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Elterngeld: Das gilt ab September

2021-08-30T15:32:26+02:0026. August 2021|

Groß­zü­gi­ge­re Teil­zeit-Rege­lung, Extra-Mona­te für Früh­chen, Spiel­raum für Neben­ver­dienst: Mil­lio­nen Eltern pro­fi­tie­ren von den neu­en Regeln zum Eltern­geld. Aus­nah­me: Spitzenverdiener:innen. Cou­ra­ge erklärt die wesent­li­chen Änderungen.

Von Gise­la Haberer

Für vie­le mehr, für weni­ge nichts mehr – so las­sen sich die Ände­run­gen zum Eltern­geld zusam­men­fas­sen, die am 1. Sep­tem­ber in Kraft tre­ten. Zunächst zu den Vergünstigungen.

Mehr Teilzeitarbeit möglich

Eltern, die nach der Geburt ihres Kin­des erst ein­mal gar nicht oder weni­ger arbei­ten wol­len, erhal­ten Eltern­geld. Bis­lang gab es die För­de­rung bis zu einer Teil­zeit-Tätig­keit von maxi­mal 30 Stun­den. Ab Sep­tem­ber sind 32 Stun­den erlaubt – also vier vol­le Tage die Woche.

Ein­fa­cher zum Bonus 

Der „Part­ner­schafts­bo­nus“ soll Eltern ermög­li­chen, Berufs- und Fami­li­en­ar­beit gleich­be­rech­tigt zu tei­len und dafür gleich­zei­tig Teil­zeit erwerbs­tä­tig zu sein. Jetzt sind 24 bis 32 Wochen­stun­den erlaubt, also drei bis vier vol­le Tage (bis­lang 25 bis 30 Stunden).

Flexiblere Bonus-Regeln

Bis­lang war der Part­ner­schafts­bo­nus nur für vier Mona­te am Stück zu bezie­hen. Ab Sep­tem­ber gibt es den Bonus für zwei bis vier Mona­te, die Dau­er ist fle­xi­bel anpass­bar. Eltern kön­nen zum Bei­spiel vier Mona­te bean­tra­gen, aber den Bezug frü­her been­den. Etwa, weil ein Eltern­teil weni­ger oder mehr arbei­ten muss. Oder sie bean­tra­gen nur zwei Mona­te und ver­län­gern die Bezugs­dau­er even­tu­ell spä­ter. Die tat­säch­li­che Arbeits­zeit ist nur noch in Aus­nah­me­fäl­len nach­träg­lich nachzuweisen.

Coro­na-Son­der­re­gel verlängert

Eltern, die wegen der Pan­de­mie nicht gleich­zei­tig Teil­zeit arbei­ten konn­ten, müs­sen ihren Part­ner­schafts­bo­nus seit März ver­gan­ge­nen Jah­res nicht zurück­zah­len. Die­se Regel wur­de bis Ende die­ses Jah­res verlängert.

Klei­ner Spiel­raum für selb­stän­di­ge Nebeneinkünfte 

Vie­le Fest­an­ge­stell­te ver­die­nen neben­her selb­stän­dig etwas dazu. Bis­lang genüg­te eine ein­zi­ge selb­stän­dig erwirt­schaf­te­te Ein­nah­me im Vor­jahr. Schon gal­ten Arbeitnehmer:innen bei der Berech­nung des Eltern­gel­des als Selb­stän­di­ge. Das Eltern­geld fiel dadurch teils dras­tisch nied­ri­ger aus. Jetzt gibt es sozu­sa­gen eine Baga­tell-Gren­ze: Wer­den im Schnitt weni­ger als 35 Euro im Monat selbst­stän­dig erwirt­schaf­tet, kön­nen Arbeitnehmer:innen bean­tra­gen, dass das Eltern­geld aus­schließ­lich nach ihren nicht­selb­stän­di­gen Ein­künf­ten berech­net wird – und damit höher ausfällt.

Kei­ne Kür­zung bei Lohnersatzleistungen

Wer­den teil­zeit-täti­ge Eltern in Kurz­ar­beit geschickt oder sind län­ger krank, wirkt sich das nicht mehr auf die Höhe ihres Eltern­gel­des aus. Frü­her ver­rin­ger­te sich das Eltern­geld, sobald Kurz­ar­bei­ter­geld oder Kran­ken­geld bezo­gen wurde.

Mehr für Eltern Frühgeborener

Eltern bekom­men jeweils einen wei­te­ren Monat Eltern­geld, wenn ihr Kind min­des­tens sechs, acht, zwölf oder 16 Wochen zu früh auf die Welt kam. Wird das Kind sechs Wochen zu früh gebo­ren, gibt es einen Eltern­geld­mo­nat zusätz­lich. Bei acht Wochen zwei Mona­te, bei zwölf Wochen drei und bei 16 Wochen vier.

Weni­ger für Spitzenverdiener:innen

Die Mehr­aus­ga­ben sol­len durch eine Strei­chung für Top­ver­die­nen­de finan­ziert wer­den. Eltern mit einem Net­to-Ein­kom­men über 300.000 Euro im Jahr erhal­ten kein Eltern­geld mehr. Frü­her lag die­se Gren­ze bei 500.000 Euro. Bei Allein­er­zie­hen­den liegt sie wei­ter­hin bei 250.000 Euro im Jahr.

Grund­re­geln beibehalten

Von die­sen Neue­run­gen abge­se­hen blei­ben die grund­sätz­li­chen Vor­ga­ben gleich. Eltern­geld gibt es nicht nur für leib­li­che Eltern, son­dern für alle Erzie­hungs­be­rech­tig­ten von Babys. Die För­de­rung fließt in drei Vari­an­ten, die sich mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren lassen.

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