Startseite/Der Altersarmut entkommen: Privat vorsorgen für die Rente
  • Altersarmut, Teil 2
    Altersarmut, ©wundervisuals/iStock

Der Altersarmut entkommen: Privat vorsorgen für die Rente

2021-11-23T12:11:54+01:0023. November 2021|

Ohne Panik – aber ehr­lich – haben wir in Teil 1 auf unse­re Vor­sor­ge-Situa­ti­on geschaut. Und über­le­gen nun wei­ter: Was kön­nen wir jetzt tun, damit wir spä­ter von unse­ren Alters­ein­künf­ten leben kön­nen? Wie kön­nen wir — auch in der Lebens­mit­te oder spä­ter – gegen­steu­ern? Die gute Nach­richt zuerst: Es ist nicht zu spät…

Von Ant­je Erhard

Noch­mal ein paar Zah­len: Nur 27,3 Pro­zent der Deut­schen füh­len sich durch ihre gesetz­li­che, pri­va­te und betrieb­li­che Ren­te „gut abge­si­chert“ für spä­ter. Trotz­dem pla­nen 54,2 Pro­zent nicht, in den nächs­ten drei Jah­ren etwas an der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge zu ver­än­dern. Das ermit­tel­te das Deut­sche Insti­tut für Ver­mö­gens­bil­dung und Alters­si­che­rung (DIVA) für den zwei­mal jähr­lich erschei­nen­den Alters­vor­sor­ge-Index unter 2.000 Deut­schen. Dabei gehen 58,5 Pro­zent davon aus, dass sich in den nächs­ten 20 Jah­ren das Ver­sor­gungs­ni­veau der gesetz­li­chen Ren­te ver­schlech­tern wird.

Noch bera­ten SPD, FDP und Grü­ne über eine Koali­ti­on. Und auch über ihre Ren­ten­plä­ne. Was bis­her bekannt ist: Die Ren­ten sol­len nicht gekürzt wer­den, das Ein­tritts­al­ter nicht erhöht wer­den. Das kann doch nur bedeu­ten: Arbeitnehmer:innen müs­sen künf­tig (noch) mehr zah­len. Vor allem jun­ge Leu­te. Dabei ist das eine Stell­schrau­be, die man nicht belie­big anzie­hen kann.

WissenschaftlerInnen: Rentenleistungen anpassen

Der Wis­sen­schaft­li­che Bei­rat des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie hat­te schon im Mai die­ses Jah­res die Fra­ge nach Gerech­tig­keit, Mach­bar­keit und Finan­zier­bar­keit gestellt: „Eine Ren­ten­re­form, die zu „Ver­schlech­te­run­gen“ für künf­ti­ge Rent­ne­rin­nen und Rent­ner führt – weil sie, um auf ein gege­be­nes Ren­ten­ni­veau zu kom­men, mehr arbei­ten oder mehr pri­va­te Vor­sor­ge trei­ben müs­sen –, ist damit nicht nur eine Fra­ge der Genera­tio­nen­ge­rech­tig­keit. Es ist not­wen­dig, die Ren­ten­leis­tun­gen anzu­pas­sen, weil der Spiel­raum für Ein­nah­men­er­hö­hun­gen begrenzt ist.“

Mehr als die Hälfte vom Bundeshaushalt für die Rente?

Der Bei­rat hat vor­ge­rech­net: „Schon heu­te fließt deut­lich mehr als ein Vier­tel des Bun­des­haus­halts in die Ren­ten­ver­si­che­rung. Bei einem Min­dest­si­che­rungs­ni­veau von 48% und einem Maxi­mal­bei­trags­satz von 20% müss­ten im Jahr 2045 zusätz­li­che Bun­des­mit­tel im Umfang von wei­te­ren 23% des Bun­des­haus­halts auf­ge­bracht wer­den. Dann wür­de mehr als die Hälf­te des Bun­des­haus­halts in die Ren­te flie­ßen. (..) Die­ser Finan­zie­rungs­be­darf ist so groß, dass sich die Fra­ge stellt, ob die Gesamt­be­las­tung über­haupt finan­zier­bar ist“.

Statt­des­sen wäre es zum Bei­spiel denk­bar, das Ren­ten­ein­tritts­al­ter an die Lebens­er­war­tung anzu­pas­sen. Es sei ein „Kli­schee“, dass älte­re Arbeit­ge­ber unpro­duk­tiv sei­en. Dar­über hin­aus plä­diert der Bei­rat für fle­xi­ble­re Ren­ten­ein­stiegs­al­ter, bei dem Arbeitnehmer:innen den Ren­ten­ein­tritt frei wäh­len können.

Das Schwedische Modell für Deutschland

Immer­hin, ein Teil der Ren­te soll künf­tig kapi­tal­markt-basiert sein, plant die Ampel-Koali­ti­on. Län­der wie Schwe­den schei­nen einen gang­ba­ren Weg gefun­den zu haben: 2,5 Pro­zent vom gesetz­li­chen Bei­trag für die Ren­te flie­ßen in Akti­en und in Anlei­hen. Ver­pflich­tend. Für alle.

Verbraucher-Expert:innen for­dern das seit Jah­ren auch für Deutsch­land – so Klaus Mül­ler, Vor­stand Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vzbv): „Die pri­va­te Alters­vor­sor­ge geht auf Krü­cken und braucht drin­gend einen Neu­start. Das Expe­ri­ment, die pri­va­te Alters­vor­sor­ge in die Hän­de der Finanz- und Ver­si­che­rungs­wirt­schaft zu geben, ist geschei­tert. Eine umfas­sen­de Ren­ten­re­form muss des­halb drin­gend auf die Agen­da der Son­die­rungs- und Koali­ti­ons­ge­sprä­che. Nötig ist eine Stär­kung der gesetz­li­chen Ren­te sowie ein Neu­start der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge mit einem öffent­li­chen Vor­sor­ge­fonds nach schwe­di­schem Vorbild.“

Zehn Mil­li­ar­den Euro will die neue Regie­rung, so sie denn kommt, aus dem Bun­des­haus­halt in Akti­en für die Ren­ten inves­tie­ren. Damit sol­len die Ren­ten gestützt wer­den. Ein Fonds soll es rich­ten. Aber reicht das? Und wie soll so ein Fonds aus­se­hen? Zwi­schen Straf­zin­sen und Infla­ti­on haben es Sparer:innen ohne­hin schwer genug, Geld ver­nünf­tig zu spa­ren. Was nun?!

Eigene Versorgung ermitteln

„Zunächst ein­mal ist es wich­tig, sich der Pro­ble­ma­tik bzw. der eige­nen Lage bewusst zu wer­den“, sagt Lisa Has­sen­zahl, CFP Finanz­pla­ne­rin und Geschäfts­füh­re­rin  von Her Fami­ly Office. Kon­kret bedeu­tet das, die eige­ne Ver­sor­gung im Ruhe­stand zu ermit­teln und zwar nach Steu­ern, Kran­ken­ver­si­che­rung und vor allem Infla­ti­on. Auch wenn es nicht unbe­dingt schön ist, schwarz auf weiß zu sehen, wie groß eine even­tu­el­le Lücke im Alter ist, das Pro­blem zu igno­rie­ren, löst es mit Sicher­heit nicht. Aus mei­ner Sicht ist das der wich­tigs­te Schritt, denn er zeigt deut­lich, wie viel frau spa­ren muss und wel­che Ren­di­te nötig ist, um die Lücke und damit auch die Gefahr von Alters­ar­mut zu schließen.

Auch wer erst in der Lebens­mit­te über sei­ne Ren­te nach­denkt, kön­ne noch etwas tun, mahnt Lisa Has­sen­zahl an: „Wich­tig ist, nicht in Schock­star­re zu ver­fal­len oder die Augen zu ver­schlie­ßen. Natür­lich kann auch ein Wert­pa­pier­de­pot nicht zau­bern und even­tu­ell muss man sich auch ein­ge­ste­hen, dass man monat­lich mit etwas weni­ger aus­kom­men muss, als man es sich gewünscht hät­te. Aber im ers­ten Schritt hilft es tat­säch­lich, mal wirk­lich alles durch­zu­rech­nen und sich einen Über­blick zu ver­schaf­fen. Häu­fig kann man auch bestehen­de Ver­mö­gens­wer­te wie Ver­si­che­run­gen oder unren­ta­ble Anla­gen auf Kon­ten opti­mie­ren. Und auch wenn man erst in der mitt­le­ren Lebens­pha­se mit Wert­pa­pie­ren beginnt, kann man hier noch viel erreichen.

Es gibt mehrere verschiedene Möglichkeiten, privat vorzusorgen. Möglichkeit 1:

Seit 20 Jah­ren gibt es die Ries­ter-Ren­te zur pri­va­ten Vor­sor­ge mit staat­li­chen Zuschüs­sen. Wer vier Pro­zent sei­nes Ein­kom­mens in die Ries­ter-För­de­rung ein­zahlt, erhält eine staat­li­che Grund­för­de­rung von 175 Euro/Jahr und pro Kind 185 bzw. 300 Euro. Doch die Ver­zin­sun­gen sind nied­rig, die Abschluss- und Ver­wal­tungs­kos­ten wer­den von Ver­brau­cher­schüt­zern als viel zu hoch kri­ti­siert. Immer­hin gibt es für die Ries­ter-Ren­te steu­er­li­che Vorteile.

Auch bei der betrieb­li­chen Alters­vor­sor­ge (bAV), Mög­lich­keit 2, gibt es staat­li­che Unter­stüt­zung. Ein Teil des Gehalts wird hier umge­wan­delt, dar­auf müs­sen kei­ne Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben gezahlt wer­den – bis zu gewis­sen Höchst­gren­zen. Arbeit­ge­ber betei­li­gen sich mit Zuschüs­sen: Auf den Spar-Anteil des Arbeit­neh­mers legt der Arbeit­ge­ber 15 Pro­zent dazu. Im Ren­ten­al­ter müs­sen hier Steu­ern gezahlt werden.

Immer­hin haben rund 17,4 Mil­lio­nen Deut­sche eine betrieb­li­che Alters­vor­sor­ge (bAV). Doch Betriebs­ren­ten gibt es in Deutsch­land haupt­säch­lich in gro­ßen Unter­neh­men. Dar­über hin­aus ist im Umfeld nied­ri­ger Zin­sen die lau­fen­de Ver­zin­sung kein wirk­li­cher Ansporn: Haben die deut­schen Lebens­ver­si­che­rer ihren Kund:innen im Neu­ge­schäft für klas­si­sche Ren­ten­ver­si­che­run­gen im Jahr 2000 noch 7,15 Pro­zent lau­fen­de Ver­zin­sung gezahlt, waren es 2021 noch 2,13 Prozent.

bAV am beliebtesten vor Aktien, Riester und Konto

Den­noch ist in Deutsch­land die betrieb­li­che Alters­vor­sor­ge (bAV) unter denen, die über­haupt vor­sor­gen, mit 35 Pro­zent am belieb­tes­ten, erfrag­te das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts You­Gov unter 2.000 Deut­schen. Wert­pa­pie­re wie Akti­en, Anlei­hen oder Fonds fol­gen mit 34 Pro­zent. Die Ries­ter-Ren­te ist mit 29 Pro­zent auf Platz 3, wobei sie bei Frau­en (34 Pro­zent) deut­lich belieb­ter als bei Män­nern (26 Pro­zent) ist. Mehr als ein Fünf­tel der Vor­sor­gen­den — 22 Pro­zent – haben Geld auf dem Giro­kon­to, trotz Straf­zin­sen und Nega­tiv­zin­sen. Eben­so vie­le haben Immo­bi­li­en-Eigen­tum. 20 Pro­zent nut­zen Tages- und Fest­geld, 18 Pro­zent ETFs.

Möglichkeit 3: Immobilien

Wer in einer eige­nen Immo­bi­lie wohnt, muss kei­ne Mie­te zah­len. Wer eine Immo­bi­lie ver­mie­tet, erhält zusätz­li­che Ein­nah­men. Die Finan­zie­run­gen sind seit Jah­ren sehr güns­tig. Doch eben des­halb sind die Prei­se in vie­len Regio­nen enorm gestie­gen. Wir von cou­ra­ge-online haben die Vor- und Nach­tei­le von Immo­bi­li­en, von Mie­te und Kauf kürz­lich zusam­men­ge­fasst: (https://www.courage-online.de/torschluss-panik-immobilien-mieten-oder-kaufen/

Möglichkeit 4: Die Börse:

Die Bör­se ist für vie­le ein Buch mit sie­ben Sie­geln. Das muss sie aber nicht blei­ben. Wir von cou­ra­ge-online berich­ten gera­de in einer drei­tei­li­gen Rei­he über unse­ren Bör­sen­vor­ur­tei­le. Und wie frau ihnen ent­kommt und an die Bör­se kommt. Hier könnt ihr euch zu den Bei­trä­gen klicken:

Bör­sen­vor­ur­tei­le, Teil 1 
Bör­sen­vor­ur­tei­le, Teil 2
Bör­sen­vor­ur­tei­le, Teil 3

„Am leich­tes­ten und für vie­le der ers­te Schritt ist die Anla­ge in Invest­ment­fonds, um die Risi­ken gut zu streu­en.“, sagt Dr. Bir­git Hap­pel, Grün­de­rin des Por­tals Geld­bio­gra­fien, mit dem sie Frau­en bei der Finanz­bil­dung beglei­tet. „Monat­li­che Ein­zahl­plä­ne gibt es bereits für klei­ne Beträ­ge und der Auto­ma­tis­mus erleich­tert die Hand­ha­bung. Es ist ja wirk­lich nicht so, dass ich mich dabei stän­dig mit den Märk­ten beschäf­ti­gen muss – auch so ein Trug­schluss, dem vie­le anhän­gen. Hier kön­nen ers­te Erfah­run­gen gesam­melt wer­den. Die meis­ten Frau­en fin­den dann auch Gefal­len dar­an, sich tie­fer in die Mate­rie ein­zu­ar­bei­ten und fes­ti­gen ihr finan­zi­el­les Selbstvertrauen.“

Auch 50 Euro pro Monat sind ein Anfang. Und bringen Rendite.

Rech­nen wir durch und fan­gen mit einem ver­gleichs­wei­se klei­nen Betrag an: Wer heu­te 30 Jah­re alt ist, kann 37 Jah­re lang Geld zurück­le­gen für den Ruhe­stand. Neh­men wir an: 50 Euro, ohne Anfangs­ka­pi­tal, jeden Monat. Bei 6 Pro­zent Ren­di­te (die durch­aus rea­lis­tisch sind bei vie­len Indi­zes, zwei Pro­zent für die Infla­ti­on schon abge­zo­gen) kom­men vor Steu­ern 81.973 Euro zusam­men. Bei Ein­zah­lun­gen von ledig­lich 22.200 Euro.

81.973 für erwar­te­te 16 Jah­re im Ruhe­stand gemäß der sta­tis­ti­schen Lebens­er­war­tung bedeu­ten: Pro Ren­ten­jahr ste­hen im Durch­schnitt zusätz­li­che 5.123 Euro zur Ver­fü­gung vor Steu­ern. Das schließt – auf den Monat gerech­net — die errech­ne­te Ren­ten­lü­cke nicht voll­stän­dig, doch es ist eine wert­vol­le Hil­fe. Immer­hin ein Anfang. Wor­auf kommt es nun an?

Handwerkliche Fehler vermeiden

Wich­tig sei, sagt Lisa Has­sen­zahl, hier kei­ne hand­werk­li­chen Feh­ler zu machen. „Wie immer bei Akti­en­in­ves­ti­tio­nen gilt: Brei­te Streu­ung und mög­lichst lan­ger Anla­ge­ho­ri­zont. Gera­de Frau­en, aber auch Män­ner, die eher nicht so gro­ße Beträ­ge zur Ver­fü­gung haben, soll­ten ten­den­zi­ell auf Ein­zel­ak­ti­en-Inves­ti­tio­nen ver­zich­ten und lie­ber in breit gestreu­te ETFs oder gene­rell in Fonds spa­ren. Was hier auch oft über­se­hen wird: Es ist nicht unbe­dingt für jedes Alter und jede Situa­ti­on sinn­voll, zu 100 Pro­zent nur in Akti­en­fonds zu spa­ren, son­dern auch die Bei­mi­schung von risi­ko­är­me­ren Anla­gen kann sinn­voll sein. Im Hin­blick auf den Anla­ge­ho­ri­zont gilt: Nur weil man viel­leicht kei­ne zwan­zig Jah­re mehr bis zum Ren­ten­ein­tritt hat, heißt das nicht, dass man kei­nen lan­gen Anla­ge­ho­ri­zont hat. Man ver­kauft ja nicht an Tag eins der Ren­te alle Anla­gen, son­dern tei­le davon blei­ben im Zwei­fel noch 10 bis 15 Jah­re län­ger bestehen, bis sie auf­ge­braucht werden.

Ein paar Regeln muss frau beach­ten, wenn sie an den Bör­sen inves­tiert. Mit die­sen Punk­ten bin ich per­sön­lich gut gefahren:

  • Inves­tie­re nur Geld, das du nicht benötigst
  • Kauf nur, was Du ver­stehst. Vie­le Finanz­markt­pro­duk­te sind viel zu kom­plex, gera­de für Einsteiger:innen und ber­gen oft wenig über­schau­ba­re Risiken.
  • Inves­tie­re regel­mä­ßig. Jeden Monat. Immer. Bis zur Rente.
  • Ein Spar­plan – ein­mal ein­ge­rich­tet – sorgt auto­ma­tisch für die Abbu­chun­gen. Und für den Kapi­tal­auf­bau. Er ist ab 25 Euro mög­lich. Man­che Insti­tu­te bie­ten schon nied­ri­ge Spar­ra­ten an. Aber das macht mit Blick auf die Kos­ten und auf die Spar­sum­me zu wenig Sinn.
  • Streu Dei­ne Kapi­tal­an­la­ge breit, diver­si­fi­zie­ren heißt das in der Fach­spra­che: Also, nicht das gesam­te Kapi­tal in eine Aktie oder einen Fonds zu ste­cken, son­dern in mehrere.
  • Hin und her macht Taschen leer: Bleib Dei­ner Stra­te­gie treu, ohne stän­dig umzuschichten.
  • Emo­tio­nen aus – Kopf an. Set Dir rea­lis­ti­sche Zie­le, halt sie durch. Wie im rich­ti­gen Leben ;-)
  • Wer noch wenig, aber immer­hin ein biss­chen über Bör­se weiß und /oder wenig Zeit hat, kann mit einem Robo Advi­sor auto­ma­ti­siert anle­gen. Nach durch­lau­fe­ner Risi­ko­prü­fung schlägt ein Com­pu­ter eine pas­sen­de Anla­ge­stra­te­gie vor und setzt sie um.
  • Du musst nicht gleich mit Akti­en anfan­gen. Wer noch wenig Bör­sen-Erfah­rung hat, kann zum Bei­spiel in Akti­en­in­di­zes inves­tie­ren. Auch das ist nicht ohne Risi­ko, aber die brei­te Streu­ung in vie­le Titel des Index’ ver­teilt das Risi­ko. Bei­spiel MSCI World: Der MSCI World ist ein breit auf­ge­stell­ter Index, der welt­weit in die größ­ten 1600 Unter­neh­men in den USA, Euro­pa, Asi­en und Latein­ame­ri­ka inves­tiert. Sei­ne Per­for­mance beträgt im Schnitt 9 Pro­zent pro Jahr. Hier müs­sen noch die lau­fen­den Kos­ten (Spar­plan mit ETFs kos­ten zwi­schen 0,12 und 0,5% p.a.) Den Index kann frau über einen ETF kau­fen. Einen bör­sen­no­tier­ten Index­fonds. Der baut den Index nach und hält zugleich die Kos­ten im Zaum.

Selbst mit stabilisierter gesetzlicher Rente: Zusatzvorsorge ist nötig

„Auch wenn die gesetz­li­che Ren­te wie geplant sta­bi­li­siert wird: Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher, die ihren Lebens­stan­dard im Alter hal­ten wol­len, blei­ben auf eine Zusatz­vor­sor­ge über den Kapi­tal­markt ange­wie­sen.“, betont Klaus Mül­ler vom vzbv.

Das Deut­sche Akti­en­in­sti­tut for­dert eben­falls, dass „die Ein­füh­rung einer kos­ten­güns­ti­gen und auf Akti­en basier­ten kapi­tal­ge­deck­ten Alters­vor­sor­ge“ für die neue Bun­des­re­gie­rung „obers­te Prio­ri­tät“ habe muss“, kom­men­tiert Dr. Chris­ti­ne Bor­ten­län­ger, Geschäfts­füh­ren­de Vor­stän­din des Deut­schen Akti­en­in­sti­tuts. „Der Blick in die Wirt­schafts­ge­schich­te zeigt, dass Akti­en Top-Per­for­mer für jedes Depot sind und waren.“

Fazit: Auch mit (zu) wenig staat­li­cher Ren­te ist die Vor­sor­ge für spä­ter mach­bar. Schon mit über­schau­ba­ren monat­li­chen, regel­mä­ßi­gen Beträ­gen Je spä­ter frau aller­dings anfängt, umso höhe­re Spar­ra­ten sind erfor­der­lich. Ohne­hin müs­sen Frau­en mehr für das Alter spa­ren, da sie durch die Kin­der­be­treu­ung meist weni­ger Ren­ten-Bei­trags­jah­re haben, häu­fig weni­ger ver­die­nen als Män­ner und oft in Teil­zeit arbei­ten mit weni­ger Ein­kom­men, um dafür aber die Kin­der betreu­en zu können.

Aller Anfang ist also gar nicht so schwer. Frau muss nur anfan­gen. Jetzt.

Unser gra­tis Newsletter

Noch mehr Infos für dich

Money Makers

Moder­ne Geldmacher:innen sind anders: die Span­ne reicht heu­te von einer kon­ser­va­ti­ven EZB-Prä­si­den­tin wie Chris­ti­ne Lagar­de bis hin zum schil­lern­den Kar­da­shi­an-Clan. Sie eint ihre gute Bezie­hung zu Geld.

IPO-Flut weltweit: Schnelles Geld mit Börsen-Neulingen?

Ohne Panik – aber ehr­lich – haben wir in Teil 1 auf unse­re Vor­sor­ge-Situa­ti­on geschaut. Und über­le­gen nun wei­ter: Was kön­nen wir jetzt tun, damit wir spä­ter von unse­ren Alters­ein­künf­ten leben kön­nen? Wie kön­nen wir — auch in der Lebens­mit­te oder spä­ter – gegen­steu­ern? Die gute Nach­richt zuerst: Es ist nicht zu spät.

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben