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  • Die Core-Satellite-Strategie: Ein stabiler Kern plus mehrere kleinere Investments, ©NDABCREATIVITY - stock.adobe.com

Core-Satellite-Strategie: Ein stabiler Kern plus x im Depot

2022-06-27T12:09:56+02:0027. Juni 2022|

Core Satel­li­te ist eine der belieb­tes­ten Stra­te­gien an der Bör­se. Du brauchst dafür einen sta­bi­len Kern und meh­re­re klei­ne­re Invest­ments drum­her­um. 

Von Ant­je Erhard

Ein risi­ko­ar­mer Kern und dar­um meh­re­re klei­ne­re Satel­li­ten, die unter­schied­li­che Risi­ken ber­gen kön­nen – das ist die Core-Satel­li­te-Stra­te­gie. Ziel ist es, dass der Kern UND die Satel­li­ten Ren­di­te machen. Dazu soll­ten die Posi­tio­nen nicht zu ähn­li­che Risi­ko­pro­fi­le haben. 

Bei der Umset­zung sind ver­schie­dens­te Kon­stel­la­tio­nen mög­lich. Die Basis soll mög­lichst breit glo­bal gestreut sein. Das kön­nen breit gestreu­te ETFs sein. Je diver­si­fi­zier­ter, sprich: je brei­ter gestreut, des­to bes­ser. So lässt sich zum Bei­spiel der Kern mit einem MSCI All Coun­try ETF abbil­den. Oder mit einem MSCI World. Ergänzt wer­den kann ein wei­te­rer ETF mit einem Fokus zum Bei­spiel auf klei­ne­re Titel (Small Caps) oder mit einer stär­ke­ren regio­na­len Fokus­sie­rung. Der Kern soll die Grund­ren­di­te ein­fah­ren. Dem­entspre­chend breit muss ein ETF sein. Die Satel­li­ten sind die klei­ne­ren Risi­ko­bau­stei­ne. Sie diver­si­fi­zie­ren das Port­fo­lio und sol­len die Ren­di­te des Port­fo­li­os erhö­hen, also mög­lichst den Markt schla­gen. 

So könnte die Gewichtung aussehen

Der Kern soll­te eine Gewich­tung von 75 bis 90 Pro­zent haben. Die Satel­li­ten ent­spre­chend zehn bis 25 Pro­zent. Tra­di­tio­nell wird eine Gewich­tung von 80 zu 20 emp­foh­len. Das ist aber nicht in Stein gemei­ßelt. Du musst nach dei­ner per­sön­li­chen Stra­te­gie ent­schei­den. Dann könn­test du bei­spiels­wei­se dei­nem Kern Ein­zel­ak­ti­en hin­zu­fü­gen. Bei 25 Pro­zent Gewich­tung lie­ßen sich fünf Titel zu je fünf Pro­zent kom­bi­nie­ren. Sie soll­ten unter­schied­lichs­ten Bran­chen ange­hö­ren, um die Risi­ken zu streu­en. 

Auch eine Umset­zung mit The­men-ETFs ist denk­bar. Mög­lich­kei­ten gibt es vie­le: Hier lie­ßen sich als Satel­li­ten ETFs zu Nach­hal­ti­gen Invest­ments, Digi­ta­li­sie­rung, Bil­dung, Was­ser, Health Care, Erneu­er­ba­re Ener­gien, Future Mobi­li­ty und, und, und aus­wäh­len. Kom­bi­nie­re hier unter­schied­li­che Bran­chen, Län­der und Stra­te­gien. Natür­lich kannst du auch zwi­schen ver­schie­de­nen Anla­ge­klas­sen mischen. So kannst du dei­nen Akti­en-Satel­li­ten auch Roh­stof­fe oder Devi­sen hin­zu­fü­gen. Auch Kryp­tos, Edel­me­tal­le oder Immo­bi­li­en sind Mög­lich­kei­ten, mit die­ser Stra­te­gie zu inves­tie­ren. Wich­tig ist, dass das Risi­ko nur so hoch ist, wie es zu dei­ner Gesamt­stra­te­gie passt. Und dass du kei­ne Klum­pen­ri­si­ken ein­baust: Bei der Aus­wahl des Kern-ETFs soll­test du schau­en, ob du nicht schon Index-Bestand­tei­le im Depot hast. Oder in einem der Satel­li­ten. 

Langer Anlage-Horizont erforderlich

Wich­tig ist vor allem aber auch: Ein lan­ger Anla­ge-Hori­zont. Das bedeu­tet: min­des­tens zehn Jah­re. Am bes­ten lässt sich eine sol­che Stra­te­gie mit Spar­plä­nen umset­zen. Das begrenzt den Auf­wand. Die Satel­li­ten dür­fen nicht zu klein im Port­fo­lio sein, sonst brin­gen sie zu wenig Ren­di­te, aber auch nicht zu groß. Sonst stei­gen die Risi­ken zu stark an. Alle Invest­ments soll­test du ver­ste­hen und wis­sen, was du ins Depot nimmst. 

Ent­wi­ckelt wur­de die Core-Satel­li­te-Stra­te­gie bereits in den 70er Jah­ren. Zwei Öko­no­men, Fischer Black und Jack Tray­nor, arbei­te­ten die Markt­ef­fi­zenz­hy­po­the­se von Euge­ne Fama aus. Nach des­sen Auf­fas­sung ist der Markt­trend Zufall, weil alle Prei­se am Markt auf Infor­ma­tio­nen beru­hen, die allen zur Ver­fü­gung ste­hen. Doch die bei­den Wis­sen­schaft­ler eru­ier­ten durch­aus Akti­en, die über­durch­schnitt­li­che Ren­di­ten ein­brach­ten. Ihre Con­clu­sio: Den Markt über einen Index-Fonds abzu­bil­den und Über­ren­di­ten mit Ein­zel­ak­ti­en zu erzie­len. Aber erst als die ETFs auf den Markt kamen, setz­te sich ihre Theo­rie durch. Vor­her war sie zu auf­wän­dig. 

Was kann Core Satellite? Und was nicht?

Die Core-Satel­li­te-Stra­te­gie hat den Vor­teil, dass du eine höhe­re Ren­di­te erzielst als dein Gesamt­port­fo­lio, wenn die Stra­te­gie auf­geht. Wie erfolg­reich die Stra­te­gie ist, hängt maß­geb­lich an den Satel­li­ten. Und da gilt an der Bör­se: Je höher die Ren­di­te, des­to höher ist auch das Risi­ko… 

Nach­tei­lig ist, dass du – je nach­dem wie risi­ko­ori­en­tiert die Satel­li­ten auf­ge­stellt sind – das Port­fo­lio sehr gut im Auge behal­ten musst, um bei Markt­ver­wer­fun­gen reagie­ren zu kön­nen. Außer­dem ist es not­wen­dig, bei einem fes­ten Ver­hält­nis von 80 zu 20 immer wie­der zu über­prü­fen, ob das noch funk­tio­niert. Ein Reb­a­lan­cing ist also not­wen­dig, min­des­tens jedes Jahr. 

Fazit: Die Stra­te­gie ist beliebt, aber gar nicht so ein­fach. Es erfor­dert eine gewis­se Markt­kennt­nis – vor allem die Satel­li­ten aus­zu­wäh­len.  

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