• Der Starinvestor Warren Buffett, ©CC BY-NC-ND 2.0/Asa Mathat/Fortune MPW/flickr.com

Der Buffett-Indikator: Sind Aktien immer noch zu teuer?

2022-06-22T13:12:17+02:0022. Juni 2022|

Wie teu­er oder bil­lig ist der Akti­en­markt gera­de? Auf­schluss soll der Buf­fett-Indi­ka­tor geben. Inves­to­ren-Legen­de War­ren Buf­fett hat ihn selbst ent­wi­ckelt. Wer ihn beach­tet hat, war schon vor Mona­ten gewarnt. 

Von Ant­je Erhard

Zuge­ge­ben, aktu­ell braucht man ihn womög­lich nicht, um zu sehen, dass die Markt­ri­si­ken zuge­nom­men haben. Die Märk­te in den USA, allen vor­an der S&P 500 sind im Crash­mo­dus bzw. Bären­markt. Doch wer im Dezem­ber auf den Indi­ka­tor geach­tet hat, war zumin­dest gewarnt. Auch in der Ver­gan­gen­heit hat sich der Index das eine oder ande­re Mal bewährt. 

Diese Werte setzt der Buffett-Indikator in Relation

2001 hat War­ren Buf­fett Über­le­gun­gen ver­öf­fent­licht, um den Akti­en­markt bewer­ten zu kön­nen. Mit sei­nem nach ihm benann­ten Buf­fett-Indi­ka­tor ver­gleicht er die Bewer­tung des Akti­en­mark­tes mit der Stär­ke der Wirt­schaft. Dazu teil­te Buf­fett den Bör­sen­wert aller Unter­neh­men im Wilshire 5000 Index durch das US-ame­ri­ka­ni­sche Brut­to­so­zi­al­pro­dukt und mul­ti­pli­zier­te das mit 100. Heu­te wird das Brut­to­in­lands­pro­dukt als Ver­gleichs­grö­ße ver­wen­det und ins Ver­hält­nis zum S&P 500 statt des Wilshire gesetzt. 

Das Ergeb­nis, das in Pro­zent ange­ge­ben wird, deu­tet auf eine Unter­be­wer­tung des Akti­en­mark­tes, wenn es zwi­schen 70 und 80 Pro­zent liegt. Dann ist das Brut­to­so­zi­al­pro­dukt folg­lich grö­ßer der Bör­sen­wert der Akti­en. Nach Ein­schät­zung von Buf­fett wäre dann Zeit zum Inves­tie­ren.  

Über 150 Pro­zent ist aller­dings Vor­sicht ange­sagt: eine Kor­rek­tur kann bevor­ste­hen, bei mehr als 200 Pro­zent gar ein Crash. Der Akti­en­markt wäre dann dop­pelt so groß wie die Wirt­schafts­leis­tung. Bei 100 Pro­zent ent­spricht der Bör­sen­wert der Unter­neh­men dem Brut­to­so­zi­al­pro­dukt. 

Viele Daten – aber nicht perfekt

Feh­ler­frei ist das Ergeb­nis wohl nicht, Kri­ti­ker bemän­geln, dass aktu­el­le Bewer­tun­gen mit einer Wirt­schafts­leis­tung ver­gli­chen wer­den, die min­des­tens eini­ge Wochen alt ist. Außer­dem zeigt die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung der Unter­neh­men den Wert ihrer Geschäf­te im In- und im Aus­land. Das BIP hin­ge­gen berück­sich­tigt aus­län­di­sche Ein­nah­men nicht.  

Auf der ande­ren Sei­te ist die His­to­rie der Daten von mehr als 80 Jah­ren umfang­reich. Sta­tis­ti­ken zei­gen, dass das BIP-Wachs­tum mit dem Gewinn­wachs­tum der US-Unter­neh­men kor­re­liert.  

Dezember-Indexrekord war eine Warnung

Vor dem Plat­zen der Inter­net­bla­se zu Beginn des Jahr­tau­sends war der Indi­ka­tor denn auch stark gestie­gen. Heu­te bli­cken Investor:innen skep­ti­scher auf den Index, weil im Zuge des nied­ri­gen Zins­um­fel­des und der Coro­na-Pan­de­mie die Bewer­tun­gen stark gestie­gen sind. Das könn­te den Indi­ka­tor ver­zer­ren. Der bewegt sich aktu­ell bei rund 153,3 Pro­zent. Zum Ver­gleich: Am 30. Dezem­ber 2021 stand er noch bei 201,90 Pro­zent – trau­ri­ger Rekord. Mit den bekann­ten Folgen.

160 Pro­zent wei­sen auf eine deut­li­che Über­be­wer­tung hin. Obwohl vie­le Akti­en seit Jah­res­be­ginn ja schon deut­lich kor­ri­giert haben im Zuge von Zins- und Rezes­si­ons­sor­gen, Lie­fer­eng­päs­sen und Lock­downs in Asi­en. 

Doch was hat War­ren Buf­fett getan ange­sichts der hohen Bewer­tung? Im ers­ten Quar­tal hat er acht neue Titel in sein Port­fo­lio genom­men. Dar­un­ter sind Finanz­ti­tel wie die Citigroup und der Erd­öl-För­de­rer Occi­den­tal Petro­le­um.  

Grund­sätz­lich gilt: Eine Aktie muss zu dei­ner per­sön­li­chen Stra­te­gie pas­sen. Und ein Indi­ka­tor reicht als Ent­schei­dungs­grund­la­ge nicht aus. Kann aber eine von meh­re­ren wert­vol­len Hil­fen sein. 

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