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    MacKenzie Scott, ©Danny Moloshok/Reuters

Die Goldmarie

2022-01-24T12:54:11+01:0024. Januar 2022|

Da gibt es MacKen­zie ScottDie Ex-Frau von Jeff Bezos ist mit von der Par­tie, als er in den 1990er Jah­ren Ama­zon.com, Inc grün­det. Nach der Schei­dung kommt ihr eine Idee: Wes­halb nicht den gewal­ti­gen Reich­tum, nun ja, ein­fach verschenken? Und genau­so kommt es.

Von Mat­thi­as Lauerer

Vor drei Jah­ren tren­nen sich MacKen­zie Scott und Jeff Bezos. Kaum allei­ne beginnt sie dar­über nach­zu­den­ken, was sie mit ihrem gewal­ti­gen Anteil am Fir­men­gi­gan­ten Ama­zon tun willDazu ver­kün­det Scott im Mai 2019: „Ich habe unver­hält­nis­mä­ßig viel Geld zu tei­len“. Dann unter­schreibt sie ein Spenden­ver­spre­chen, in dem sie belegt, min­des­tens die Hälf­te ihres Ver­mö­gens für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke zu spen­den. Ihr Cre­do: „Ich wer­de so lan­ge wei­ter­ma­chen, bis der Safe leer ist.“ Was diesen Akt der Men­schen­lie­be so spannend macht: Scott ver­teilt ihre Sum­men im Rekord­tem­po und über­lässt den beschenk­ten Uni­ver­si­tä­ten und NGOs die vol­le Kon­trol­le dar­über, was die mit dem finanzi­el­len Segen anstel­len. „Es stärkt die Emp­fän­ger, indem es ihnen das Gefühl gibt, wert­ge­schätzt zu wer­den und ihre bes­ten Lösun­gen zu fin­den“, sagt Scott 2021 dazu, die mitt­ler­wei­le mit ihrem neu­en Ehe­mann Dan durchs Leben geht.

Veränderungen durch Spenden

Scott stellt auch das Sys­tem infrage, das sie in jene Macht­po­si­ti­on gebracht hat. „Ich ver­su­che ein Ver­mö­gen zu ver­schen­ken, das durch Sys­te­me ermög­licht wur­de, die geän­dert wer­den müs­sen. Dabei sind wir von der beschei­de­nen Über­zeu­gung gelei­tet, dass es bes­ser wäre, wenn unver­hält­nis­mä­ßi­ger Reich­tum nicht in weni­gen Hän­den kon­zen­triert wäre und dass Lösun­gen bes­ser von ande­ren ent­wor­fen und umge­setzt wer­den“, erklär­te sie dem „Medi­um Maga­zin“ im Som­mer 2021.

In der Bewegung liegt die Kraft

Zu den Fak­ten: In kaum 31 Mona­ten spen­de­te die US-Ame­ri­ka­ne­rin, deren Ver­mö­gen bei über 60 Mil­li­ar­den US-Dol­lar liegt, 8,6 Mil­li­ar­den Dol­lar an 780 Orga­ni­sa­tio­nen. Laut dem „Eco­no­mist“ hilft ihr ein Bera­tungs­un­ter­neh­men namens „Brid­ge­span“. Gegrün­det wur­de die­se Fir­ma dem­nach vor „etwa 20 Jah­ren in Bos­ton. Glo­bal setz­te der Kon­zern 2020 mit ihren 329 Mit­ar­bei­tern 59 Mil­lio­nen US-Dol­lar um“, sodass in der Regel sehr gut infor­mier­te Maga­zin wei­ter. Ger­ne hät­te man mit der Wohl­tä­te­rin gespro­chen. Doch das funk­tio­niert nicht, denn: Die Frau hat kein Büro und ist pos­ta­lisch nicht erreichbar.

Durchsuchbare Datenbank

Wäh­rend ihr Ex-Mann also durchs Welt­all düst, nutzt Scott ihr enor­mes Ver­mö­gen, um gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen und Uni­ver­si­tä­ten zu unter­stüt­zen, die gute Arbeit leis­ten. Was gilt: Vie­le der mäch­tigs­ten Frau­en der Welt müs­sen sich immer noch vor jemand ande­rem ver­ant­wor­ten, wie es das For­bes“ Maga­zin so tref­fend befand. Im Fall von US-Vize­prä­si­den­tin Kama­la Har­ris ist es ihr Chef, Prä­si­dent Joe Biden. Die Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Zen­tral­bank, Chris­ti­ne Lagar­de, die von den Staats- und Regie­rungs­chefs der Euro­päi­schen Uni­on gewählt wird, ver­fügt über ein Exe­ku­tiv­di­rek­to­ri­um, dass ihren Ent­schei­dungs­pro­zess mäßigt.“ Scott MacKenzie ist kei­ne Rechen­schaft schul­dig, aber sie erkann­te nun auch, dass die Öffent­lich­keit neu­gie­rig ist. Des­halb kün­dig­te sie im Dezem­ber 2021 eine neue Web­site an. Dort lässt sich bald nach allen Beschenk­ten suchen und erfährt mehr dar­über, wie sie die Ent­schei­dung für ihre Geld­ga­be trifft.

Spenden-Liste ist lang

Und die Lis­te der Beschenk­ten ist lang. Spen­den flie­ßen in die Berei­che Bil­dung, Kunst, Kul­tur, Men­schen­rech­te und Gesund­heit. Da gibt es für das Bro­ward Col­le­ge 30 Mil­li­on, dass Chaf­fey Col­le­ge bekommt 2Milli­onen. Für das Lee Col­le­ge“ sind sat­te fünf Mil­lio­nen drin und dem „El Paso Com­mu­ni­ty Col­le­ge“ über­wies man 30 Mil­lio­nen in US-Dol­lar. Jenes Geld wird dazu genutzt, um das Leben der Schü­ler durch Bil­dung zu ver­än­dern. Wir freu­en uns über die Bestä­ti­gung unse­rer Arbeit durch Frau Scott. Ein Geschenk wie die­ses zeigt, dass auch ande­re Men­schen dies sehen“, heißt es von dort. So will die „Uni­ver­si­tät von Illi­nois” mit dem Geld­se­gen einen Fonds für den Stu­di­en­erfolg einrichten.

Geben ist seliger als nehmen?

Wei­ter im Text: Das Ama­ril­lo Col­le­ge erhielt eine Rekord­sum­me von 15 Mil­lio­nen US-Dol­lar, die nach Aus­sa­ge von Prä­si­dent Rus­sell Lowe­ry-Hart zur Auf­sto­ckung des Stif­tungs­ka­pi­tals der Ein­rich­tung bei­tra­gen. Die Mehr­heit unse­rer Stu­den­tenarbei­ten­de far­bi­ge Frau­en mit Kin­dern, leben im Kriegs­ge­biet der Armut und brau­chen ein Col­le­ge, das sie sys­te­ma­tisch zum Erfolg führt, sag­te Lowe­ry-Hart in sei­ner Dan­kes­re­deWir mer­ken: Manch­mal kommt das Geld von allein und es kann glück­lich machen. So erging es nicht nur den US-Rek­to­ren der bedach­ten Hoch­schu­len. Nur: Wie häu­fig ist es anzu­tref­fen, dass eine bil­dungs­be­wuss­te Ex-Unter­neh­merin Geld ver­teilt? Oder möch­te sie etwas wie­der­gut­ma­chen, denn als Öko­traum lässt sich das Geschäfts­ge­ba­ren von „Ama­zon.com, Inc.“ sicher nicht bezeich­nen?

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Vom Ehrenamt in die Festanstellung

Ria Kor­t­um ist stu­dier­te Heil­päd­ago­gin und seit 2017 bei der Deut­schen Kin­der­krebs­stif­tung für „Pro­jekt­ma­nage­ment und psy­cho­so­zia­le The­men“ zustän­dig. Zuvor enga­gier­te sich die Mut­ter von Zwil­lin­gen, die selbst sehr jung an Krebs erkrank­te, ehren­amt­lich für die Stif­tung. “Ein Ehren­amt kann dabei hel­fen, aus­zu­lo­ten, wo die eige­ne beruf­li­che Rei­se hin­ge­hen soll”, ermu­tigt Rita Kor­t­um. Ein bewe­gen­des Plä­doy­er für Mut und Beharrlichkeit. 

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