• Aktien Kennzahlen
    Aktien Kennzahlen, ©PeopleImages/iStock

Endlich Börse: Hilfe bei der Aktienauswahl – Auf diese Kennzahlen kommt es an. Teil 2

2022-03-23T08:20:35+01:0025. März 2022|

Es gibt eine Men­ge an Kenn­zah­len, um Akti­en zu bewer­ten und zu fil­tern. Mit die­sen Kenn­zah­len wählst du Akti­en leich­ter.  

Von Ant­je Erhard

Teil 2 zu den wich­tigs­ten Bewer­tungs­kenn­zah­len. Du fin­dest sie in den gän­gi­gen Finanz- und Online-Por­ta­len. Eine allei­ne reicht aber nicht aus, um eine Wahl zu tref­fen. 

Die Dividenden-Rendite

Das ist das Ver­hält­nis der aus­ge­zahl­ten bzw. avi­sier­ten Divi­den­de eines Unter­neh­mens im Ver­hält­nis zum Akti­en­kurs. Sie wird wie folgt berech­net: Divi­den­de pro Aktie divi­diert durch den Kurs der Aktie, mul­ti­pli­ziert mit dem Fak­tor 100.  

Je höher die Divi­den­den-Ren­di­te ist, umso attrak­ti­ver ist die Aktie. Aber auch hier gilt: kei­ne Regel ohne Aus­nah­men: Bricht der Akti­en­kurs ein (die Grün­de kön­nen im Unter­neh­men lie­gen, in der Bran­che als Sip­pen­haft oder im Gesamt­markt), dann steigt die Divi­den­den-Ren­di­te. Doch womög­lich glei­chen die Divi­den­den-Zah­lun­gen die erlit­te­nen Kurs­ver­lus­te gar nicht aus? Und was nützt es, wenn du mit der Aktie 20, 30 oder gar 50 Pro­zent ver­lierst und pro Titel weni­ge Cent Divi­den­de bekommst? Lang­fris­tig bei soli­den Unter­neh­men machen die Divi­den­den aller­dings fast die Hälf­te der Erträ­ge der Aktio­nä­re aus. 

Wenn der Vor­stand eine Divi­den­de beschlos­sen hat, stimmt die Haupt­ver­samm­lung dar­über ab und am ers­ten Han­dels­tag nach der Haupt­ver­samm­lung notiert die Aktie ex Divi­den­de. Am drit­ten Han­dels­tag nach dem Aktio­närs­tref­fen wird sie aus­ge­zahlt. Die Höhe der Divi­den­de hängt von der Geschäfts­ent­wick­lung ab: In schwa­chen Jah­ren kann sie gekürzt oder gar gestri­chen wer­den. Sie hängt aber auch von der Art der Aktie ab: Mit Stamm­ak­ti­en haben Aktionär:innen Mit­be­stim­mungs­rech­te, mit Vor­zugs­ak­ti­en sind die Stimm­rech­te an das Unter­neh­men abge­ge­ben, dafür ist die Divi­den­de bei den so genann­ten Vor­zü­gen höher. 

Die Eigenkapital-Quote

Das Gesamt­ka­pi­tal eines Unter­neh­mens setzt sich aus sei­nem Eigen- und Fremd­ka­pi­tal zusam­men. Fremd­ka­pi­tal sind zum Bei­spiel Kre­di­te. Eigen­ka­pi­tal ist das Kapi­tal, das durch die Eigentümer:innen ein­ge­bracht wird, aber auch Gewin­ne, die nicht aus­ge­schüt­tet wurden.

Die Eigen­ka­pi­tal-Quo­te gibt an, wie soli­de ein Unter­neh­men finan­ziert ist. Das Eigen­ka­pi­tal divi­diert durch das Gesamt­ka­pi­tal mul­ti­pli­ziert mit dem Fak­tor 100 ergibt die Quo­te. Je höher die Eigen­ka­pi­tal-Quo­te, umso bes­ser kann sich ein Unter­neh­men aus eige­ner Kraft finan­zie­ren und ist nicht auf Fremd­ka­pi­tal wie Kre­di­te ange­wie­sen. Zugleich ist die Wahr­schein­lich­keit einer Zah­lungs­un­fä­hig­keit gerin­ger, je höher das Eigen­ka­pi­tal bzw. die Eigen­ka­pi­tal-Quo­te ist. Dies wirkt sich wie­der­um posi­tiv auf die Boni­tät des Unter­neh­mens aus und macht es zugleich leich­ter, sich im Zwei­fels­fall Kapi­tal an den Kapi­tal­märk­ten zu beschaf­fen. 

Die Eigenkapital-Rendite

Sie gibt an, wie viel Gewinn das Unter­neh­men im Ver­hält­nis zu sei­nem Eigen­ka­pi­tal erwirt­schaf­tet. Also ob eine Inves­ti­ti­on ren­ta­bel ist. Je höher der pro­zen­tua­le Wert, des­to ren­ta­bler hat das Unter­neh­men sein Eigen­ka­pi­tal ein­ge­setzt. Eine gerin­ge Ren­di­te kann aber auch ein Hin­weis sein, dass Kapi­tal unren­ta­bel gebun­den ist, etwa wenn Anla­ge­ver­mö­gen nicht ren­ta­bel ein­ge­setzt wird. Das kön­nen zum Bei­spiel Maschi­nen, Fahr­zeu­ge, Lizen­zen, Grund­stü­cke, Fir­men­be­tei­li­gun­gen oder Immo­bi­li­en sein. 

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis

Wie bewer­tet man ein Unter­neh­men, das noch kei­nen Gewinn erzielt? Das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis KGV schei­det da also aus. Das Kurs-Umsatz-Ver­hält­nis setzt statt­des­sen den Kurs der Aktie ins Ver­hält­nis zum Umsatz. Die Faust­re­gel zur Bewer­tung ist die glei­che wie beim KGV:  

Je nied­ri­ger das KUV, des­to güns­ti­ger ist das Unter­neh­men. Selbst bei einem Unter­neh­men, das bereits Gewinn macht, ist das KUV als zusätz­li­cher Indi­ka­tor eine wich­ti­ge Ent­schei­dungs­grund­la­ge, weil Umsät­ze schwer mani­pu­lier­bar sind — anders als Gewin­ne.  Nach­teil beim KUV: Die Kos­ten wer­den hier nicht berück­sich­tigt. Sie spie­len aber bei der Fra­ge der Pro­fi­ta­bi­li­tät eine wich­ti­ge Rol­le. Des­halb ist das KUV nur ein Indi­ka­tor von vie­len. 

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis

Das Eigen­ka­pi­tal im Ver­hält­nis zum Markt­wert eines Unter­neh­mens wird im KBV abge­bil­det. Buch­wert ist das Eigen­ka­pi­tal divi­diert durch die Anzahl der aus­ge­ge­be­nen Akti­en. Ein KBV von 1 bedeu­tet, dass der Unter­neh­mens­wert exakt dem Eigen­ka­pi­tal ent­sprä­che. Ein höhe­rer Wert signa­li­siert, dass das Unter­neh­men über­be­wer­tet ist im Ver­hält­nis zum Eigen­ka­pi­tal. Ein Wert unter 1 deu­tet auf eine ent­spre­chen­de Unter­be­wer­tung. 

Die Verschuldung

Das Fremd­ka­pi­tal divi­diert durch das Eigen­ka­pi­tal mul­ti­pli­ziert mit 100 ergibt den Ver­schul­dungs­grad eines Unter­neh­mens. Eine hohe Ver­schul­dung bedeu­tet viel gebun­de­nes Kapi­tal für Zin­sen und Til­gung, ein Risi­ko von Zah­lungs­aus­fäl­len bis hin zur Zah­lungs­un­fä­hig­keit. Mit einer gro­ßen Abhän­gig­keit des Unter­neh­mens von Fremd­ka­pi­tal ist es in sei­ner Unab­hän­gig­keit ein­ge­schränkt, Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen zu tref­fen und durch­zu­füh­ren. Außer­dem lei­det die Boni­tät. 

Fazit: Eine Men­ge an Kenn­zah­len ste­hen dir für die Bewer­tung von Unter­neh­men zur Ver­fü­gung. Wir haben die wich­tigs­ten zusam­men­ge­tra­gen, die all­ge­mein gül­tig sind. Eine allei reicht nie aus, um ein Unter­neh­men ange­mes­sen bewer­ten zu kön­nen. Die wich­tigs­ten Kenn­zah­len fin­dest du auf Online-Por­ta­len. 

Unser gra­tis Newsletter

Noch mehr Infos für dich

Wann du (noch) nicht an der Börse investieren solltest

Die Kur­se stei­gen und du willst schnell auf den fah­ren­den Zug auf­sprin­gen? Oder sie fal­len und du willst den Moment zum Ein­stieg nut­zen? Super, wenn du inves­tie­ren willst. Aber ein paar Vor­aus­set­zun­gen braucht es, damit es auch funk­tio­niert. Hilft ja nichts, wenn du nach eupho­ri­schem Start auf­ge­ben musst, weil die Vor­aus­set­zun­gen ein­fach (noch) nicht passen. 

Dir hat der Artikel gefallen? Jetzt teilen...

Nach oben