• Das magische Dreieck der Geldanlage, ©Andrew Gardner - stock.adobe.com

Das magische Dreieck der Geldanlage: Darauf kommt es an

2022-06-20T13:17:45+02:0020. Juni 2022|

War­um das Drei­eck der Geld­an­la­ge „magisch“ sein soll, wis­sen wir nicht. Wie hilf­reich es für die Geld­an­la­ge ist, wis­sen wir aber. 

Von Ant­je Erhard

Ren­di­te, Sicher­heit und Liqui­di­tät – das sind die drei Eck­punk­te des Magi­schen Drei­ecks der Geld­an­la­ge. Und genau die­se Din­ge wol­len wir ja, wenn wir Geld anle­gen. Am liebs­ten alle davon. Das Pro­blem: Die Bör­se ist kein Won­der­land – es gibt nicht alles auf ein­mal. Denn du kannst mit dei­ner Geld­an­la­ge maxi­mal zwei die­ser Fak­to­ren maxi­mal tref­fen. 

Geld­an­la­gen, die sicher und zugleich schnell ver­füg­bar sind, sind meist nicht ren­di­te­stark. Anla­gen, die ren­di­te­stark sind und ver­gleichs­wei­se sicher, sind illi­qui­der. Hohe Ren­di­te bei hoher Liqui­di­tät heißt meist weni­ger Sicher­heit. Geld­an­la­ge heißt also Kom­pro­mis­se machen.  

Sicherheit ist relativ

Bei­spiel Sicher­heit: Ein hohes Maß an Sicher­heit bringt wenig(er) Ren­di­te. Du hast bestimmt schon mal den Spruch gehört: Kei­ne Ren­di­te ohne Risi­ko. Der ist lei­der wahr. Aber unter­schied­li­che Anla­ge­klas­sen ber­gen auch unter­schied­li­che Risi­ken. So ist das Risi­ko fal­len­der Kur­se und von Ver­lus­ten bei Akti­en rela­tiv hoch, lässt sich aber durch die Ver­tei­lung des Gel­des auf mög­lichst vie­le Mög­lich­kei­ten ver­rin­gern. Tages- oder Fest­geld gilt dage­gen als ver­gleichs­wei­se sicher. Aller­dings bekommst du hier auch nahe­zu kei­ne Zin­sen. Abzüg­lich der Infla­ti­on ent­ste­hen auch hier Ver­lus­te – selbst wenn dem­nächst, wie von der EZB ange­kün­digt, die Zin­sen stei­gen.  

Rendite geht nicht ohne Risiko

Die Ren­di­te als zwei­ter Eck­punkt des Drei­ecks besteht aus Kurs­ge­win­nen bei Akti­en, aber auch aus Divi­den­den. Aus Zin­sen. Sprich aus den Erträ­gen einer Geld­an­la­ge. Hier sind vor allem Risi­ko und Ren­di­te im Span­nungs­feld. Etwa, wenn du in Kryp­tos inves­tierst: Die Risi­ken sind hier sehr hoch, dafür aber auch die Chan­cen auf Ren­di­te. Außer­dem sind sie rela­tiv liqui­de. Auch Gold zeigt in die­sen Zei­ten, dass Sicher­heit und Ren­di­te nicht eben Hand in Hand gehen: Der ver­meint­li­che Infla­ti­ons­schutz hat zwar in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren ordent­lich zuge­legt, in den letz­ten Wochen kam Gold aber doch unter Druck: Ein stei­gen­der US-Dol­lar und stei­gen­de US-Zin­sen machen dem Edel­me­tall zu schaf­fen. 

Verfügbarkeit kostet Rendite

Die Liqui­di­tät ist die Ver­füg­bar­keit des Kapi­tals. Eine Geld­an­la­ge ist also umso liqui­der, je schnel­ler du das Kapi­tal auf dem Kon­to haben kannst. So ist Geld täg­lich ver­füg­bar, wenn es auf dem Giro- oder Tages­geld­kon­to liegt, dort bringt es aber kei­ne Zin­sen. Fest­geld hin­ge­gen kannst du zwar vor­zei­tig kün­di­gen, aber das geht zu Las­ten der Ren­di­te. Immo­bi­li­en gel­ten als lang­fris­tig attrak­ti­ves Invest­ment, sind aber schwer kurz­fris­tig zu liqui­die­ren. 

Die drei Fak­to­ren sind also in einem per­ma­nen­ten Span­nungs­feld. Doch wenn du sie kennst, kannst du ent­spre­chend anle­gen: Ren­ta­bel und gut ver­füg­bar sind zum Bei­spiel ETFs, als über­wie­gend ren­ta­bel und ver­hält­nis­mä­ßig sicher hin­ge­gen gel­ten Immo­bi­li­en und auch lang­fris­tig gehal­te­ne Akti­en, also min­des­tens zehn Jah­re. Ver­füg­bar und sicher sind eher boni­täts­star­ke Staats­an­lei­hen und Tages­gel­der.  

Ruppiges Umfeld aktuell

Im Moment erle­ben wir ein Umfeld, in dem fast alle Ver­mö­gens­wer­te in die Knie gehen. Cras­hes und Kri­sen gibt es an den Bör­sen. Das gehört dazu. Jeder Sturm geht vor­über. Die Noten­ban­ken wie die FED und die EZB wer­den schnel­ler und stär­ker die Zin­sen erhö­hen müs­sen, als die meis­ten Marktteilnehmer:innen bis dato erwar­tet haben, damit die Infla­ti­on nicht außer Kon­trol­le gerät. 

Fazit: Sicher­heit, Liqui­di­tät und Ren­di­te auf ein­mal gibt es nicht. Das Magi­sche Drei­eck ist den­noch eine Hil­fe bei dei­ner Geld­an­la­ge, zeigt dir aber auch, dass du Kom­pro­mis­se machen musst. Wich­tig ist, dass du beim Inves­tie­ren eine pas­sen­de Stra­te­gie hast und die­se durch­hältst. Außer­dem hilft eine brei­te Streu­ung dabei, Risi­ken zu ver­tei­len. 

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Wann du (noch) nicht an der Börse investieren solltest

Die Kur­se stei­gen und du willst schnell auf den fah­ren­den Zug auf­sprin­gen? Oder sie fal­len und du willst den Moment zum Ein­stieg nut­zen? Super, wenn du inves­tie­ren willst. Aber ein paar Vor­aus­set­zun­gen braucht es, damit es auch funk­tio­niert. Hilft ja nichts, wenn du nach eupho­ri­schem Start auf­ge­ben musst, weil die Vor­aus­set­zun­gen ein­fach (noch) nicht passen. 

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