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  • Anina mit Joye und Jack Kelly nach Joyes Interview mit der Tageszeitung San Diego Union-Tribune
    Anina mit Joye und Jack Kelly nach Joyes Interview mit der Tageszeitung San Diego Union-Tribune, ©Alejandro Tamayo

Die echte Wonder Woman

2022-04-11T15:40:28+02:009. April 2022|

Sie gilt als Comic-Ikone: „Won­der Woman“. Doch kaum bekannt ist, dass 70 Manu­skrip­te von einer Frau mit dem Namen Joye Hum­mel geschrie­ben wur­den. Die starb nun am 5. April vor exakt einem Jahr. Eine klei­ne Hom­mage.

Von Mat­thi­as Lauerer

Wer sich an die Schlag­zei­len von „Won­der Woman 1984“ erin­nert, dann ging es dabei eher um die Schlamm­schlacht zwi­schen den Kino­be­trei­bern und Strea­ming­an­bie­tern. An Weih­nach­ten des Coro­na-Jah­res 2020 kam jener Film zeit­gleich bei „HBO Max“ her­aus und in den Kinos. 38 Mil­lio­nen Abon­nen­ten konn­ten den Film so auf der hei­mi­schen Couch sehen immer­hin kos­ten­los für den ers­ten Monat. Sicher war der Faux­pas der Kri­se geschul­det. Oder war das eher ein Vor­ge­schmack auf die Kämp­fe der Zukunft, in der die Kinos immer weni­ger Markt­macht besit­zen? Das zeigt die Zukunft. Doch ohne eine Frau gäbe es einen guten Teil der „Won­der Woman“ Rei­he nicht. Und das kommt so.  

Joye als Autorin

Sie hört auf den Namen Joye Hum­mel Murchi­son Kel­ly, die am 4. April 1924 in den USA gebo­ren wird. Joye ist laut „New York Times“ 1944 erst 19 Jahre alt, als sie mit ihrer Arbeit an den Manu­skrip­ten zu „Won­der Woman beginnt. Die schreibt sie für einen Dr. Wil­liam Moul­ton Mars­ton. Der Zufall spielt eine gro­ße Rol­le, hat die jun­ge Frau doch an einem Psy­cho­lo­gie­kurs bei Dr. Mars­ton teil­ge­nom­men. Und der erfin­det die Super­hel­din 36 Mona­te zuvor. Ins­ge­samt 70 Manuskrip­te ver­fasst Joye. 50 US-Dol­lar bekommt sie dafür pro Skript, doch bei kei­ner ein­zi­gen Sto­ry erscheint ihr Name. Lässt sich das nur mit dem dama­li­gen Zeit­geist erklä­ren? Hat Mars­ton ein­fach ihre Arbeit geka­pert? Schwer­lich lässt sich das heu­te noch klä­ren. Die­se Arbeit bringt ihr das Brot auf den Tisch doch dann erkrankt ihr Men­tor und stirbt. Und Joye stellt die Arbeit ein und wird Hausfrau.

Joye Murchison Kelly

Joye Murchi­son Kel­ly. ©Bruce Guthrie

Dekaden in der Vergessenheit

Jahr­zehn­te spä­ter, genau­er gesagt 2014, schreibt Jill Lepo­re die Geschich­te von „Won­der Woman“ auf und stol­pert dabei über die längst ver­ges­sene Par­ti­zi­pa­ti­on einer gewis­sen Joye Hum­mel. Lepo­res Buch nennt sichThe Secret Histo­ry of Won­der Woman”. Jill fin­det Hum­mel, die mitt­ler­wei­le einen ande­ren Namen trägt und ganz über­rascht ist vom Ruhm der spä­ten Tage. 

Später Ruhm

Sie war erstaunt, dass die Leu­te eine so gro­ße Sache dar­aus mach­ten”, sag­te ihr Sohn Robb Murchi­son in einem Tele­fon­in­ter­view der „New York Times“. Sie gab und gibt mit ihrer Arbeit jun­gen Frau­en die Inspi­ra­ti­on, um nach den Ster­nen zu grei­fen und ihr ganz per­sön­li­ches per aspe­ra ad astra, über­setzt „auf stei­ni­gen Wegen zu den Ster­nen zu leben. Wer die Sto­ries heu­te liest, begreift: Da ist jemand sei­ner Zeit weit vor­aus. Heu­te ist ein Cre­do wie: „Gehe hin­aus in die Welt und ver­traue ihr!“ bei allen Men­schen, gleich wel­chen Geschlechts, sehr ger­ne gese­hen

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