­ti­on. Ein Resü­mee.  

Von Mat­thi­as Lauerer

Ann Kiess­ling hat vie­le wich­ti­ge Ent­de­ckun­gen im Bereich der repro­duk­ti­ven Gesund­heit und HIV gemacht; ihre For­schung hat es vie­len HIV-posi­ti­ven Eltern ermög­licht, gesun­de, von der Krank­heit nicht belas­te­te Babys zu bekom­men. Die älte­ren Lesen­den erin­nern sich wohl noch genau dar­an, was die HIV- und die dar­aus resul­tie­ren­de AIDS-Epi­de­mie in den 1980er und 1990er-Jah­ren noch bedeu­te­te. Es schien ein Vor­ge­schmack zu sein auf die heu­te herr­schen­de Medi­en­pa­nik. 

Peter Gau­wei­ler, damals Innen­staats­se­kre­tär der CSU, woll­te LGBTs in Bay­ern kaser­nie­ren las­sen. In der SZ heißt es dazu: „Raz­zi­en wur­den dann zum Jugend­schutz geführt, Mitt­drei­ßi­ger mit Schnau­zer muss­ten sich aus­wei­sen. Als letz­tes Mit­tel blei­be ´Abson­de­rung´, so Gau­wei­ler damals im ´Bay­ern­ku­rier´. Ziel sei es, ´die All­ge­mein­heit zu schüt­zen und dem oder der Betrof­fe­nen nach­hal­tig vor Augen zu füh­ren, dass bestimm­te lebens­ge­fähr­li­che Hand­lungs­wei­sen nicht fort­ge­setzt wer­den dür­fen.´“ Man stel­le sich so ein Ver­hal­ten 2022 vor. 

Tausende von Texten zum Thema

Gibt man die drei Buch­sta­ben „HIV“ in die Such­ma­schi­ne des Archivs der New York Times ein, so fin­den sich ins­ge­samt 6.856 Tex­te dazu. Die­se enor­me Zahl muss man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen, bedeu­tet sie doch über 20 Jah­re lang im Schnitt jeden Tag ein Text über das The­ma. Täg­lich. Was das alles mit Ann Kiess­ling zu tun hat? Sie fand neue Über­tra­gungs­we­ge des Virus und gilt als eine der bes­ten For­sche­rin­nen im Bereich der Stamm­zel­len­for­schung und HIV. Ihre Arbeit ret­te Men­schen­le­ben und es ist davon aus­zu­ge­hen, dass ihr das auch wei­ter­hin gelingt. 

Menschliche Eizellspende 

Ihr gelang die Ent­de­ckung der Akti­vi­tät der rever­sen Tran­skrip­ta­se in mensch­li­chen Zel­len. Die rever­se Tran­skrip­ta­se ist ein Enzym, das RNA in DNA umschrei­ben kann. Vor 22 Jah­ren ent­wi­ckel­te sie Ame­ri­kas ers­tes Pro­gramm zur Spen­de mensch­li­cher Eizel­len für die Stamm­zel­len­for­schung. Ihr Hin­ter­grund: ein Bache­lor-Abschluss in Kran­ken­pfle­ge und Che­mie, dann 1971 die Pro­mo­ti­on an der „Ore­gon Sta­te Uni­ver­si­ty“ in Bio­che­mie und Bio­phy­sik. Im Pri­vat­le­ben schenk­te sie vier Kin­dern das Leben.   

IVF vor über 30 Jahren 

Bei Wiki­pe­dia klingt es dann so: „Ihre dop­pel­ten Inter­es­sen an Viro­lo­gie und Repro­duk­ti­ons­bio­lo­gie führ­ten zur Ein­rich­tung des ers­ten Labors für In-vitro-Fer­ti­li­sa­ti­on (IVF) beim Men­schen in Ore­gon in den frü­hen 1980er-Jah­ren. Die ´Har­vard Medi­cal School´ rekru­tier­te Kiess­ling 1985, wo sie bis 2011 forsch­te.“ 

Mit 80 Jahren noch aktiv 

Und poli­tisch enga­giert ist Ann Kiess­ling zudem: „Ich bewer­be mich für eine zwei­te Amts­zeit als Mit­glied des Gesund­heits­am­tes von Bed­ford. Seit vie­len Jah­ren beschäf­ti­ge ich mich mit dem Risi­ko der öst­li­chen Pfer­de­enze­pha­li­tis und durch Zecken über­tra­ge­ne Krank­hei­ten wie Bor­re­lio­se, Ana­plas­mo­se und Babe­sio­se. Ich will die Bemü­hun­gen zur Ver­rin­ge­rung des Risi­kos die­ser Krank­hei­ten für die Ein­woh­ner von Bed­ford fort­set­zen und bin ein star­ker Befür­wor­ter der Betei­li­gung von Bür­gern an der Regie­rung“, so Kiess­ling. Dabei ist sie mitt­ler­wei­le 80 Jah­re alt.  

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