• Was kostet ein Aktienkauf?
    Was kostet ein Aktienkauf?, @BartekSzewczyk/iStock

Endlich Börse 6: Was kostet mich ein Aktienkauf eigentlich?

2022-02-14T12:01:51+01:0014. Februar 2022|

Ein Akti­en­kauf ist ein ech­ter Gebüh­ren-Dschun­gel. Und je nach Bro­ker auch ganz schön teu­er. Mit den Neu­bro­kern kommt Bewe­gung in den Markt. Wir brin­gen etwas Licht ins Dunkel. 

Von Ant­je Erhard

Die gute Nach­richt zuerst: Für Akti­en­ge­schäft brauchst du ein Depot. Aber Depot-Gebüh­ren neh­men die meis­ten Bro­ker hier zu Lan­de nicht. Das spart schon mal jedem Monat zwi­schen 10 und 30 Euro. Man­che Anbie­ter stel­len aber Bedin­gun­gen. Sie ver­lan­gen zum Bei­spiel regel­mä­ßi­ge Ein­zah­lun­gen in einen Spar­plan, eine bestimm­te Anzahl Tra­des pro Monat oder einen bestimm­ten Depot-Bestand. Eini­ge Haus­ban­ken neh­men aller­dings noch die­se Gebühr für die Ver­wal­tung dei­nes Depots. 

Mit dem Auf­tritt der Neo­bro­ker sind Akti­en­käu­fe ohne­hin meist güns­ti­ger gewor­den als in der Ver­gan­gen­heit. Nichts­des­to­trotz – es gibt ver­schie­de­ne Gebüh­ren, die schwer zu durch­schau­en sind. 

Größter Posten: Transaktionsgebühr 

Willst du Akti­en oder ande­re Wert­pa­pie­re kau­fen oder ver­kau­fen, fal­len jedes­mal Gebüh­ren an. Die sind nicht ein­heit­lich, son­dern unter­schied­lich von Anbie­ter zu Anbie­ter. Am stärks­ten schla­gen die Order-Pro­vi­sio­nen zu Buche. Das sind die Trans­ak­ti­ons­kos­ten für das Bör­sen­ge­schäft. Sie wer­den als Fest­preis oder pro­zen­tu­al abhän­gig vom Wert des Bör­sen­ge­schäfts beho­ben. Oder aber als Fest­preis plus einer pro­zen­tua­len Kom­po­nen­te der Anla­ge­sum­me.  

Die Gebüh­ren wer­den immer wie­der ange­passt, so dass du die ein­zel­nen Anbie­ter wirk­lich ver­glei­chen soll­test. Eini­ge Bro­ker bie­ten – abhän­gig vom Order­vo­lu­men — Null-Euro-Gebüh­ren­mo­del­le an, zum Bei­spiel Jus­t­tra­de. Ande­re neh­men einen Euro, zum Bei­spiel Tra­de Repu­blic. Wie­der ande­re set­zen die Gebüh­ren für Neu­kun­den eine Zeit lang aus, meist für sechs Mona­te, zum Bei­spiel Finanzen.net Zero. Für Trader:innen, die viel und hohe Volu­men han­deln, eig­nen sich meist Fest­prei­se.  

Kostenfalle Sparplan 

Bei Spar­plä­nen wer­den die Pro­vi­sio­nen pro Spar­ra­te fäl­lig. Häu­fig um die 1,5 Pro­zent, bei man­chen fix 1,50 Euro. Aber auch hier bie­ten vie­le Bro­ker Aktio­nen mit kos­ten­lo­sen Spar­plä­nen für gewis­se Zeit­räu­me. Grund­sätz­lich soll­test du schau­en, dass die Spar­ra­te nicht zu nied­rig ist. Bei einem Spar­plan von 50 Euro pro Monat wäre es sinn­vol­ler, statt fixer 1,50 Euro pro Monat ein­mal im Quar­tal 150 Euro für 1,50 Euro Gebüh­ren anzu­le­gen. 

Gestaffelt nach Anlagesumme 

Dar­über hin­aus sind die Order-Pro­vi­sio­nen auch gestaf­felt nach Anla­ge­sum­me: So kön­nen für einen Akti­en­kauf von statt­li­chen 25.000 Euro Volu­men Order­ge­büh­ren zwi­schen 5,64 Euro und 69,30 Euro anfal­len. Ist die Anla­ge­sum­me noch grö­ßer, nimmt der größ­te Aus­rei­ßer bis zu 99 Euro pro Tra­de. Die Order­ge­büh­ren machen aber den größ­ten Pos­ten beim Wert­pa­pier­kauf aus. Vor allem hier sind auch die Unter­schie­de zwi­schen den ein­zel­nen Anbie­tern enorm. Hier lohnt es sich, zu ver­glei­chen.  

Börsengebühr je nach Börsenplatz 

Kaufst du Wert­pa­pie­re über eine Bör­se, fällt eine Bör­sen­ge­bühr an. Die­ses Geld musst du nicht zah­len, wenn du dich für den Direkt-Han­del ent­schei­dest. Die Bör­sen­ge­büh­ren sind ein Ent­gelt für den Bör­sen­platz. Je nach Bör­se, Wert­pa­pier­art und Volu­men sind das 0,01 bis 0,05 Pro­zent. Das Han­dels­ent­gelt bezahlt den Spe­zia­lis­ten an der Bör­se.  

Zusatzleistungen kosten. Unterschiedlich viel 

Zusatz­leis­tun­gen kos­ten eben­falls Geld, zum Bei­spiel Limit-Käu­fe. Und auch hier sind die Unter­schie­de groß. Da lohnt es sich, wenn du vor­her die Preis­lis­ten ein­siehst. Auch die Spreads – die Dif­fe­renz zwi­schen Ankauf- und Ver­kauf­preis – zählt zu den Kos­ten.  

Achtung, Spreads 

Eini­ge Anbie­ter ste­hen in der Kri­tik, ledig­lich des­halb so nied­ri­ge Trans­ak­ti­ons­kos­ten anbie­ten zu kön­nen, weil sie durch hohe Spreads, höher als im Durch­schnitt, ver­die­nen. Vor allem beim außer­börs­li­chen Han­del, vor- oder nach­börs­lich sowie am Wochen­en­de, sind die Span­nen grö­ßer als zu den regu­lä­ren Han­dels­zei­ten. Lang­fris­tig spielt die Span­ne kei­ne gro­ße Rol­le, aber wenn du kurz­fris­tig agierst, soll­test du auch Spreads und Anbie­ter ver­glei­chen. 

Fonds: Achtung, Ausgabeaufschläge 

Bei Fonds sind Aus­ga­be­auf­schlä­ge ein hoher Kos­ten­fak­tor. Die betra­gen gern mal vier bis fünf Pro­zent. Pro Jahr! Wenn dann noch Per­for­mance Fees hin­zu­kom­men für erreich­te Zie­le und Manage­ment-Kos­ten, muss die Ren­di­te schon ordent­lich sein. Vie­le Fonds wer­den aller­dings inzwi­schen ohne Aus­ga­be­auf­schlag aus­ge­ge­ben. 

Beim Ver­kauf von Akti­en fal­len Steu­ern an, wenn du sie – und das ist ja das Ziel – mit Gewinn ver­kaufst. Es gibt einen Frei­be­trag von 801 Euro pro Per­son, 1602 Euro für Ver­hei­ra­te­te, aber seit 2009 fällt Abgel­tungs­steu­er auf Bör­sen­ge­schäf­te an. Auch bei Aus­lands­ak­ti­en. Auch bei Divi­den­den. Das sind 25 Pro­zent plus Soli plus ggf. Kir­chen­steu­er. Ver­lus­te und Gebüh­ren kannst du aber mit den Erträ­gen ver­rech­nen. Die meis­ten Bro­ker machen das direkt und mel­den dei­ne Bör­sen­ge­schäf­te ans Finanz­amt. 

Was noch wich­tig ist: Einen guten Bro­ker machen aber nicht nur gerin­ge Kos­ten aus, son­dern auch ein brei­tes Ange­bot an Anla­ge-Mög­lich­kei­ten, dass du schon mit nied­ri­gen Sum­men ein­stei­gen kannst und dass der Kun­den­ser­vice sehr gut ist. Nach mei­ner Erfah­rung kran­ken am Ser­vice lei­der eini­ge… 

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