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  • Das Pareto-Prinzip, ©Liudmila Chernetska/iStock

Das Pareto-Prinzip an der Börse: Viel Ertrag bei wenig Aufwand

2022-09-06T12:02:54+02:006. September 2022|

Mit wenig Auf­wand viel errei­chen – wer möch­te das nicht? Das Pare­to-Prin­zip bedeu­tet genau das: Die Fokus­sie­rung auf das Wesent­li­che. Damit du dei­ne Zeit effi­zi­ent ein­teilst. Das funk­tio­niert auch bei der Geld­an­la­ge. 

Von Ant­je Erhard

Das Pare­to-Prin­zip besagt, dass du mit 20 Pro­zent des Auf­wan­des 80 Pro­zent des Ergeb­nis­ses errei­chen kannst. Für die rest­li­chen 20 Pro­zent braucht es eben 80 Pro­zent Auf­wand… Zu deutsch: Wir ver­plem­pern mit die­sem Prin­zip weni­ger Zeit für Din­ge, die es nicht wert sind. Per­fek­ti­on ist der Feind des Guten, und nicht jede Auf­ga­be, nicht jedes Tun erfor­dert Per­fek­ti­on. 

Pareto: Einfache Strategien an der Börse

Pare­to ganz prak­tisch an der Bör­se bei der Geld­an­la­ge kannst du zum Bei­spiel mit ETFs umset­zen. Die­se Stra­te­gien sind ein­fach zu ver­ste­hen, leicht umzu­set­zen und meist recht güns­tig. Und du gene­rierst eine markt­kon­for­me Ren­di­te. Was lang­fris­tig wirk­lich nicht das schlech­tes­te ist. 

Dein Auf­wand beschränkt sich hier auf die Aus­wahl der Indi­zes, die zu dei­ner Stra­te­gie ins­ge­samt pas­sen sowie den Ver­gleich, wel­che der ETFs denn nun am bes­ten pas­sen (Ren­di­te, Risi­ko, Aus­schüt­tung Gesamt­kos­ten, etc.). Das ist weni­ger auf­wän­dig als die Ana­ly­se von Ein­zel­ak­ti­en. Natür­lich kannst du auch zu vie­len ande­ren Fra­gen recher­chie­ren und tie­fer in die Mate­rie ein­stei­gen. Aber der Blick auf die wich­tigs­ten Fak­ten genügt oft schon. 

Solide Rendite bei wenig Aufwand

Breit inves­tie­ren kannst du zum Bei­spiel mit MSCI All Coun­try- oder MSCI World-ETFs. Oder regio­na­ler wie mit dem S&P 500. Lang­fris­tig schla­gen gera­de die gro­ßen Indi­zes meist den Markt. Ein Bei­spiel: 7,5 Pro­zent hat der MSCI World in den letz­ten 20 Jah­ren im Schnitt an Per­for­mance erzielt. Selbst wenn wir die Infla­ti­on abzie­hen, ist das noch ein soli­des und wenig auf­wän­di­ges Invest­ment: In den letz­ten 20 Jah­ren betrug die Infla­ti­on im Schnitt nur 1,5 Pro­zent. Wenn wir mit einer Infla­ti­on von lang­fris­tig zwei Pro­zent rech­nen, blei­ben von den 7,5 Pro­zent Ren­di­te noch 5,5 Pro­zent. 

Bei 5,5 Pro­zent ohne Start­ka­pi­tal und monat­li­cher Geld­an­la­ge von 100 Euro, wer­den aus die­sen monat­li­chen 100 Euro nach 20 Jah­ren 60.171 Euro. Erträ­ge wie Divi­den­den wer­den hier­bei wie­der ange­legt. Schau mal:  

Über die Zeit zahlst du bei die­ser Rech­nung 36.000 Euro ein (jeden Monat 100 Euro). Doch fast genau so viel kom­men mit Zin­sen zusam­men: 29.644 Euro. Abzüg­lich der Kapi­tal­ertrags­steu­er von 5.473 Euro blei­ben 60.171 Euro vor Kos­ten. 

Mit wenig Auf­wand soli­de Ren­di­ten sind also nicht schwer zu errei­chen. Aller­dings muss ich auch sagen: Die Ren­di­ten sind markt­kon­form. Nicht mehr und nicht weni­ger. Wer mehr möch­te, muss auch mehr Auf­wand betrei­ben.   

Eigenes Wissen spart Zeit

Ein zwei­ter Pare­to-Punkt ist das eige­ne Wis­sen: Wenn du dich auf das fokus­sierst, was du bereits kennst, womit du Erfah­run­gen hast, sparst du die Zeit. Wenn du also beim The­ma Nach­hal­tig­keit viel Wis­sen hast, ist das viel­leicht eine Invest­ment­idee für dich. Oder wenn du dich mit Akti­en gut aus­kennst, wenn du Chan­cen und Risi­ken gut ein­schät­zen kannst, bestimm­te Bran­chen oder Märk­te im Blick hast und gut infor­miert bist. Also, nut­ze dein vor­han­de­nes Wis­sen über Anla­ge­for­men oder Bran­chen oder Pro­duk­te.   

Und da hat Pare­to auch schon sei­ne Gren­zen: Neu­land heißt Arbeit. Wenn du in Akti­en inves­tie­ren möch­test, ohne das Pro­dukt, den Markt, die Bran­che, das Unter­neh­men, die Wett­be­wer­ber etc zu ken­nen, ist Arbeit ange­sagt: Denn ohne Ana­ly­se geht nichts. Und das ist dann eben doch Auf­wand. 

Nicht cleverer sein wollen als der Markt: Pareto statt Market Timing

Wir haben es hier schon oft geschrie­ben: Den Markt zu timen ist auf­wän­dig und meist erfolg­los. Mar­ket Timi­nig bedeu­tet, dass du ver­suchst, immer zum mög­lichst güns­tigs­ten Preis zu kau­fen und zum Höchst­kurs zu ver­kau­fen. Wann das ist, lässt sich aber nicht pro­gnos­ti­zie­ren. Trotz­dem ist Mar­ket Timing seit Jahr­zehn­ten eine der klas­si­schen Anleger:innen-Fallen. Stu­di­en zei­gen: Lang­fris­tig schla­gen S&P 500 oder MSCI All Coun­try World die Timing-Stra­te­gien, weil sich die erfor­der­li­che dau­er­haft hohe Erfolgs­quo­te ein­fach nicht hal­ten lässt.   

Das Prin­zip geht zurück auf den Öko­no­men Vilf­re­do Pare­to. Er erkann­te im 19. Jahr­hun­dert, dass 20 Pro­zent der Men­schen 80 Pro­zent des Ver­mö­gens hat­ten. Und emp­fahl den Ban­ken, in die­se Kun­den zu inves­tie­ren. 

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