• Dividenden
    Dividenden, ©gece33/iStock

Dividenden durchgerechnet: Wie viele Aktien brauche ich für passive Einkünfte?

2022-05-05T13:18:58+02:004. Mai 2022|

Die gute Nach­richt zuerst: Es rei­chen schon drei Akti­en im Monat, um über die Zeit regel­mä­ßig Divi­den­den zu erzie­len. Denn vor allem Unter­neh­men in den USA schüt­ten quar­tals­wei­se ihre Aktio­närs­be­tei­li­gun­gen aus. Aber halt: Divi­den­den sind nur sinn­voll, wenn auch die Kurs­ent­wick­lung stimmt. Schau­en wir auf Bei­spie­le, bei wel­chen Unter­neh­men das gelingt. 

Von Ant­je Erhard

Wer rund um den Glo­bus inves­tiert, kann auch pas­si­ve Ein­künf­te wie Divi­den­den so pla­nen, dass sie regel­mä­ßig flie­ßen: In den USA etwa zah­len Unter­neh­men nor­ma­ler­wei­se alle drei Mona­te Divi­den­de, in Kana­da eben­so. Groß­bri­tan­ni­ens Divi­den­den-Zah­ler schüt­ten halb­jähr­lich aus, auch spa­ni­sche Unter­neh­men. Ein­mal im Jahr ist Zahl-Tag für Aktionär:innen in der Schweiz, in Deutsch­land oder Frank­reich. 

Und in die­sem Jahr lohnt sich das beson­ders: 70 Mil­li­ar­den Euro – so viel Divi­den­den wol­len die deut­schen Unter­neh­men ihren Anteilseigner:innen für 2021 zah­len – ein Rekord. Das erga­ben Berech­nun­gen der Schutz­ver­ei­ni­gung für Wert­pa­pier­be­sitz und des Insti­tu­tes for Stra­te­gic Finan­ce der Esse­ner Hoch­schu­le FOM. Das ist mehr als die Best­mar­ke von 57,1 Mil­li­ar­den Euro aus dem Jahr 2019. 

Die Divi­den­de wird in Deutsch­land am drit­ten Han­dels­tag nach der Haupt­ver­samm­lung aus­ge­zahlt. Dafür musst du die Aktie am Tag der Haupt­ver­samm­lung im Depot haben. Auch wenn du eine Aktie erst kurz vor dem Aktio­närs­tref­fen und der Aus­schüt­tung kaufst, bekommst du die vol­le Divi­den­de – egal, ob du sie einen Tag im Depot hast oder 365.  

Am ers­ten Han­dels­tag nach der Haupt­ver­samm­lung notiert die Aktie dann „ex Divi­den­de“. Das heißt, die Aktie wird abzüg­lich der Gewinn­be­tei­li­gung gehan­delt.  

Dividenden deutscher Werte

Schau­en wir zunächst auf den Hei­mat­markt: Gera­de ist Divi­den­den-Hoch­sai­son. Und die lohnt sich in die­sem Jahr wie­der nach zwei mage­ren Jah­ren. In Deutsch­land zahlt zum Bei­spiel der Ver­si­che­rer Alli­anz beson­ders viel Divi­den­den: 10,80 Euro wer­den die­ses Jahr im Mai pro Aktie aus­ge­schüt­tet. Die größ­ten Stei­ge­run­gen im DAX in die­sem Jahr errei­chen der Sport­ar­ti­kel-Her­stel­ler Puma mit 350 Pro­zent mehr Divi­den­de, sowie die Auto­her­stel­ler Mer­ce­des-Benz mit 270 Pro­zent und BMW mit einem Plus von 205 Pro­zent.   

Der fran­zö­si­sche Luxus­gü­ter-Her­stel­ler LVMH wird ins­ge­samt 10 Euro Divi­den­de aus­schüt­ten, auf­ge­teilt auf April und Dezem­ber. Ende des Jah­res hat­te LVMH schon einen Teil, drei Euro, als Zwi­schen-Divi­den­de aus­ge­schüt­tet. 

Zehn Euro Dividende pro Monat

Um zehn Euro Divi­den­de pro Monat zu erzie­len, wür­den zwölf Alli­anz-Akti­en aus­rei­chen. Rech­nen wir aus: Eine Aktie kos­tet der­zeit 213 Euro, die Divi­den­de beträgt 10,80 Euro. Du kaufst also zwölf Akti­en, inves­tierst 2.556 Euro. Nur dass du die Divi­den­de bei deut­schen Unter­neh­men nicht monat­lich, son­dern auf einen Schlag erhältst. 

Fünf Euro zahlt Mer­ce­des-Benz an Divi­den­de pro Aktie im Jahr. Willst du 25 Euro Divi­den­de pro Monat vom Auto­her­stel­ler ein­neh­men, brauchst du 60 Akti­en. Eine kos­tet der­zeit rund 63 Euro. 3.780 Euro wären hier dein Invest­ment. Auch hier wird ein­mal pro Jahr gezahlt. 

Aber Ach­tung, das sind kei­ne Anla­ge-Emp­feh­lun­gen. Über­haupt nicht. Es sind ledig­lich Rechen­bei­spie­le, wie viel Geld du inves­tie­ren musst, um Divi­den­den zu erhal­ten. 

Schau­en wir an die Wall Street. Dort wer­den im inter­na­tio­na­len Ver­gleich die meis­ten Divi­den­den gezahlt. Um aber 50 Euro monat­lich an Divi­den­den ein­zu­neh­men, ist viel Kapi­tal­ein­satz nötig. 

Hohe Investments für 50 Euro Dividende erforderlich

Wir haben eini­ge Bei­spiel hier in Über­sicht zusam­men­ge­fasst.  

Januar, April, Juli, Oktober

AktieDivi­den­de pro Quartal
Alt­ria 0,82 EUR
FedEX 0,69 EUR
Pep­si­Co0,97 EUR
Citigroup 0,44 EUR
Coca-Cola 0,40 EUR

Februar, Mai, August, November

AktieDivi­den­de pro Quartal
Apple 0,19 EUR
Star­bucks 0,43 EUR
Proc­ter & Gamble 0,77 EUR
Mas­ter­card0,45 EUR
Ame­ri­can Express 0,48 EUR

März, Juni, September, Dezember

AktieDivi­den­de pro Quartal
3M1,31 EUR
Black­rock 4,47 EUR
Wal­greens0,42 EUR
McDonald’s 1,23 EUR
Exxon Mobi­le 0,77 EUR

Dar­aus ergibt sich für das Bei­spiel Pep­si­Co eine monat­li­che Divi­den­de von 50,24 Euro, wenn man 157 Pep­si­Co-Akti­en besitzt. Vor Steu­ern. Denn eine Aktie kos­tet der­zeit 165 Euro. In die­sem Bei­spiel wäre ein Invest­ment von 25.906 Euro fäl­lig. Das ist nicht für jede:n mach­bar kei­ne Fra­ge. 

Deshalb unser Courage-Tipp:

Divi­den­den-Fonds oder –ETFs kön­nen eine Alter­na­tiv sein: So schüt­tet der iSha­res STOXX Glo­bal Select Divi­dend 100 UCITS ETF (ISIN: DE000A0F5UH1) Divi­den­de im Janu­ar, April, Juli und Okto­ber aus. Er fokus­siert auf Unter­neh­men, die ihre Divi­den­den sta­bil hal­ten und kos­tet der­zeit rund 30,30 Euro pro Anteil. 

Beim SPDR S&P Glo­bal Divi­dend Aristo­crats UCITS ETF (ISIN: IE00B9CQXS71) gibt es Divi­den­de im Febru­ar, Mai, August und Novem­ber. Er inves­tiert haupt­säch­lich in den USA und nur in Divi­den­de­na­ris­to­kra­ten. Sein Kurs aktu­ell beträgt rund 32,20 Euro. 

Auf Euro­pa fokus­siert ist der iSha­res Euro Divi­dend UCITS ETF (ISIN: IE00B0M62S72). Hier sind die Aus­zah­lungs­ter­mi­ne im März, Juni, Sep­tem­ber und Dezem­ber. 

Zu den lang­fris­tig erfolg­rei­chen Divi­den­den-Fonds gehö­ren der DWS Top Divi­den­de (ISIN: DE0009848119) oder der Deka-Divi­den­den­stra­te­gie CF (ISIN: DE000DK2CDS0). Bei­de sind glo­bal aus­ge­rich­tet. Den Fokus auf deut­sche Divi­den­den­wer­te rich­tet der Alpha Star Divi­den­den A, vor allem auf mitt­le­re und klei­ne­re Unter­neh­men (ISIN: LU1673114820). Ein Anteil kos­tet 18,80 Euro (Quel­le: justETF.com, 27.04.2022) 

Auch das sind nur Bei­spie­le – Kei­ne Emp­feh­lun­gen! Und es ist ein klei­ner Aus­schnitt: Zum The­ma Divi­den­den gibt es vie­le ver­schie­de­ne Pro­duk­te mit unter­schied­lichs­ten Schwer­punk­ten. 

Allein die Dividende reicht nicht als Anlagekriterium

Was sehr wich­tig ist: Die Divi­den­de reicht als allei­ni­ges Anla­ge­kri­te­ri­um nicht aus. Doch Zuver­läs­sig­keit ist eines der Merk­ma­le, die eine gute Pla­nung für die per­sön­li­che Geld­an­la­ge ermög­li­chen. Betrach­tet man die ein­zel­nen Bran­chen, fal­len neben Auto­mo­bil-Her­stel­lern und Ver­si­che­rern (wie ein­gangs erwähnt) auch Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons-Unter­neh­men inter­na­tio­nal als attrak­ti­ve Divi­den­den-Zah­ler auf. Ban­ken, die zum Teil in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kei­ne Divi­den­de aus­ge­schüt­tet haben, sind nun wie­der dabei. Ener­gie-Ver­sor­ger zäh­len zu attrak­ti­ven Divi­den­den-Zah­lern. Aktu­ell gehö­ren auch Öl- und Gas-Unter­neh­men in die­se Kate­go­rie. Doch gera­de bei zykli­schen Titeln soll­test du beach­ten, dass hier die Divi­den­den je nach Kon­junk­tur beson­ders stark schwan­ken kön­nen. 

Man­che Unter­neh­men haben in Sachen Divi­den­de eine sehr lan­ge, soli­de His­to­rie, etwa die Bank of Novia Sco­tia: Seit 1832 zahlt das Finanz­in­sti­tut aus Toron­to, Kana­da, Divi­den­de. Die dritt­größ­te kana­di­sche Bank schüt­tet aktu­ell 1,00 CAD (Kana­di­sche Dol­lar) pro Quar­tal aus.  

Dividenden: Kein Automatismus

Divi­den­den sind jedoch kein Auto­ma­tis­mus: Wir haben wäh­rend der Coro­na-Kri­se gese­hen, dass Divi­den­den auch gekürzt bzw. kom­plett gestri­chen wer­den kön­nen, wenn Unter­neh­men sich die Zah­lun­gen nicht leis­ten kön­nen bzw. das Kapi­tal als Sicher­heit im Unter­neh­men las­sen wol­len. Dar­über ent­schei­det die Haupt­ver­samm­lung. Wich­tig ist, woher die Divi­den­de kommt. Der ope­ra­ti­ve Gewinn muss näm­lich höher sein als die Gewinn­be­tei­li­gung an die Aktionär:innen. Die Divi­den­de darf nicht aus der Sub­stanz gezahlt wer­den müs­sen, nur um die Anteilseigner:innen bei Lau­ne zu hal­ten.  

Ande­rer­seits soll­te die Divi­den­de nicht zu nied­rig aus­fal­len. Eine Aus­schüt­tungs­quo­te von 25 bis 75 Pro­zent geglät­tet über drei Jah­re gilt als guter Indi­ka­tor und spricht für ein funk­tio­nie­ren­des Geschäfts­mo­dell. Auch eine Divi­den­de, die über zehn Jah­re kon­ti­nu­ier­lich gezahlt wur­de, viel­leicht sogar erhöht wer­den konn­te, ist ein gutes Zei­chen für soli­des, erfolg­rei­ches Wirt­schaf­ten.  

Unser gra­tis Newsletter

Noch mehr Infos für dich

Dir hat der Artikel gefallen? Jetzt teilen...

Nach oben