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  • Zara ist unter den 100 wertvollsten Marken der Welt, ©Luca - stock.adobe.com

Die wertvollsten Marken der Welt: Zara dominiert Inditex

2022-09-28T12:45:08+02:0028. September 2022|

Gera­de sind die neuen Herbst-Kol­lek­ti­onen in den Geschäf­ten und Online-Shops der Mode-Händ­ler ange­kom­men. Doch wäh­rend Luxus boomt, kämp­fen eini­ge der sta­tio­nä­ren Retailer um Kun­din­nen um Umsatz. Kei­ne leich­te Sache in Zei­ten von hoher Infla­ti­on und wirt­schaft­li­chen Sor­gen. Bei Zara scheint die Mode-Welt noch in Ord­nung. 

Von Ant­je Erhard

Als ein­zi­ger spa­ni­scher Mar­ke gelang es in die­sem Jahr dem Mode-Label Zara in die Top 100 der wert­volls­ten Mar­ken der Welt auf­zu­stei­gen. Zara kam auf Platz 83 – noch vor adi­das (89). Zugleich schaff­te es die Inditex-Toch­ter Zara in den neu­en Kan­t­ar Sus­taina­bi­li­ty Brand Z Index. Nach Anga­ben von Kan­t­ar macht Nach­hal­tig­keit inzwi­schen fünf Pro­zent am Mar­ken­wert eines Unter­neh­mens aus.  

Brand Z ist eine Stu­die des Markt­for­schungs­un­ter­neh­mens Kan­t­ar. Es wer­tet mehr als 19.000 Mar­ken welt­weit aus, ana­ly­siert zugleich ihre Finanz­kenn­zah­len und befragt vier Mil­lio­nen Kon­su­men­tin­nen, ob die Unter­neh­men „mea­ning­ful“, „sali­ent“ und „dif­fe­rent“ sei­en. Num­mer 1 war Apple.  

Mode-Markt: Schnell wechselnde Trends, viel Konkurrenz 

Er ist ein schnell-lebi­ger Markt, der Mode-Markt. Wer einen Trend ver­passt oder mit einer Kol­lek­ti­on falsch liegt, ver­liert viel Geld. Außer­dem müs­sen die Unter­neh­men digi­tal gut auf­ge­stellt sein. Immer mehr Mode wird online ver­kauft. Und immer mehr Kon­kur­renz kommt auf den Markt. Shein ist nur ein Bei­spiel aus Asi­en, das in Euro­pa längst ange­kom­men ist und – trotz schwan­ken­der Qua­li­tät – schnell wächst. 

Wäh­rend Luxus nahe­zu über­all läuft, so hat es die güns­ti­ge­re Mode deut­lich schwe­rer. Auf dem Retail-Markt geht es grund­sätz­lich här­ter zu, weil der Preis-Kampf groß ist. Aber aktu­ell lei­den vie­le Unter­neh­men unter der kon­junk­tu­rel­len Lage und der Infla­ti­on. Inditex, der Mut­ter-Kon­zern von Zara, hat­te ein erfolg­rei­ches Jahr 2021. Mit sei­nen Mar­ken wie Zara, Mas­si­mo Dut­ti, Bersh­ka und Pull&Bear stie­gen Umsät­ze und Gewin­ne, obwohl auch die Kos­ten zunah­men. Schwie­rig waren bzw. sind die Lock­downs in Chi­na und das weg­ge­bro­che­nen Russ­land-Geschäft. 

Zara bringt 70 Prozent vom gesamten Umsatz 

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren lief das Geschäft sehr erfolg­reich – bis auf den übli­chen Ein­bruch zur Pan­de­mie. Im jüngs­ten Quar­tal stieg der Net­to­ge­winn um 80 Pro­zent. Der Umsatz erreich­te einen Rekord von 6,7 Mil­li­ar­den Euro. 70 Pro­zent ent­fal­len davon auf Zara. 

Mode aus wiederverwerteten Materialien – Ziel: 50 Prozent 

Trotz­dem muss das Unter­neh­men umden­ken: Inditex und Zara ste­hen für Fast Fashion: Also schi­cke Mode zum güns­ti­gen Preis. Doch die Ver­brau­che­rin­nen for­dern immer mehr Nach­hal­tig­keit. Als Reak­ti­on dar­auf schloss der Kon­zern ein Abkom­men mit der Infi­ni­ted Fiber Com­pa­ny aus Finn­land. Sie stellt Tex­ti­li­en aus­schließ­lich aus recy­cel­ten Stof­fen her. Bis zum kom­men­den Jahr soll die Hälf­te aller Mode­ar­ti­kel von Zara, Bersh­ka und den wei­te­ren Ket­ten aus wie­der­ver­wer­te­ten Mate­ria­li­en ent­ste­hen. 

Aushängeschild der Gruppe ist eine Zara-Filiale 

Im April hat­te die Toch­ter von Inditex-Grün­der Aman­cio Orte­ga, Mar­ta, die Lei­tung des Ver­wal­tungs­ra­tes über­nom­men. Sie will gemein­sam mit dem neu­en CEO Gar­cia Mar­ce­i­ras das Kon­zept aus Online-Shop­ping und Läden bei­be­hal­ten. Außer­dem kann man bei Zara und Co. online bestel­len, das Pro­dukt aber im Laden umtau­schen oder zurück­ge­ben. Aller­dings wur­den und wer­den klei­ne Geschäf­te zuguns­ten grö­ße­rer, in bes­se­ren Lagen geschlos­sen. Das zeigt sich vor allem bei Zara. In Madrid, wo Zara an der Pla­za de Espa­ña eine Vor­zei­ge-Filia­le eröff­ne­te: Mit 7.700 Qua­drat­me­tern ist sie die größ­te in der gesam­ten Unter­neh­mens­grup­pe. 

Die Inditex-Aktie steht bei 21,65 Euro, ist seit Jah­res­be­ginn 24 Pro­zent in der Ver­lust­zo­ne, und auf 5 Jah­re sum­mie­ren sich die Kurs­ver­lus­te auf knapp 30 Pro­zent. Ana­lys­ten sehen der­zeit zumin­dest etwas Poten­ti­al. Das durch­schnitt­li­che Kurs­ziel auf 12 Mona­te steht bei 27,76 Euro. 60 Pro­zent der Exper­tin­nen haben die Aktie aber auf „kau­fen“, 27 Pro­zent auf „hal­ten“, 13 auf „ver­kau­fen“. Gera­de senk­te die Beren­berg Bank das Kurs­ziel für Inditex von 22,50 auf 26 Euro. Die Kauf­lau­ne der Ver­brau­che­rin­nen sei erstaun­lich sta­bil, hieß es, doch es sei nur eine Fra­ge der Zeit, bis die hohe Infla­ti­on und die geo­po­li­ti­sche Kri­se hier ihre Spu­ren hin­ter­las­se. Immer­hin ließ Beren­berg die Inditex-Aktie auf „hold“, wäh­rend H&M auf „ver­kau­fen“ abge­stuft wor­den war. 

Unter dem Strich sind Mode-Akti­en ein recht risi­ko­rei­ches Invest­ment. Anle­ge­rin­nen soll­ten sich nicht von den Fashion Shows und dem Gla­mour der Bran­che blen­den las­sen. Das Geschäft ist hart. Es gelingt den ein­zel­nen Play­ern sehr unter­schied­lich, damit umzu­ge­hen. Wer hier inves­tiert, soll­te – anders als viel­leicht bei dem einen oder ande­ren spon­ta­nen Klei­dungs­kauf – gut über­le­gen. 

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