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    Aktien Kennzahlen, ©FreshSplash/iStock

Endlich Börse – Teil 1: Hilfe bei der Aktienauswahl – Auf diese Kennzahlen kommt es an

2022-03-16T15:56:59+01:0018. März 2022|

Auf der Suche nach Akti­en hel­fen bestimm­te Kenn­zah­len, um die Titel zu ana­ly­sie­ren. Chan­cen und Risi­ken wer­den hier gegen­ein­an­der abge­wo­gen. 

Von Ant­je Erhard

Die wich­tigs­ten Kenn­zah­len kön­nen dir hel­fen, Akti­en aus­zu­wäh­len. Die Aus­wahl soll­test du aber immer mit dei­ner Stra­te­gie abglei­chen, bevor du inves­tierst. Und: eine Kenn­zahl allei­ne macht noch kei­ne Ent­schei­dung…  

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Die wahr­schein­lich wich­tigs­te Kenn­zahl. Sie gibt an, wie güns­tig eine Aktie ist oder eben wie teu­er, viel­leicht zu teu­er. Um das KGV zu ermit­teln, divi­diert man den Net­to­ge­winn pro Aktie durch den Akti­en­kurs.  Doch was genau sagt es aus? Ange­nom­men, das KGV eines Unter­neh­mens ist bei 10. Dann wür­de es zehn Jah­re dau­ern, bis das Unter­neh­men den Wert der Aktie als Gewinn erzielt hat. 

Je nied­ri­ger ein KGV ist, umso güns­ti­ger ist die Aktie. Unter 12 gel­ten Akti­en als güns­tig, über 20 als teu­er. Aber das KGV allein reicht nicht als Ent­schei­dungs­grund­la­ge. Denn Unter­neh­men kön­nen die­sen Wert beein­flus­sen. Wich­tig ist, dass als Ver­gleichs­grund­la­ge der Gewinn abzüg­lich Zin­sen, Steu­ern und Abschrei­bun­gen ist, nicht das ope­ra­ti­ve Ergeb­nis. Dar­über hin­aus spielt der Ver­gleichs­zeit­raum eine Rol­le: Das Vor­jah­res­er­geb­nis ist tes­tiert, aber eben auch schon wie­der Ver­gan­gen­heit. Je jün­ger das Ergeb­nis ist, umso rea­lis­ti­scher ist das aktu­el­le KGV. 

Auch ein his­to­ri­scher KGV-Ver­gleich ist sinn­voll: Ein Aus­rei­ßer-Gewinn ver­zerrt womög­lich das Gesamt­bild, wäh­rend kon­stan­te oder stei­gen­de Gewin­ne für eine soli­de Unter­neh­mens­ent­wick­lung spre­chen kön­nen – wenn auch ohne Garan­tie für die Zukunft. Dar­über hin­aus kann ein plötz­li­cher Kurs­sturz (gab es einen Crash am Markt – oder betraf es nur die­ses Unter­neh­men?) das KGV ver­zer­ren. 

Dar­über hin­aus emp­fiehlt es sich, das KGV in der Bran­che mit der Kon­kur­renz zu ver­glei­chen: Wie steht das KGV von Unter­neh­men X im Ver­gleich da? Wie sind die Gewinn­aus­sich­ten der Bran­che, wel­ches sind die Risi­ken, gibt es bran­chen­spe­zi­fi­sche Risi­ken, die es zu beach­ten gilt. 

Die PEG-Ratio

Um Auf­schlüs­se über die fai­re Bewer­tung einer Aktie zu erhal­ten, ist die PEG-Ratio sinn­voll. PEG bedeu­tet Pri­ce-Ear­ning to Growth und lässt sich über­set­zen als Kurs-Gewinn-Wachs­tums-Ver­hält­nis. 

Die PEG-Ratio lässt sich berech­nen durch Divi­si­on des KGV durch das erwar­te­te Gewinn­wachs­tum. Bei einem Wert grö­ßer als 1 über­steigt das KGV den pro­gnos­ti­zier­ten Gewinn. Die Fol­ge: Die Aktie gilt als über­be­wer­tet. Ist die PEG-Ratio klei­ner als 1, ist die Aktie unter­be­wer­tet. Sind KGV und erwar­te­te Gewinn­stei­ge­rung gleich groß, dann ist die Bewer­tung der Aktie als fair anzu­se­hen. 

Die Marktkapitalisierung

Sie wird auch als Bör­sen­wert bezeich­net. Die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung zeigt, wie viel ein Unter­neh­men der­zeit an der Bör­se wert ist. Die­se Zahl schwankt stän­dig – mit dem Akti­en­kurs. Danach ist Apple der­zeit mit 2,66 Bil­lio­nen US-Dol­lar das wert­volls­te Unter­neh­men der Welt. Die ers­te Bil­li­on hat­te Apple im Jahr 2018 geknackt. Auf den Fol­ge­plät­zen ran­gie­ren Sau­di Aram­co, Micro­soft, Alpha­bet, Ama­zon, Tes­la, Berkshire Hat­ha­way, Nvi­dia, Sam­sung Elec­tro­nics und Ten­cent. Ein deut­sches Unter­neh­men ist unter den ers­ten 50 Plät­zen nicht zu fin­den. 

Die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung wird meist als Ent­schei­dungs­hil­fe mit her­an­ge­zo­gen, wenn es um ein Akti­en-Invest­ment geht, denn sie zeigt die Grö­ße des Unter­neh­mens im Ver­gleich zu ande­ren. Unter Berück­sich­ti­gung der Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung wer­den Akti­en in ver­schie­de­ne Kate­go­rien unter­teilt: 

Lar­ge Caps sind Akti­en mit mehr als 10 Mil­li­ar­den Bör­sen­wert. Mid Caps sind 2 bis 10 Mil­li­ar­den schwer, Small Caps ab 300 Mil­lio­nen. Die genau­en Zah­len vari­ie­ren aber von Land zu Land und Markt zu Markt. Sie sind als Richt­schnur aber hilf­reich.  

Die­se Kenn­zahl hat Vor- und Nach­tei­le. Mit Hil­fe der Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung kannst du rela­tiv leicht das Risi­ko eines Invest­ments beur­tei­len. Gene­rell gilt an den Bör­sen, dass Lar­ge-Cap-Unter­neh­men lang­fris­tig bes­se­re Chan­cen an den Kapi­tal­märk­ten haben und ein gerin­ge­res Risi­ko ber­gen, weil sie ver­gleichs­wei­se sta­bi­ler sind. Mid Caps wird – und der MDAX zeigt es im Ver­gleich zum DAX — ein gro­ßes Wachs­tums­po­ten­zi­al beschei­nigt. Small Caps sind oft risi­ko­rei­cher, aber durch Inno­va­tio­nen und schnel­les Wachs­tum sind sie oft auch Über­nah­me-Kan­di­da­ten, was sie meist posi­tiv auf den Kurs aus­wirkt, wenn ein Über­nah­me-Inter­es­sent auf­taucht.  

Trotz die­ser ein­fa­chen Kenn­zahl ist sie aber nur eine unter vie­len, um eine Aktie zu bewer­ten.  

Der Cashflow

Ob und wie liqui­de ein Unter­neh­men ist, wie viel Geld es zu sei­ner sofor­ti­gen Ver­fü­gung hat, zeigt dir die­se Kenn­zahl.  

Ist die Dif­fe­renz aus Mit­tel­zu­fluss und Mit­tel­ab­fluss posi­tiv, ist das Unter­neh­men soli­de auf­ge­stellt hin­sicht­lich der Liqui­di­tät: Es kann aus eige­ner Kraft inves­tie­ren und sei­ne Schul­den til­gen.  

Cash­flow schwan­ken stark. Des­halb ist eine lang­jäh­ri­ge Betrach­tung schwie­rig. Außer­dem gibt es meh­re­re Cash­flows, etwa den Free Cash­flow oder den Brut­to Cash­flow. Du musst also dar­auf ach­ten, nicht Äpfel und Bir­nen zu ver­glei­chen.  

Das Kurs-Cash Flow-Verhältnis KCV

Das KCV errech­nest du, in dem du den Kurs der Aktie durch den Cash­flow der Aktie divi­dierst. Je güns­ti­ger die Aktie ist, des­to gerin­ger ist das KCV. Je nied­ri­ger der KCV-Wert, des­to bes­ser, denn des­to güns­ti­ger ist die Aktie bewer­tet. Ein Wert zwi­schen 15 und 18 gilt als recht fair, ein nied­ri­ge­rer Wert wird als gut betrach­tet. 

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