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Elterngeld: Wie am meisten fließt

2021-08-12T12:31:11+02:0012. August 2021|

Um ein Baby gut zu ver­sor­gen, braucht es Zeit und mög­lichst auch Ruhe. Um jun­gen Eltern dafür Raum zu geben, sichert sie der Staat durch Eltern­geld etwas ab. Die För­de­rung gibt es in drei Vari­an­ten, die mit­ein­an­der kom­bi­nier­bar sind. Courage-online.de erklärt die Möglichkeiten.

Von Gise­la Haberer

Eltern sol­len sich rela­tiv frei ent­schei­den kön­nen, ob sie ganz für ihr Baby da sein oder Erwerbs­ar­beit und Kin­der­er­zie­hung ver­ein­ba­ren wol­len. Wer ganz zu Hau­se bleibt, erhält die maxi­mal mög­li­che För­de­rung. Teil­zeit-Erwerbs­tä­ti­ge erhal­ten einen Aus­gleich für ihre Ein­kom­mens­ein­bu­ße. Wer im Job nicht zurück­schraubt, erhält kein Eltern­geld. Die För­de­rung gibt es in drei Vari­an­ten: Basis­eltern­geld, Eltern­geldP­lus und Part­ner­schafts­bo­nus. Wie lan­ge Eltern­geld fließt, hängt auch von der Wahl und der Kom­bi­na­ti­on der Vari­an­ten ab.

 Höhe des Elterngeldes: Mindest- und Höchstbeträge

Das Basis­eltern­geld beträgt zwi­schen 300 und 1.800 Euro im Monat. Eltern­geldP­lus und der Part­ner­schafts­bo­nus fal­len halb so hoch aus, also zwi­schen 150 bis maxi­mal 900 Euro, flie­ßen aber dop­pelt so lan­ge. Damit gibt es unter dem Strich kei­nes­falls weni­ger Eltern­geld, son­dern unter bestimm­ten Bedin­gun­gen sogar mehr als in der Basis-Variante.

 Mögliche Zuschläge zum Elterngeld

Unter Umstän­den gibt es oben­drauf Zuschlä­ge: einen „Mehr­lings-Zuschlag“, der ab Zwil­lin­gen bewil­ligt wird, und einen Geschwis­ter-Bonus. Die­ser Bonus hängt von Anzahl und Alter der Geschwis­ter ab.

 Förderung für Eltern, die nach der Geburt zu Hause bleiben

Die Höhe des Eltern­gel­des rich­tet sich auch nach dem Arbeits­ein­kom­men vor und nach der Geburt. Ohne Ein­kom­men vor der Geburt, gibt es den Min­dest­be­trag von 300 Euro im Monat. Erwerbs­tä­ti­ge, die nach der Geburt zu Hau­se blei­ben wol­len, erhal­ten in der Regel 65 Pro­zent ihres frü­he­ren durch­schnitt­li­chen Net­to-Ein­kom­mens. Die­ses fließt aber nur bis zur Ober­gren­ze von 2.770 Euro in die Berech­nung ein. 65 Pro­zent von 2.770 Euro erge­ben das maxi­ma­le Basis­eltern­geld von 1.800 Euro.

 Förderung für Eltern mit geringerem Einkommen

Erzie­hen­de, die vor der Geburt weni­ger als 1.240 Euro net­to im Monat ver­dien­ten, kön­nen bis zu 67 Pro­zent ihres Net­to-Ein­kom­mens erhal­ten. Das sind zwei Pro­zent­punk­te mehr als sonst üblich.

 Förderung für Eltern, die nach der Geburt Teilzeit arbeiten

Jun­ge Eltern, die nach Geburt oder Adop­ti­on ihres Kin­des weni­ger als zuvor arbei­ten, erhal­ten einen teil­wei­sen Aus­gleich für ihre Ein­kom­mens­ein­bu­ße. Ihr Basis­eltern­geld beträgt 65 Pro­zent des Unter­schieds zwi­schen dem Arbeits­ein­kom­men vor und nach der Geburt.

 Basiselterngeld: maximal bis zum 14. Lebensmonat des Kindes

Basis­eltern­geld fließt regu­lär für zwölf Lebens­mo­na­te des Kin­des. Der Bezug lässt sich aber auf 14 Mona­te ver­län­gern. Aber: Die vol­le Dau­er von 14 Mona­ten errei­chen Paa­re nur, wenn sie die Leis­tung nach­ein­an­der bezie­hen, aber nicht gleich­zei­tig. Jeder der bei­den kann die Leis­tung nur für min­des­tens zwei und maxi­mal zwölf Mona­te beantragen.

Die maxi­ma­le Bezugs­zeit von 14 Mona­ten hängt noch von einer wei­te­ren Vor­aus­set­zung ab. Erwerbs­tä­ti­ge Eltern­paa­re und Allein­er­zie­hen­de müs­sen für min­des­tens zwei Lebens­mo­na­te weni­ger Ein­kom­men bezie­hen als vor der Geburt. Bei Paa­ren muss min­des­tens ein Eltern­teil zeit­wei­se weni­ger ver­die­nen. Allein­er­zie­hen­de kön­nen die­se Vor­aus­set­zung allei­ne erfül­len und erhal­ten dann bis zu 14 Mona­te lang Elterngeld.

ElterngeldPlus: fließt auch nach dem 14. Lebensmonat

Eltern­geldP­lus und Basis­eltern­geld kann bis zum 14. Lebens­mo­nat des Babys abwech­selnd bezo­gen wer­den. Eltern kön­nen sich jeden Monat neu ent­schei­den. Nach dem 14. Lebens­mo­nat gibt es nur noch Eltern­geldP­lus. Vor dem 14. Monat kann der Bezug von Eltern­geld unter­bro­chen wer­den. Wird danach in einem Monat kein Eltern­geld bezo­gen, endet die För­de­rung komplett.

Partnerschaftsbonus: vier Monate lang

Part­ner­schafts­bo­nus fällt genau­so hoch aus wie Eltern­geldP­lus. Doch über den Bonus lässt sich die Bezugs­zeit ver­län­gern. Denn bei­de Eltern erhal­ten jeweils vier zusätz­li­che Mona­te Eltern­geldP­lus, wenn bei­de in vier auf­ein­an­der­fol­gen­den Lebens­mo­na­ten ihres Kin­des gleich­zei­tig Teil­zeit tätig sind: min­des­tens 25 und höchs­tens 30 Stun­den (ab 1. Sep­tem­ber 2021: 24 bis 32 Stun­den). Allein­er­zie­hen­de kön­nen das Ange­bot unab­hän­gig von ihrem oder ihrer „Ex“ nut­zen: Auch sie erhal­ten den Bonus, wenn sie ent­spre­chend teil­zeit-tätig sind.

Lieber länger statt höher? Genau nachrechnen lohnt!

Bei Eltern­geldP­lus – und damit auch beim Part­ner­schafts­bo­nus – gibt es eine Decke­lung: Das Eltern­geldP­lus ist maxi­mal halb so hoch wie das Basis­eltern­geld ohne Ein­kom­men (theo­re­tisch) aus­fal­len wür­de. Die Wahl des Eltern­geldP­lus kann sich trotz­dem aus­zah­len, da es län­ger fließt.

Ein Bei­spiel: Eine Mut­ter ver­dient vor der Geburt 2000 Euro net­to. Nach der Geburt arbei­tet sie Teil­zeit und erhält 500 Euro net­to. Das Basis­eltern­geld beträgt 65 Pro­zent des Ein­kom­mens­un­ter­schie­des von 1500 Euro, also 975. Dies kann sie für maxi­mal zwölf Mona­te bezie­hen. Das ergibt ins­ge­samt 11.700 Euro Basiselterngeld.

Bezieht sie dage­gen Eltern­geldP­lus heißt das in die­sem Bei­spiel: 65 Pro­zent von 2.000 Euro sind 1.300 Euro (= theo­re­ti­sches Basis­eltern­geld ohne Ein­kom­men) , die Hälf­te davon: 650 Euro. Auf die­sen Betrag ist das Eltern­geldP­lus gede­ckelt. Es fließt aber dop­pelt so lan­ge: bis zu 24 Mona­te. Das ergibt ins­ge­samt 15.600 Euro Eltern­geldP­lus. Trotz Decke­lung erhält die Mut­ter durch die Wahl des Eltern­geldP­lus unter dem Strich also 3.900 Euro mehr als ihr das Basis­eltern­geld gebracht hätte.

Die beste Kombination finden

Eltern kön­nen selbst durch­spie­len, wel­che Kom­bi­na­ti­on der Eltern­geld-Vari­an­ten für sie am bes­ten ist: mit dem Eltern­geld­rech­ner des Bun­des-Fami­li­en­mi­nis­te­ri­ums.

Der Rech­ner gibt auch eine ers­te Ori­en­tie­rung, wie hoch das Eltern­geld aus­fal­len könn­te. Zusätz­lich kann eine Bera­tung hel­fen: von Wohl­fahrts­ver­bän­den, Orga­ni­sa­tio­nen für Schwan­ger­schafts­be­ra­tun­gen wie pro fami­lia oder Eltern­geld­stel­len.

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