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Einfache Dividenden-Strategie: So geht’s

2022-11-04T12:34:01+01:004. November 2022|

Eine Divi­den­den-Stra­te­gie lohnt sich vor allem dann, wenn die aus­ge­wähl­ten Akti­en nicht wie Stei­ne ins Boden­lo­se fal­len. Aber wie funk­tio­niert so eine Stra­te­gie überhaupt?

Von Ant­je Erhard

Eine Divi­den­den-Stra­te­gie lohnt sich vor allem dann, wenn die aus­ge­wähl­ten Akti­en nicht wie Stei­ne ins Boden­lo­se fal­len. Denn was nützt eine attrak­ti­ve Divi­den­de von viel­leicht fünf oder sechs Pro­zent, wenn der Akti­en­kurs 20 Pro­zent oder mehr ein­kracht.  

Des­halb ist immer wich­tig: Schau, woher eine Divi­den­de kommt: Der ope­ra­ti­ve Gewinn muss näm­lich höher sein als die Gewinn­be­tei­li­gung – sprich: als die Divi­den­de. Sie soll­te von einem Unter­neh­men nicht aus der Sub­stanz gezahlt wer­den müs­sen, nur um die Anteilseigner:innen bei Lau­ne zu hal­ten.  

Ande­rer­seits soll­te die Divi­den­de nicht zu nied­rig sein. Eine Aus­schüt­tungs­quo­te von 25 bis 75 Pro­zent geglät­tet über drei Jah­re gilt als guter Indi­ka­tor. Das spricht für ein funk­tio­nie­ren­des Geschäfts­mo­dell mit stei­gen­den oder sta­bi­len Erträ­gen und ver­nünf­ti­gen Kos­ten. Auch eine Divi­den­de, die über min­des­tens zehn Jah­re kon­ti­nu­ier­lich gezahlt wur­de, viel­leicht sogar erhöht wer­den konn­te, ist ein gutes Zei­chen für soli­des, erfolg­rei­ches Wirt­schaf­ten. Es gibt Unter­neh­men, die seit mehr als 100 Jah­re Divi­den­den zah­len. 

Auswahlprozess

Schau dir zunächst die Bran­chen an, die für dich bei der Aus­wahl in Fra­ge kom­men: Nach dem GICS-Modell (Glo­bal Indus­try Clas­si­fi­ca­ti­on Stan­dard) von MSCI und Stan­dard & Poor’s las­sen sich elf Indus­trien bzw. Sek­to­ren unter­schei­den: IT, Finan­zen, Basis­kon­sum­gü­ter und Nicht-Basis­kon­sum­gü­ter, Gesund­heit, Indus­trie, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Grund­stof­fe, Ener­gie, Immo­bi­li­en und Ver­sor­ger. Es reicht, hier fünf Sek­to­ren und dar­aus je zwei oder auch drei Akti­en aus­zu­wäh­len. Mit 12 bis 15 Titeln ist ein Depot breit genug diver­si­fi­ziert und auch als Anfänger:in schaffst du es, den Über­blick dar­über zu behal­ten. Dann musst du dich ent­schei­den, wie glo­bal das Port­fo­lio aus­fal­len soll: Willst du ledig­lich in deut­sche Unter­neh­men inves­tie­ren? Oder in Euro­pa? In den USA? Welt­weit?  

Streuung auch regional beachten 

Um auch hier der Diver­si­fi­ka­ti­on – sprich der brei­ten Streu­ung – Rech­nung zu tra­gen, set­zen wir auf euro­päi­sche (und damit auch deut­sche Titel) sowie US-Wer­te. Damit geht noch ein wei­te­rer Vor­teil ein­her: Unter­neh­men aus Deutsch­land und Euro­pa zah­len Divi­den­den über­wie­gend ein­mal im Jahr, meist zwi­schen März und Mai. In den USA ist es hin­ge­gen Stan­dard, quar­tals­wei­se Divi­den­den aus­zu­schüt­ten, man­che Unter­neh­men zah­len sogar monat­lich. 

Neh­men wir die Sek­to­ren Indus­trie, IT, Gesund­heit, Finan­zen und Kon­sum­gü­ter. War­um die­se? Sie ent­hal­ten sowohl zykli­sche wie anti­zy­kli­sche Titel, Growth- und Value-Akti­en.  

Alles hängt an der Strategie 

Wich­tig ist, dass die aus­ge­wähl­ten Titel zu dei­ner Stra­te­gie und zu dei­nem Gesamt­port­fo­lio pas­sen: Stra­te­gie ist immer so ein gro­ßes Wort. Das schreckt irgend­wie ab. Dabei ist eine Stra­te­gie gar nicht schwer: Stra­te­gi­sche Fra­gen sind: Wie lan­ge kann ich inves­tie­ren, wie viel Ren­di­te erwar­te ich? Wie viel Risi­ko kann ich aus­hal­ten? Wel­che Bran­chen pas­sen dazu, wel­che Unter­neh­men und Geschäfts­mo­del­le ken­ne ich und habe ich auch ver­stan­den? Und pas­sen die Titel, die ich da jetzt im Auge habe, zum vor­han­de­nen Port­fo­lio? 

Hier gilt es auch und gera­de, Klum­pen­ri­si­ken zu ver­mei­den: Wenn du zum Bei­spiel Auto­ti­tel oder IT-Wer­te aus den USA kaufst, aber schon meh­re­re ETFs hast (zum Bei­spiel All World, All Coun­try, World), dann sind die mit hoher Wahr­schein­lich­keit schon ent­hal­ten. Du inves­tierst dann also noch­mals in die­se Akti­en. 

ETFs und Fonds als Alternative 

Wenn du dir die Aus­wahl ein­zel­ner Akti­en noch nicht zutraust, sind ETFs oder Fonds mög­li­che Alter­na­ti­ven: Zu den lang­fris­tig erfolg­rei­chen Divi­den­den-Fonds gehö­ren der DWS Top Divi­den­de (ISIN: DE0009848119) oder der Deka-Divi­den­den­stra­te­gie CF (ISIN: DE000DK2CDS0), die glo­bal aus­ge­rich­tet sind.  

Gro­ße, breit auf­ge­stell­te und ver­gleichs­wei­se kos­ten­güns­ti­ge Divi­den­den-ETFs sind der Van­guard FTSE All-World High Divi­dend Yield (ISIN IE00B8GKDB10), der iSha­res STOXX Glo­bal Select Divi­dend 100 (ISIN DE000A0F5UH1) und der SPDR S&P Glo­bal Divi­dend Aristo­crats (ISIN IE00B9CQXS71). Das ist aller­dings nur eine klei­ne Aus­wahl. Zum The­ma Divi­den­den gibt es vie­le ver­schie­de­ne Pro­duk­te.  

Kriegst du auch bei Invest­ments in ETFs und Fonds Divi­den­den, wenn es sich nicht um spe­zi­el­le Divi­den­den-Pro­duk­te han­delt? Ja, kriegst du. Du hast bei der Ent­schei­dung für einen Fonds oder ETF aus­ge­wählt, ob er dir die Erträ­ge wie zum Bei­spiel eben Divi­den­den aus­schüt­tet, oder ob er die­se Erträ­ge wie­der anlegt, also re-inves­tiert. Im ers­ten Fall bekommst du sie in dein Depot gebucht, im zwei­ten wer­den sie wie­der ange­legt. Aber der Fonds oder ETF behält sie nicht – Divi­den­den gehö­ren den Aktionär:innen. 

Stabilität im Depot 

Divi­den­den kön­nen ein Port­fo­lio sta­bi­li­sie­ren – gera­de in die­sen vola­ti­len Zei­ten – und einen Bei­trag zur Gesamt­ren­di­te lie­fern. Eine Divi­den­de ist nicht garan­tiert – sie hängt von der Ent­wick­lung des Unter­neh­mens ab. Aber es gibt Unter­neh­men, die über Jah­re und Jahr­zehn­te Divi­den­den zah­len.  

Aristokraten sind schick im Depot 

So genann­te Divi­den­den-Aris­to­kra­ten sind Unter­neh­men, die min­des­tens 25 Jah­re lang ihre Gewinn­be­tei­li­gung kon­ti­nu­ier­lich erhöht haben. Dazu gehö­ren der Geträn­ke­her­stel­ler Coca-Cola, der Kon­sum­gü­ter-Her­stel­ler Col­ga­te-Palm­o­li­ve sowie die Fast-Food-Ket­te McDonald’s. 

US-Unter­neh­men zah­len die Divi­den­den meist quar­tals­wei­se. Man­che auch monat­lich. Für Anleger:innen wer­den dann pau­schal sofort 30 Pro­zent Quel­len­steu­er fäl­lig. Divi­den­de wird auto­ma­tisch an dich aus­ge­schüt­tet. Auch die Besteue­rung funk­tio­niert auto­ma­tisch: In Deutsch­land wer­den auf Kapi­tal­erträ­ge 25 Pro­zent Abgel­tungs­steu­er plus Kir­chen­steu­er fäl­lig, wenn der jähr­li­che Frei­be­trag von 801 Euro (er steigt 2023 auf 1.000 Euro pro Anleger:in) aus­ge­schöpft ist. 

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