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    ETF sind ein guter Baustein für den Vermögensaufbau - dennoch gibt es einiges zu beachten. Foto: Tick-Tock/iStock

Das musst du bei der ETF-Suche beachten

2021-05-06T10:14:16+02:005. Dezember 2019|

Bör­sen­ge­han­del­te Index­fonds – kurz: ETFs – gehö­ren zu den belieb­tes­ten Finanz­pro­duk­ten und sind vor allem bei Ein­stei­gern gefragt. Doch ETF ist nicht gleich ETF. Immer mehr die­ser Index­fonds sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf den Markt gekom­men und unter­schei­den sich zum Teil erheb­lich. Hier erfahrt ihr, wor­auf ihr bei der Suche ach­ten müsst.

Von Astrid Zehbe

Wer die Wahl hat, hat die Qual: 2018 wur­den welt­weit rund 6500 ETFs ver­wal­tet. Die meis­ten Pro­duk­te bil­den Akti­en­in­di­zes ab, dazu kom­men etli­che, die der Ent­wick­lung von Anlei­hen fol­gen. Auch für Roh­stoff­in­vest­ments gibt es meh­re­re ETFs. Mit ETFs inves­tiert man also in einen kom­plet­ten Markt. Ein DAX-ETF zum Bei­spiel ent­hält die glei­chen Akti­en, die im deut­schen Leit­in­dex DAX zu fin­den sind, in der­sel­ben Gewich­tung. Man nimmt mit einem DAX-Index­fonds also direkt an der Ent­wick­lung des Markt­ba­ro­me­ters teil.

Basisinvestments fürs Portfolio

Für den Ver­mö­gens­auf­bau ist es rat­sam, mit einem ETF auf einen Akti­en­in­dex zu star­ten, da Akti­en auf lan­ge Sicht die höchs­te Ren­di­te ver­spre­chen. Wich­tig ist zudem, auf eine brei­te Streu­ung zu ach­ten, weil Schwan­kun­gen an den Märk­ten dadurch bes­ser aus­ge­gli­chen wer­den. Das gelingt vor allem mit glo­bal anle­gen­den ETFs. Der Klas­si­ker ist hier­bei der MSCI World. Er fasst rund 1600 Unter­neh­men aus 23 Indus­trie­län­dern zusam­men und bil­det ein soli­des Fun­da­ment für jedes Port­fo­lio. In den ver­gan­ge­nen 40 Jah­ren lag die durch­schnitt­li­che Ren­di­te bei rund acht Pro­zent pro Jahr.

Wer ergän­zend auf den MSCI Emer­ging Mar­kets (Schwel­len­län­der) setzt, hat bereits einen Groß­teil der glo­ba­len Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung abge­deckt und ist für den Start gut auf­ge­stellt. Eine Gewich­tung von 70 Pro­zent des Anla­ge­ver­mö­gens auf den MSCI World und 30 Pro­zent auf den MSCI Emer­ging Mar­kets wird häu­fig als Welt­port­fo­lio bezeich­net. Der DAX ist als fokus­sier­ter Index auf eine bestimm­te Regi­on (deut­sche Akti­en) eher als Bei­mi­schung für das Port­fo­lio zu betrach­ten. Mit­tel- bis lang­fris­tig ist es emp­feh­lens­wert, sich mit dem The­ma Port­fo­li­o­al­lo­ka­ti­on – also die Auf­tei­lung des Gesamt­port­fo­li­os auf ver­schie­de­ne Anla­ge­klas­sen – auseinanderzusetzen.

Wer auf nach­hal­ti­ge Invest­ments set­zen möch­te, wird eben­falls fün­dig: Der MSCI World SRI bil­det eben­falls den glo­ba­len Akti­en­markt ab, wobei SRI für Social Respon­si­ble Invest­ment steht und Unter­neh­men wie Waf­fen­her­stel­ler oder Atom­kraft­wer­ke aus­schließt. Bei der Suche nach ETFs hel­fen die Daten­ban­ken der Ban­ken und Bör­sen sowie ETF-Fin­der wie auf unse­rer Part­ner­sei­te BÖRSE ONLINE.

Auf ein möglichst hohes ETF-Volumen achten

Für gro­ße und bekann­te Indi­zes wie den MSCI World gibt es in der Regel meh­re­re ETF-Anbie­ter. Die ein­zel­nen Pro­duk­te bil­den dann zwar den­sel­ben Index nach, unter­schei­den sich aber den­noch in ein­zel­nen Punk­ten, auf die es zu ach­ten gilt: Grund­sätz­lich ist es rat­sam, auf ETFs zu set­zen, die ein mög­lichst hohes Volu­men haben, sprich: Viel Anle­ger­geld ein­ge­sam­melt haben. Emp­feh­lens­wert ist ein ETF-Volu­men von min­des­tens 100 Mil­lio­nen Euro. Das hat den Vor­teil, dass die Gebüh­ren für die ETFs zum einen ten­den­zi­ell nied­ri­ger sind, da Grö­ßen­vor­tei­le zum Tra­gen kom­men. Zum ande­ren sind viel mehr Antei­le am Markt, sodass die An- und Ver­kaufs­span­nen dadurch gerin­ger sind.

Zudem ist das Risi­ko, dass der ETF auf­grund man­geln­der Nach­fra­ge wie­der vom Markt genom­men wird, nied­ri­ger. Zwar erhiel­te man in die­sem Fall sein Geld zurück, ärger­lich wäre es trotz­dem: Bei der Wie­der­an­la­ge des Gelds in ande­re Wert­pa­pie­re fal­len erneut Trans­ak­ti­ons­kos­ten an. Wird der ETF aus­ge­rech­net in einer schwa­chen Bör­sen­pha­se geschlos­sen, dro­hen zudem Kursverluste.

Ertragsverwendung je nach Sparziel

Als nächs­tes muss man sich für eine Ertrags­ver­wen­dung ent­schei­den: Bei einem aus­schüt­ten­den ETF wer­den – wie der Name schon sagt – regel­mä­ßi­ge Erträ­ge, also Zin­sen oder Divi­den­den, aus­be­zahlt und aufs Kon­to über­wie­sen – man­che jähr­lich, man­che quar­tals­wei­se, man­che sogar monat­lich. Bei the­sau­rie­ren­den ETFs wer­den von die­sen Erträ­gen auto­ma­tisch neue ETF-Antei­le gekauft, das Geld wird also reinves­tiert, sodass der Zin­ses­zins­ef­fekt zum Tra­gen kommt. Wel­che Aus­schüt­tungs­art eher infra­ge kommt, hängt davon ab, wel­ches Ziel man ver­folgt: Möch­te man spä­ter von den Erträ­gen des Ver­mö­gens leben, ohne Antei­le davon zu ver­kau­fen, ist ein aus­schüt­ten­der ETF das Mit­tel der Wahl. Will man sein Ver­mö­gen ab einem bestimm­ten Zeit­punkt nach und nach ent­neh­men, um davon leben zu kön­nen, ist eher ein the­sau­rie­ren­der ETF rat­sam, da man hier stär­ker vom Zin­ses­zins­ef­fekt profitiert.

Replikationsmethode mit Wohlfühlfaktor

Wich­tig bei der ETF-Aus­wahl ist auch die Repli­ka­ti­ons­me­tho­de, also die Art, wie der Index nach­ge­bil­det wird. Phy­sisch repli­zie­ren­de ETFs kau­fen die Akti­en des zugrun­de lie­gen­den Index tat­säch­lich. Das ist auf­wen­dig und dar­um auch mit etwas höhe­ren Kos­ten ver­bun­den. Der Vor­teil ist jedoch: Dem Anle­ger gehö­ren die im Index ent­hal­ten­den Wert­pa­pier­an­tei­le – auch im Plei­te­fall des Depot­an­bie­ters oder der Bank. Vie­le Anle­ger füh­len sich damit woh­ler als mit den soge­nann­ten syn­the­tisch repli­zie­ren­den ETFs. Bei ihnen wer­den die Wer­te nicht phy­sisch gehal­ten, son­dern mit Deri­va­ten ledig­lich nach­ge­bil­det. Syn­the­tisch repli­zie­ren­de ETFs sind dar­um kos­ten­güns­ti­ger und es las­sen sich mit ihnen auch klei­ne­re Märk­te nach­bil­den. Aller­dings besteht ein soge­nann­tes Kon­tra­hen­ten-Risi­ko, also ein Aus­fall­ri­si­ko, wenn eine Dritt­par­tei, wel­che die Nach­bil­dung über soge­nann­te Swap-Geschäf­te absi­chert, insol­vent wird.

Gebührenvergleich zugunsten der Rendite

Eine der wich­tigs­ten Din­ge, die es bei der ETF-Suche zu beach­ten gilt, sind die Gebüh­ren, die der ETF-Anbie­ter für die Ver­wal­tung erhebt. Gera­de wer sehr lang­fris­tig in ETFs inves­tie­ren will, soll­te auf die klei­nen Preis­un­ter­schie­de ach­ten. Denn ob man jähr­lich 0,2 oder 0,3 Pro­zent an Kos­ten zu tra­gen hat, sum­miert sich im Lauf der Zeit. Ein ETF auf gän­gi­ge Indi­zes wie den DAX oder den US-Leit­in­dex S & P 500 kos­tet nur sel­ten mehr als 0,2 Pro­zent pro Jahr. Weni­ger gebräuch­li­che Kurs­ba­ro­me­ter las­sen sich für jähr­lich 0,3 bis 0,6 Pro­zent ver­fol­gen. Nur bei sehr exo­ti­schen oder kom­ple­xen Indi­zes rei­chen die Kos­ten an ein Pro­zent heran.

Alle, die über Spar­plä­ne in ETFs inves­tie­ren wol­len, müs­sen zudem noch prü­fen, ob der aus­ge­wähl­te ETF über ihren Depot­an­bie­ter über­haupt spar­pl­an­fä­hig ist. Bei ETFs auf gro­ße Indi­zes ist dies in der Regel gege­ben. ETFs auf klei­ne­re Indi­zes las­sen sich hin­ge­gen nicht immer über einen Spar­plan bespa­ren. Möch­te man den ETF den­noch im Depot haben, muss man im Zwei­fel ein Ein­mal­in­vest­ment mit mög­li­cher spä­te­rer Auf­sto­ckung täti­gen. Unter Umstän­den kön­nen hier­bei aller­dings höhe­re Kos­ten anfal­len als bei Sparplänen.

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